5 Pounds of Pressure: Kritik zum knallharten Sozialdrama mit Luke Evans

5 Pounds of Pressure Film 2024
Titel5 Pounds of Pressure
Genre Drama, Thriller
Jahr2024
FSK16
RegiePhil Allocco

Heimkinostart: 14.04.2025

Wenn 5 Pfund Druck zu viel des Guten sind

Stell dir vor, du verbringst 16 Jahre im Bau, weil du jemanden umgelegt hast, und dann kommst du raus, nur um festzustellen, dass dein Sohn dich nicht kennt, deine Nachbarschaft dich hasst, und du als Ex-Knacki mit Kulleraugen von Luke Evans gespielt wirst. Willkommen in Phil Alloccos „5 Pounds of Pressure“, dem Film, der so tut, als sei er Oscar Bait, aber in Wirklichkeit eher Baumarkt Bait ist – für Leute, die sich beim Tapezieren gern ein bisschen seelisches Elend reinziehen.

5 Pounds of Pressure Film 2024
5 Pounds of Pressure ©Meteor Film

Und darum geht es…

Nach 16 Jahren im Gefängnis kehrt Adam (Luke Evans) zurück in sein altes Viertel – nicht als Mann auf Rachefeldzug, sondern als jemand, der mit der Vergangenheit abschließen und seinem entfremdeten Sohn näherkommen will. Doch zwischen den grauen Fassaden der Nachbarschaft ist nichts vergessen. Eli (Zac Adams), der Bruder jenes Mannes, den Adam einst tötete, wartet nur auf den richtigen Moment, um das letzte Kapitel der alten Geschichte selbst zu schreiben – mit Blut, versteht sich.

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Zwischen Sozialarbeit und Soap

Luke Evans stapft durch den Film wie ein Mann, der vergessen hat, ob er gerade Reue spielt oder nur müde ist. Rory Culkin – ja, einer der Culkins, die nicht Kevin waren – darf den Drogendealer mit Herz spielen – also quasi den Typen, der dir Gras verkauft, aber beim Gehen sagt: „Bruder, pass auf dich auf, ja?“ Und dann ist da noch dieser zwielichtige Onkel-Charakter, der aussieht wie ein Fitnessinfluencer auf Meth – die Sorte, bei der du nie weißt, ob er dich gleich umarmt oder dir einen Toaster an den Kopf wirft. Luke Evans bemüht sich redlich, Adam als geläuterten Ex-Sträfling darzustellen, doch bleibt seine Performance oft an der Oberfläche. Rory Culkin hingegen verleiht Mike eine glaubwürdige Zerrissenheit und wird so zum heimlichen Highlight des Films. Alex Pettyfer als zwielichtiger Onkel Leff bleibt hingegen blass und eindimensional.

5 Pounds of Pressure Film 2024
5 Pounds of Pressure ©Meteor Film

Regie und Atmosphäre sind trister als die Wartezeit beim Amt. „5 Pounds of Pressure“ will gritty sein – also dreckig, realistisch, nah am Leben, doch in Wahrheit ist es einfach nur trüb, als hätte jemand einen Instagram-Filter namens „Heroin-Graufilter“ über den ganzen Film gelegt. Drohnen fliegen sinnlos durch trostlose Straßen und Leute schreien sich an oder gucken traurig ins Nichts. Es ist wie ein Musikvideo ohne Musik – nur mit mehr Schnappatmung. Die Dialoge wirken wie Weisheiten aus dem Glückskeks der Schuld. „Ich wollte nie so enden…“, „Du weißt nicht, wie das ist!“, „Ich hab Fehler gemacht…“ Das Drehbuch ist ein Potpourri aus Sätzen, die man schon tausendmal gehört hat – in besseren Filmen, schlechteren Serien, oder beim besoffenen Nachbarn nach Mitternacht, wenn er über seine Ex redet.

5 Pounds of Pressure Film 2024
5 Pounds of Pressure ©Meteor Film

Fazit

„5 Pounds of Pressure“ ist ein schwerfälliger, pseudotiefer Sozial-Drama-Versuch, der wie eine runtergekommene Moralpredigt in Jogginghose daherkommt. Er will Herz, aber trifft die Milz, er will Kino, landet aber im inneren ARTE-Archiv. Er ist tragisch, ja – aber vor allem tragisch unspannend.

Bewertung: 2 von 5.
5 Pounds of Pressure Film 2024
5 Pounds of Pressure Film 2024

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