| Titel | Der Gärtner |
| Genre | Drama, Thriller |
| Jahr | 2025 |
| FSK | 16 |
| Regie | David Charhon |
Starttermin: 11.04.2025 | Netflix
Der Mörder ist immer der Gärtner
Die Berufsbezeichnung Auftragskiller*in macht sich nicht besonders gut im Lebenslauf – klar, dass sich die meisten Profis tarnen. In der Filmwelt schlüpfen sie daher vorwiegend in harmlose Rollen – und Jason Statham sogar mehr als nur einmal. In “The Mechanic” (2011) ist er ein scheinbar nüchterner Handwerker und entpuppt sich als Techniker des Todes, der seine Aufträge mit chirurgischer Präzision erledigt, während er in “The Beekeeper” (2024) den friedliebenden Imker mimt, nur um dann zum rachsüchtigen Bienenfreund zu mutieren. Auch “Der Gärtner” greift dieses bekannte Motiv auf – die Tarnung des Killers in einer scheinbar harmlosen Alltagsrolle – und überführt es in einen schwer greifbare Flickenteppich aus Thriller, Krimi, Romanze und Drama, der mehr verspricht, als er erzählerisch einlöst

Und darum geht es…
Schon als kleiner Junge war Elmer (Álvaro Rico) anders als andere in seinem Alter. Er spielt keine Emotionen. Etwas, das seine fördernde und kontrollsüchtige Mutter La China Jurado (Cecilia Suárez) schnell für sich zu nutzen weiß. Heute arbeitet Elmar unter der Aufsicht seiner Mutter als Auftragskiller. Die Leichen lässt er im Boden des botanischen Gartens verschwinden, für dessen Pflege er verantwortlich ist. Doch dann trifft Elmar auf Violeta (Catalina Sopelana), eine liebenswerte junge Frau, die ihn erstmals etwas fühlen lässt. Das Problem: Sie ist sein neues Ziel – und Elmer plötzlich im Zwiespalt. Sind seine neuen Gefühle echt, oder trüben sie nur den Blick auf sein wahres Wesen?

Dieser Thriller schlägt keine Wurzeln
“Der Gärtner” reiht sich nahtlos in das Repertoire handelsüblicher Netflix Thriller ein: stilistisch versiert, mit einem überbordenden Maß an Melodramatik und dem festen Glauben daran, dass stilisierte Gewalt und familiäre Abgründe genug sind, um emotionale Tiefe zu suggerieren. Doch bei aller Mühe bleibt die spanische Original Serie seltsam leblos – passend zu ihrem Protagonisten, dem emotional entkernten Elmer. Anders jedoch als Elmer, dessen Gefühlswelt zunehmend von ihm unbekannten Regungen reaktiviert wird, driftet die Zuschauerschaft mit fortlaufender Handlung in emotional abgestumpfte Gleichgültigkeit ab. Was dann noch bleibt, ist die reine, ungefilterte Langeweile.

Trotz der knapp bemessenen Laufzeit von nur sechs Episoden gelingt es “Der Gärtner” nicht, seinen Plot voranzutreiben und den sich darin tummelnden Stereotypen leben einzuhauchen. Bereits das gesamte Szenario wirkt unwirklich. Als würden sich keine echten Menschen darin bewegen. Wie ein Mosaik aus Ideen einer im Kern spannenden und erzählenswerten Geschichte, die falsch zusammengesetzt wurde. Hölzerne, bedeutungsschwangere Dialoge treffen auf melodramatische Streicher, die eher verstärken, was fehlt: Authentizität, Tiefe und erzählerische Klarheit. Somit bedient “Der Gärtner” zwar den Algorithmus, wirkt dabei aber trotzdem sperrig, sodass er selbst denjenigen, die sich an schnell konsumierbarer Thrillerkost erfreuen können, kaum Erfüllung schenken dürfte.

Fazit
“Der Gärtner” tarnt sich als Thriller, bleibt aber erzählerisch blass – emotional entkernt, stilisiert und seltsam leblos. Ein Genre-Mix ohne nachhaltige Wirkung.

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