| Titel | G20 |
| Genre | Action, Thriller |
| Jahr | 2025 |
| FSK | 16 |
| Regie | Patricia Riggen |
Starttermin: 10.04.2025 | Prime Video
US-Präsidentin auf den Spuren von John McClane
John McClane ist mehr als nur ein Charakter – er steht für einen neuen Typus des Actionhelden. Vor “Stirb Langsam” waren sie meist unbesiegbare Maschinen, die jede Gefahr im Alleingang überwanden. McClane war anders. Er war kein unverwundbarer Superheld, sondern ein einfacher Polizist, der sich durch Improvisation und pure Willenskraft aus brenzligen Situationen rettete. McClane zeigte, dass auch der „normale“ Mensch das Zeug zum Superhero haben kann. Verletzlich, menschlich und doch unaufhaltsam – er war der Wendepunkt im Actiongenre und brachte eine neue Ära von Held*innen hervor, die keine Maschinen waren, sondern durch Charakter, Schwächen und Überlebenswillen überzeugten. Eine ähnliche Ausgangslage wählt nun auch “G20” – nur um dann schnell alles wieder über Bord zu werfen.

Und darum geht es…
Als die schwerbewaffneten Truppen des Terroristen Rutledge (Antony Starr) den G20-Gipfel in Südafrika stürmen, wird aus einem diplomatischen Treffen ein Albtraum. US-Präsidentin Danielle Sutton (Viola Davis) kann gemeinsam mit einigen internationalen Kollegen und ihrem Sicherheitschef Manny Ruiz (Ramón Rodríguez) entkommen – doch ihre Familie bleibt in der Gewalt der Angreifer. Die Terrorgruppe verfolgt das Ziel, die globale Ordnung zu erschüttern und ein neues Wirtschaftssystem zu erzwingen. Für Sutton wird der Angriff zur persönlichen Bewährungsprobe: Als Präsidentin steht sie unter Druck, politisch zu handeln, als Ehefrau und Mutter kämpft sie verzweifelt um ihre Liebsten. Zwischen Macht, Moral und Mut beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit – und eine Präsidentin zeigt, wie weit sie zu gehen bereit ist.

Und darum geht es…
Crypto Bros stürmen den G20-Gipfel – oder: Amazons Versuch, eines modernen Actionthrillers mit politischem Anstrich. Der eingangs gezogene Vergleich mit “Stirb Langsam” liegt nahe: eine isolierte Location, eine überforderte Heldin, eine globale Krise im Hintergrund. Doch während Bruce Willis’ John McClane einst durch Charisma, Ironie und Menschlichkeit überzeugte, bleibt der heutige Gegenentwurf – gespielt von Viola Davis – seltsam eindimensional und vor allem unsympathisch bis in die Haarspitzen. So richtig McClane-esk ist ihre Figur ohnehin nicht. Einerseits amtierende US-Präsidentin und somit alles andere als die geborene Killermaschine, legt ein kurzer Backgroundcheck eine Vergangenheit als erfahrene Elite-Soldatin mit militärischer Einsatzgeschichte offen und erstickt den angestrebten Every(wo)man-Effekt sogleich im Keim. Das Davis, der bierernst vorgetragene Rollen wie diese noch nie standen, dazu noch mit pathetisch-verkniffenem Blick und steinerner Mimik so viel Charisma versprüht wie ein Betonpfeiler erschwert das Unterfangen, aus dieser Figur mehr als eine stählerne Projektionsfläche zu machen, zusätzlich.

“G20” ist nicht nur überraschend generisch erzählt, sondern streckenweise regelrecht langweilig. Die dramaturgischen Kurven verlaufen flach, die Actionsequenzen wirken austauschbar, und das Drehbuch hangelt sich lustlos von einem bekannten Versatzstück zum nächsten. Statt Spannung aufzubauen, erzeugt das Amazon Original vor allem eins: Ungeduld. Nichts fühlt sich zwingend oder überraschend an – jeder Konflikt, jede Wendung, jeder hölzerne, vor Pathos triefende Dialog scheint aus dem Baukasten entnommen. Der einzige Lichtblick, wenn auch in weiter Ferne – und selbst im erzählerischen Nebel dieses Films nicht besonders hell – hört auf den Namen Antony Starr. Ihm steht, wie schon in seiner Rolle als muttermilchschlürfender Anti-Superman Homelander in “The Boys”, der Psychopath förmlich ins Gesicht geschrieben. Das mag der generisch angelegten Bösewicht-Rolle zwar kaum mehr als ein Minimum an Profil entlocken, sorgt aber immerhin für einen Anflug von Präsenz in einem ansonsten erschreckend leblosen Ensemble.

Fazit
Generisch, spannungsarm und überraschend leblos: “G20” bietet eine Heldin, der man nicht mal die Daumen drücken möchte, wenn es um die Rettung des eigenen Lebens ginge!

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