| Titel | We Live in Time |
| Genre | Drama, Romanze |
| Jahr | 2024 |
| FSK | 12 |
| Regie | John Crowley |
Kinostart: 09.01.2025
In guten wie in schlechten Zeiten
Jede Beziehung ist ein Geflecht aus Entscheidungen, ein Abwägen zwischen dem persönlichen und dem gemeinsamen Glück. Karrieren locken in ferne Städte, Kinder verändern die Dynamik und Lebensträume kollidieren. Es ist die stete Frage, wie viel Eigenes man für das Gemeinsame opfert – und umgekehrt. Liebe, so romantisch sie daherkommt, fordert Kompromisse. Der Balanceakt zwischen Nähe und Distanz, zwischen Opfer und Freiheit, ist nichts weniger als ein Dauertest und für die wenigsten dieser Prüfungen gibt es eine Generalanweisung. In „We Live in Time“ sieht sich ein junges Liebespaar mit der schwersten aller Proben konfrontiert – dem Tod, der sie zwingt, sich nicht nur mit dem Leben, sondern auch der Zerbrechlichkeit ihrer Liebe auseinanderzusetzen.

Und darum geht es…
Tobias (Andrew Garfield) Ehe ist längst gescheitert. Lediglich das Fehlen seiner Unterschrift auf den Scheidungspapieren hält jetzt noch das Band zwischen ihm und seiner gescheiterten Beziehung. Als er dann auch noch von einem Auto angefahren wird, könnte man meinen, er hätte den Tiefpunkt erreicht. Doch das Schicksal meint es gut mit ihm: Zwischen ihm und Almut (Florence Pugh), der Fahrerin des PKWs, entwickelt sich schnell eine scheinbar unzertrennliche Bindung, die eine ganze Dekade anhalten soll. Trotz unterschiedlicher Priorisierung im Leben finden Tobias und Almut immer wieder zueinander und durchleben gemeinsam sowohl erfüllte als auch schmerzhafte Momente. Ihre Liebe wird jedoch auf eine harte Probe gestellt und fordert sie heraus, sich mit der Endlichkeit des Lebens auseinanderzusetzen.

Große Stars, leise Töne
Wenn sich ein Film gleich drei emotional breit aufgestellten Genres stellt, um diese zu einem Gefühlscocktail zu vermengen, ist die Gefahr natürlich groß, ins Kitschige abzudriften. So herzzerreißend und berührend beispielsweise das Krebsdrama “Spoiler Alarm” vor wenigen Jahren noch war, konnte sich die romantische Tragikomödie mit Jim Parsons (“How I Met Your Mother”) vom Prädikat Rührstück nie so wirklich lösen. „We Live in Time“ eint nun dieselbe explosive Emotionsmischung (Liebe, Humor, Krebs) schafft es dabei aber auf manipulatives Tränendrüsendrücken zu verzichten. Den emotional gefestigten Boden wird die Star-besetzte A24-Produktion dadurch zwar niemanden unter den Füßen wegziehen und dennoch gelingt es John Crowley, auf subtile Weise tiefere Emotionen anzusprechen.

Die Erzählweise von “We Live in Time” ist bewusst unkonventionell und spielt mit nicht-linearen Strukturen, was der tragischen Liebesgeschichte, die abgesehen von diesem dramaturgischen Twist keine Experimente wagt, eine gewisse Fragmentierung verleiht. Trotz der unausweichlichen Tragödie, herrscht eine lebensbejahende, vornehmlich leichtfüßige und warmherzige Grundstimmung, die von seinem brillant aufspielenden Leinwandpaar Andrew Garfield (“Hacksaw Ridge”) und Florence Pugh (“A Good Person”) unheimlich profitieren kann. Garfield und Pugh eint eine spürbare Chemie, geprägt von Natürlichkeit und Komplexität, die die essenzielle Menschlichkeit ihrer Figuren einfängt und “We Live in Time” trotz seiner unaufgeregten Vortragsweise zu einem berührenden Erlebnis macht, das das Publikum nachdenklich, aber auch hoffnungsvoll zurücklässt.

Fazit
„We Live in Time“ ist eine tiefgründige, emotional berührende Geschichte über Liebe, Verlust und die Zerbrechlichkeit des Lebens – authentisch und kraftvoll erzählt!

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