| Titel | Im Dreck |
| Genre | Drama, Thriller |
| Jahr | 2025 |
| FSK | 16 |
| Creator | Sebastián Ortega |
Starttermin: 14.08.2025 | Netflix
Ein Spin-off mit weiblichem Fokus
„Im Dreck“ setzt genau dort an, wo „El Marginal“ aufgehört hat – doch diesmal sind es nicht die Männer, die im Gefängnis um Macht ringen, sondern Frauen, die sich im Schlamm ihrer eigenen, gnadenlosen Realität behaupten müssen. Als Spin-off der in Deutschland weitgehend unbekannten argentinischen Netflix Serie erweitert „Im Dreck“ die düstere Gefängniswelt der Originalserie um eine weibliche Perspektive, ohne seinen unverblümt-kompromisslosen Ton abzulegen. Ob dieser neue Blickwinkel die Geschichte bereichert und frische Impulse setzt oder am Ende doch nur altbekannte Muster wiederholt, haben wir für euch genau unter die Lupe genommen.

Und darum geht es…
Victoria (Ana Garibaldi) hat alles verloren: Freiheit, Sicherheit – und den Glauben daran, dass es ein Leben außerhalb der Gefängnismauern geben kann. Im Frauengefängnis La Quebrada trifft sie auf vier Frauen, die ebenso wie sie um ihr Überleben kämpfen. Zwischen Machtspielen, Verrat und zerbrechlichen Allianzen entsteht ein Pakt, der ihnen Halt geben soll – doch Vertrauen ist hier gefährlich. Während Victoria versucht, ihren Platz zu finden, wird klar: Wer im Dreck steckt, muss sich entscheiden, wie weit er gehen will, um wieder aufzusteigen.

Unser Eindruck zwei Episoden
„Im Dreck“ präsentiert sich als Serie, die äußerlich jede Sicherheit ausstrahlt, als wüsste sie genau, wie sie wirken will. Die Kamera fährt durch enge Korridore, graue Betonwände scheinen jede Hoffnung zu ersticken, Machtkämpfe und Rivalitäten zwischen Insassen werden in beklemmenden Einstellungen gezeigt – alles wie aus einem Lehrbuch des Gefängnisdramas. Doch während die Form präzise inszeniert ist, bleibt der innere Kern erstaunlich blass. Die Konflikte wirken konstruiert, die Figuren existieren eher als Archetypen denn als komplexe Charaktere, deren Entscheidungen nachvollziehbar wären. Das macht “Im Dreck” zu einer Geschichte, die Schlagworte und Genre-Elemente lieber abhakt, anstatt sie wirklich zu erkunden. Ein rauer, unverblümter Ton liegt in der Luft, dramatische Szenen werden mit düsteren Bildern untermalt, doch der emotionale Impact, der das Genre auszeichnet, bleibt weitgehend aus.

Wie so viele Genreproduktionen zuvor zeigt „Im Dreck“ das Gefängnis als Mikrokosmos, in dem Macht, Loyalität, Verrat und alltägliche Grausamkeit das Leben der Insassen bestimmen. Doch im Gegensatz zu den Vorbildern wirkt es seltsam fremd, fast konstruiert, während die Figuren blass und ihre Motivationen nur angedeutet bleiben. Was als tiefgründige Charakterstudie angelegt sein könnte, wird so zur oberflächlichen Skizze, bei der selbst die emotionalen Zusammenbrüche kaum Gewicht entfalten. Was bleibt ist ein Eindruck von Leere, von ungenutztem Potenzial und vor allem die Erkenntnis, dass das Netflix Original trotz stilistischer Sicherheit inhaltlich kaum haften bleibt und schnell wieder vergessen wird.

Fazit
„Im Dreck“ grast bekannte Tropen ab, ohne dem Genre neues abzugewinnen. Kurzweilig, aber flach!


