| Titel | Irgendwie schwanger |
| Genre | Komödie |
| Jahr | 2025 |
| FSK | 12 |
| Regie | Tyler Spindel |
Starttermin: 05.02.2025 | Netflix
Schwangerschaft ohne Morgenübelkeit!
Die Gesellschaft liebt Rollenbilder. Mutterglück als Krönung des Daseins, Kinder als Sinnstiftung – das Narrativ ist alt, aber hartnäckig. Wer es bricht, wird mit Argwohn beäugt. Frauen, die sich bewusst gegen Nachwuchs entscheiden, gelten als kühl, egoistisch und unvollständig. Dabei ist Mutterschaft keine Pflicht, sondern eine Wahl. Und wer wählt, tut das oft mit Bedacht. Vielleicht aus beruflicher Leidenschaft, vielleicht aus dem Wissen, dass die eigene Lebensvorstellung nicht mit Windeln und Schulranzen kompatibel ist. Doch statt Respekt gibt es Erklärungszwang. Wieso also nicht einfach vorgeben, schwanger zu sein und vom Zuspruch der Umwelt profitieren – Aufmerksamkeit und bevorzugte Behandlung, alles inklusive. Eine scheinbar grandiose Idee, die Amy Schumer (“Unfrosted “) in der Netflix Komödie “Irgendwie schwanger” schnell in die Bredouille bringt.

Und darum geht es…
Lainy (Amy Schumer) kann es kaum ertragen, dass sich plötzlich alles nur noch um ihre schwangere Freundin Kate (Jillian Bell) dreht. Überall bekommt sie Sonderbehandlungen und Zuspruch – warum also nicht selbst ein Stück vom Kuchen abbekommen? Da ein eigenes Kind jedoch so gar nicht in Lainys aktuellen Lebensentwurf passt, schnallt sie sich kurzerhand einen falschen Babybauch um und gibt sich als werdende Mutter aus. Anfangs scheint der Plan perfekt aufzugehen, bis sich die Tarnung schließlich doch als schwieriger als gedacht erweist. Als sie dann auch noch den perfekten Mann kennenlernt, steht sie vor einem echten Dilemma – denn irgendwann wird er herausfinden, dass hinter der vermeintlich glücklichen Schwangeren nichts als ein gewaltiger Schwindel steckt.

Zwischen Anarchohumor und Schwangerschaftsrealitäten
Auch wenn Regisseur Tyler Spindel (“The Out-Lawz”) dem sich durch seine Filmografie ziehenden Anarchohumor auch in seiner Schwangerschaftskomödie “Irgendwie schwanger” treu bleibt, erweist sich sein inzwischen viertes Netflix Original als ein ehrlicher und sensibler Ausflug in die vermeintlich rosarote Welt der Babybäuche und Umstandsnegligés. Zwischen prominent zur Schau gestellten Körpergeräuschen und derber Fäkalsprache bleibt da genügend Raum, um sich mit verklärten Erwartungshaltungen, externen Einflüssen und den Schattenseiten der Schwangerschaft auseinanderzusetzen. Hätte sich Spindler jetzt noch eindringlicher mit gesellschaftlich Mutterschaftsidealen in Form von normativen Rollenbildern beschäftigt, könnte man der zottigen Netflix Komödie fast schon einen echten Bildungsauftrag zuschreiben.

Während “Irgendwie schwanger” in puncto Botschaft die Erwartungshaltung deutlich übertrifft, liefert die US-amerikanische Komödie auf der humoristischen Ebene genau, was man von einer Produktion aus dem Hause Happy Madison Productions erwarten kann. Was manchmal hervorragend funktioniert (“Billy Madison”) und in anderen Fällen wiederum kläglich in die Hose geht (“Jack & Jill”) trifft im Fall “Irgendwie schwanger” größtenteils den richtigen Ton und sorgt für einige präzise Lacher, wenngleich der zunehmend präsente romantische Einschlag verzichtbar gewesen wäre. Dennoch schafft es das Netflix Original, sich aus der Masse der oft nicht lustigen Standardkomödien abzuheben und bietet eine Mischung aus Witz, Chaos und einer nicht zu vernachlässigenden Portion Ehrlichkeit.

Fazit
„Irgendwie schwanger“ trifft den richtigen Ton zwischen derben Humor und ehrlich gemeinter Schwangerschaftsreflektion!

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