La Dolce Villa: Kritik zum Netflix Film – In Italien ist die Welt noch in Ordnung!

La Dolce Villa Netflix Film 2025
TitelLa Dolce Villa
Genre Romanze, Komödie
Jahr2025
FSK6
RegieMark Waters

Starttermin: 13.02.2025 | Netflix

(K)ein gutes Investment für Netflix Abonnent*innen?

In Italiens Gemeinden kursiert seit einigen Jahren ein faszinierendes Angebot: Häuser für nur 1 Euro. Was auf den ersten Blick wie ein Schnäppchen klingt, entpuppt sich als raffinierte Marketingstrategie, die leerstehende Dörfer in ländlichen Regionen retten soll. Diese „1-Euro-Häuser“ sind oft verfallen, doch versprechen eine Chance für Abenteurer und Renovierungsliebhaberei – mit der Voraussetzung, die nötigen Sanierungsarbeiten durchzuführen. Eine klassische Win-Win-Situation, die den Dörfern frischen Wind und neue Bewohner*innen beschert und das kulturelle und soziale Leben wiederbeleben, während sich kreative Käufer*innen ein einzigartiges Zuhause schaffen können, im mediterranen Ambiente. Bleibt nur die Frage, ob das Netflix Original “La Dolce Villa” ebenfalls als Gewinn zu verbuchen ist, oder ob hier mal wieder nur der Streamingdienst profitiert?

La Dolce Villa Netflix Film 2025
La Dolce Villa ©Giulia Parmigiani/Netflix

Und darum geht es…

Olivia (Maia Reficco) ist fest entschlossen, in Montezara, einer idyllischen kleinen Gemeinde in Italien, ein Haus zu erwerben. Der Preis? Nur einen Euro. Doch dieser scheinbar unschlagbare Deal hat seinen Preis: Das Gebäude ist stark sanierungsbedürftig und verlangt mehr als nur ein wenig Einsatz. Als ihr Vater Eric (Scott Foley) von ihrem Vorhaben erfährt, reist er aus den USA an, um sie davon abzuhalten. Eigentlich hat der vielbeschäftige Geschäftsmann nicht viel Zeit, doch je länger er in der malerischen Region verweilt, desto mehr lässt er sich von der besonderen Atmosphäre einnehmen. Besonders die Begegnung mit der Bürgermeisterin Francesca Pucci (Violante Placido) sorgt dafür, dass längst vergangene Gefühle in ihm aufleben. Vielleicht war Olivias mutige Entscheidung ja doch kein Fehler?

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Renovierungsbedürftig ist hier nicht nur das neue Eigenheim

“La Dolce Villa” ist Eskapismus in Reinform. Ein Puderzucker-süßer, in Wattebäusche gehüllter Zufluchtsort für all diejenigen, denen selbst die x-te Netflix RomCom mit nur einem Hauch von Konfliktpotenzial zu schwermütig ist. Wer sich der unbeschwerten Reise ins idyllische Reiseprospekt-Italien anschließt, darf mit dem Betätigen der Wiedergabetaste sämtlichen irdischen Ballast beim Ertönen des charakteristischen “Tudum”-Soundlogos von Netflix ablegen. Herzlich willkommen in Italien, wie es sich nur Hollywood ausdenken kann – eine von Postkartenromantik geprägte Märchenwelt mit al dente gekochter Pasta, immergrünen Olivenhainen und gutgelaunten Signoras beim Kaffeepläuschchen. Wer dachte, die magischen Welten von Narnia und Hogwarts wären Fantasy, der kennt dieses vor Kitsch nur so triefende Netflix Original nicht.

La Dolce Villa Netflix Film 2025
La Dolce Villa ©Giulia Parmigiani/Netflix

Legt man einmal die rosarote Brille ab, die wie ein penetranter Instagram-Filter ein Idyll skizziert, dass der Realität mehr als nur eine Hundeschnauze mit herausgestreckter Zunge verleiht, beginnt das fragile Konstrukt schnell zu bröckeln. Logisch geht in “La Dolce Villa” nichts vonstatten. Alles wirkt konstruiert, beginnend bei den menschlichen Beziehungen, über die kommunalen Entscheidungen, bis zur nahtlosen Aneinanderreihung göttlicher Fügungen – zusammengehalten von einer klebrigen Masse aus Glückseligkeit und Idealismus. Ein Ort, an dem Geld keine Rolle spielt, voller wunderschöner beziehungsfähiger Singles. Wo sich verpasste Chancen in neue Gelegenheiten wandeln und Freigeist und Abenteurertum keine Frage der Entscheidung, sondern ein natürliches Stoffwechselprodukt sind. Das alles macht “La Dolce Villa” zu einem schnöden Feel Good-Märchen für Wohlhabende – und alle, die es zumindest für zwei Stunden sein wollen.

La Dolce Villa Netflix Film 2025
La Dolce Villa ©Giulia Parmigiani/Netflix

Fazit

“La Dolce Villa“ ist eskapistische Fantasie ohne Bodenhaftung – ein kitschiges Wohlfühlmärchen, in dem Probleme nicht existieren und das Leben stets postkartentauglich inszeniert wird.

Bewertung: 1.5 von 5.
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