| Titel | Die Åre-Morde |
| Genre | Krimi |
| Jahr | 2025 |
| FSK | 16 |
| Regie | Alain Darborg |
Starttermin: 06.02.2025 | Netflix
Der neue Schwedenkrimi auf Netflix
Mit der Åremorden-Reihe liefert die schwedische Autorin Viveca Sten eine Kriminalromanserie, deren drei Bände – “Kalt und still”, “Tief im Schatten” und “Blutbuße” allesamt in der malerischen Winterlandschaft Åres angesiedelt sind. Im Mittelpunkt: Hanna Ahlander, eine Ermittlerin, die es nicht nur mit lokalen Verbrechen, sondern auch mit ihren persönlichen Dämonen aufnehmen muss. Also im Prinzip alles, wofür die nordische Krimi-Landschaft so steht. Was für viele Fans des Genres vertraute Gefühle weckt, mag für andere wiederum repetitiv und eintönig wirken. Ein ähnlich ambivalentes Echo dürfte nun auch die Serienadaption für Netflix hervorrufen.

Und darum geht es…
Hanna Ahlander (Carla Sehn) hofft, in den schneebedeckten Bergen von Åre einen Neuanfang zu finden. Nach einem schweren Einschnitt in ihrem Leben lässt die Polizistin ihre Vergangenheit hinter sich und zieht sich in den scheinbar friedlichen Wintersportort zurück. Doch die vermeintliche Idylle wird jäh erschüttert, als ein grausamer Mord ans Licht kommt. Widerwillig gerät Hanna in die Ermittlungen und arbeitet fortan mit Daniel Lindskog (Kardo Razzazi) zusammen, einem ambitionierten Ermittler, der seine eigene Agenda verfolgt. Was als Flucht vor der eigenen Vergangenheit begann, wird für Hanna zur schmerzhaften Auseinandersetzung mit sich selbst – und zur gefährlichen Jagd auf einen Täter, der mehr als nur ein Leben auf dem Gewissen haben könnte.

Unser Fazit nach zwei Episoden
Nun kann man sich natürlich die Frage stellen, ob es wirklich noch eine weitere Krimiserie aus Schweden braucht – doch die schneebedeckten Weiten Skandinaviens sind nun mal wie gemacht dafür, die frostigen Abgründe der menschlichen Seele zu erkunden – und das ist auch in “Die Åre-Morde” wieder der Fall. Während die groben Eckpfeiler dem klassischen Grundgerüst einer herkömmlichen Crime Serie entsprechen, entpuppt sich die Herangehensweise an die bekannte Themenpalette hingegen als angenehm zurückhaltend und geerdet. Statt sich in effekthascherischer Düsternis zu suhlen, fast so, als läge Gotham City keine Fahrstunde entfernt von Stockholm, versucht “Die Åre-Morde” gar nicht erst mit nihilistischer Schwere zu schocken – und fühlt sich dadurch trotz gängigen Motiven angenehm frisch an.

Es ist erfrischend, die vom Leben gezeichnete Ermittlerin zur Abwechslung mal nicht stets grimmig, über die vertanen Chancen im Leben, im dunklen Kämmerchen, mit der Pulle Schnaps in der Hand und dem aufgesetzten Schwermut im Gesicht als überzeichnete Karikatur eines abgehalfterten Noir-Detektivs zu sehen. Dass Hauptdarstellerin Carla Sehn dieses Gefühl mit einladender Natürlichkeit und zurückhaltendem Charisma noch unterstreichen kann, ist definitiv ein weiterer Gewinn für “Die Åre-Morde”. Während der Cast einen ordentlichen Job macht und der Kriminalfall interessant genug gestaltet ist, um dranzubleiben, ist es vor allem die leise, aber beständige Erzählweise, die das Netflix Original – zumindest für Fans des Genres – zu einem kurzen, sechs Episoden umfassenden Ausflug ins verschneite Schweden macht, den man gerne mal antreten kann – aber nicht muss.

Prognose
Nicht neu, aber frisch, weil nicht betont düster – wer Nordic Noir mag, der kann bedenkenlos einschalten!

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