Companion – Die perfekte Begleitung: Kritik zum Horrorfilm mit Jack Quaid!

Companion Film
TitelCompanion – Die perfekte Begleitung
Genre Thriller, Horror
Jahr2025
FSK16
RegieDrew Hancock

Kinostart: 06.02.2025

Vom Unbekannten zum gefeierten Horrorregisseur

Drew Hancock ist in der Filmwelt noch ein unbeschriebenes Blatt. Sein einziger Kurzfilm stammt aus dem Jahr 2009, ansonsten listet sein IMDb-Profil Credits für unbekannte Serien. Die wohl einzige nennenswerte Arbeit ist das Drehbuch zu einer Folge der MTV-Serie „Faking It“. Seit 2018 herrschte allerdings Funkstille – umso beeindruckender ist es, wie Hancock praktisch aus dem Nichts mit seinem Regiedebüt „Companion“ aufstrebende Hollywoodstars für sich gewinnen konnte und einen Platz im Programm der diesjährigen Fantasy Filmfest White Nights erhielt. Und macht Hoffnung, dass Hollywood möglicherweise weiterhin frischen Gesichtern und Ideen eine Chance gibt.

Companion Film
Companion ©Warner Bros. Entertainment Inc.

Und darum geht es…

Nachdem Iris (Sophie Thatcher) und Josh (Jack Quaid) sich in einem Supermarkt kennenlernen, entwickelt sich zwischen ihnen rasch eine scheinbar perfekte Beziehung. Doch während eines Ausflugs in ein abgelegenes Waldhaus des Millionärs Sergey (Rupert Friend), zu dem Josh und Iris von dessen Freunden eingeladen wurden, eskaliert ein Vorfall und endet in einem Blutbad. Dabei muss Iris schmerzlich erkennen, dass ihre Beziehung zu Josh womöglich längst nicht so makellos ist, wie sie geglaubt hatte.

Wenn der perfekte Partner zum Problem wird

Das Marketing für „Companion“ entfacht erneut die uralte Debatte darüber, wie viel einem Zuschauer vorab durch das Promomaterial verraten werden sollte. Einerseits bemühten sich die Verantwortlichen offensichtlich, Poster und den Teaser-Trailer so vage wie möglich zu gestalten. Andererseits deuten selbst diese subtil gehaltenen Details immer noch zu stark an, worum es im Kern des Horrorthrillers geht. Der zweite Trailer geht sogar noch einen Schritt weiter und lässt letztendlich kaum Fragen offen. Das ist insbesondere ärgerlich, da der Film selbst im ersten Akt bewusst mysteriös bleibt. Ohne Vorwissen kann man kaum erahnen, in welche Richtung sich das Regiedebüt von Drew Hancock entwickeln wird. Eines jedoch ist von Anfang an klar: Für Josh wird es nicht gut ausgehen – ein Fakt, den Hancock schon in den ersten Sekunden ohne Umschweife offenlegt. Dabei beginnt alles scheinbar harmlos: Iris und Josh lernen sich kennen, unternehmen einen Ausflug in ein abgelegenes Waldhaus – und dann BOOM – mit nur wenigen Worten, wird der Twist enthüllt, der den weiteren Verlauf der Handlung prägt. Um fair zu bleiben: Diese Wendung erfolgt relativ früh und ist nur eine von vielen Überraschungen, die die Story bereithält. Dennoch sollte man für das beste Seherlebnis so uninformiert wie möglich ins Kino gehen. Ab der großen Enthüllung geht es drunter und drüber. Was folgt, ist ein spannendes und unterhaltsames Katz-und-Maus-Spiel voller Wendungen, das nicht nur eine blutige Spur hinterlässt, sondern auch eine prägnante, schwarzhumorige Note einbringt.

Companion Film
Companion ©Warner Bros. Entertainment Inc.

Das Drehbuch, ebenfalls von Drew Hancock geschrieben, glänzt mit Wortgewandtheit und einem natürlich wirkenden Humor. Dieser erscheint nie zu gewollt oder aufgesetzt – eine oft schwierige Balance, wenn Horror mit Comedy kombiniert wird. Besonders bemerkenswert: Der Humor überschattet zu keinem Zeitpunkt die düstere Thematik. Selbst in den humorvollen Momenten bleibt die ernste Lage, in der sich Iris befindet, allgegenwärtig. Sophie Thatcher begeistert in der Hauptrolle auf ganzer Linie. Zwischen diesem Film und „Heretic“ beweist sie, dass sie das Zeug zur nächsten großen Horrorikone hat. Sie verkörpert Iris als taffe, clevere Figur, die dennoch emotionale Verletzlichkeit zulässt. Ihr Gegenspieler Jack Quaid überzeugt ebenfalls mit seinem Charisma, doch langsam sollte er aufpassen, nicht auf die Rolle des „netten Mannes von nebenan mit düsterer Seite“ festgelegt zu werden. Für „Scream“-Fans gibt es im finalen Akt eine kleine Hommage an den fünften Teil des Franchises, in dem Quaid ebenfalls eine zentrale Rolle spielte. Thematisch reiht sich „Companion“ in eine Reihe moderner Filme wie „Strange Darling“ oder „Don’t Worry Darling“ ein. Der Fokus liegt auf toxischen Beziehungen, der Machtdynamik zwischen den Geschlechtern und dem Ausbruch daraus. Die Botschaft des Films wird zwar nicht subtil vermittelt, ist jedoch so gekonnt in die Handlung integriert, dass sie nie das Gefühl vermittelt, einem auf der Nase herumzutanzen.

Companion Film
Companion ©Warner Bros. Entertainment Inc.

Fazit

Mit seinem Regiedebüt „Companion“ ist Drew Hancock ein temporeicher und unterhaltsamer Horrorthriller gelungen – gespickt mit zahlreichen Twists, einer gehörigen Prise schwarzen Humors und jeder Menge Blut.

Bewertung: 3.5 von 5.
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