| Titel | Exterritorial |
| Genre | Thriller, Action |
| Jahr | 2025 |
| FSK | 16 |
| Regie | Christian Zübert |
Starttermin: 30.04.2025 | Netflix
Ein Kind verschwindet – und mit ihm die Realität
Was könnte schlimmer sein, als einen geliebten Menschen zu verlieren? Ganz einfach: wenn sich plötzlich niemand mehr daran erinnern will, dass es ihn je gegeben hat. Als hätte jemand nicht nur die Spuren eines Lebens ausgelöscht, sondern gleich das ganze Leben selbst – aus Herzen, Köpfen, Akten. Eine Vorstellung, die einem das Blut in den Adern gefrieren lässt und genau aus diesem Grund auch schon mehr als nur einmal als Motiv spannungsgeladener Hollywood-Paranoia-Fantasien diente. In einem ähnlichen Albtraumszenario findet sich nun auch eine Mutter in “Exterritorial” wieder, die sich in einem undurchdringlichen Machtapparat plötzlich nicht nur um ihr Kind, sondern auch um ihren Verstand sorgen muss. Aber kann das deutsche Netflix Original dem Genre wirklich etwas Eigenständiges entgegensetzen – oder verliert sich der Film selbst im Dickicht seiner Prämisse?

Und darum geht es…
Sara (Jeanne Goursaud), besucht mit ihrem Sohn Josh (Rickson Guy da Silva) das US-Konsulat in Frankfurt. Doch plötzlich verschwindet der Junge spurlos, und niemand im Konsulat kann sich an seine Anwesenheit erinnern. Als die ehemalige Soldatin der Special Forces verzweifelt um Hilfe bittet, will sich niemand daran erinnern, dass Josh überhaupt das Gebäude betreten hat. Entschlossen, ihren Sohn zu finden, setzt sie sich über die Anweisungen der Sicherheitskräfte hinaus. Während sie tiefer in die dunklen Ecken des Gebäudes eindringt, stößt sie auf ein Netz aus Lügen und Intrigen. Jeder Schritt könnte sie näher an die Wahrheit bringen – oder in tödliche Gefahr führen. Sara muss alles riskieren, um ihren Sohn zu retten.

Ein uninspiriert Thriller-Klon
Hollywood-Stars und ihre verlorenen – und viel schlimmer noch – von ihrer Umwelt verleugneten (!!!) Leinwandkinder. Sowohl Jodie Foster an Bord eines Passagierflugzeugs (“Flightplan”), als auch Julianne Moore in tiefer Trauer (“Die Vergessenen”) und Sam Worthington nach dem Check-in bei der Notaufnahme (“Fractured”) begannen schon an ihrem eigenen Verstand zu zweifeln, während des nervenzehrenden Versuchs ihren verschollen geglaubten Nachwuchs zurückzugewinnen. Wer nun denkt, bereits alles gesehen zu haben, was die durchaus spannende, erzählerisch aber eher limitierte Prämisse bereithält, sollte recht behalten. Dass alle möglichen Erklärungen für eine vermeintliche Kindesamnesie mit den drei genannten Beispielen bereits abgedeckt sind, macht es “Exterritorial” von vornherein schwer, für Überraschungen zu sorgen – mehr als seine vermeintlich überraschende Wendung hat das Netflix Original nämlich nicht zu bieten.

Während das potenziell spannende Rätselraten über Joshs Verschwinden ausbleibt – mehr als zwei Lösungen scheint es ohnehin nicht geben zu können – bekommt es das Publikum so mit einem rund eineinhalbstündigen 08/15-Plot zu tun, der uninspiriert durch die Gepflogenheiten eines herkömmlichen Actionthrillers navigiert. Wo der inszenatorisch ähnlich ausgerichtete Netflix Thriller “Carry-On” mit Taron Egerton im vergangenen Jahr in seiner Einfachheit noch das Maximum aus seiner Old School-Thriller-Prämisse herausholen konnte, verfehlt “Exterritorial” nahezu vollständig seine Wirkung. Mit dürftigem Schauspiel, allerhand Glaubwürdigkeitsproblemen und einer vorhersehbaren Geschichte, die sich zu allem Überfluss auch noch für die denkbar langweiligste Auflösung entscheidet, versackt “Exterritorial” so schnell in den belanglosen Sphären der Streaminglandschaft – dagegen können auch die raren, mit wenigen Szenenschnitten realisierten Actionszenen nichts ausrichten.

Fazit
Dieser überraschungsarme Konsulatsbesuch ist genauso zäh wie jeder andere Behördengang auch!


