| Titel | Culpa Tuya – Deine Schuld |
| Genre | Romanze |
| Jahr | 2024 |
| FSK | 16 |
| Regie | Domingo González |
Starttermin: 27.12.2024 | Prime Video
Auf den Spuren von „50 Shades of Grey“
Man sagt, die Liebe sei ein Mysterium – doch Hollywood verwandelt sie immer wieder in einen Thriller. Seit “50 Shades of Grey” wie ein schlecht erzogenes Kind ins Kino stolperte, erlebt das Genre der toxischen Romanze eine Renaissance. Hier wird nicht die klassische Liebesgeschichte zelebriert, sondern ein Zerrbild von Leidenschaft, das an einen selbstzerstörerischen Nahkampf erinnert. Ein rebellisches Aschenputtel und ein vermeintlicher Märchenprinz tanzen ein masochistisches Liebesballet – unter dem Deckmantel behaupteter Zuneigung. “Culpa Mia” reihte sich nahtlos in diese Tradition ein. Sinnlichkeit trifft auf Machtspiele, und Geheimnisse werden romantisiert, als wären sie Luxusgüter. Diese Filme versprechen Eskapismus, liefern aber im besten Fall noch moralische Grauzonen – und die Fortsetzung “Culpa Tuya – Deine Schuld” setzt nahtlos daran an…

Und darum geht es…
Die Beziehung von Noah (Nicole Wallace) und Nick (Gabriel Guevara) wird erneut auf die Probe gestellt: Nicks rachsüchtige Ex-Freundin sorgt für Chaos, während eine schockierende Nachricht von Nicks Mutter (Marta Hazas) die Familie Leister in Aufruhr versetzt. Gleichzeitig stehen Noah und Nick vor neuen Lebensabschnitten – Noah beginnt ihr Studium, und Nick tritt ins Berufsleben ein, was zusätzlichen Druck auf ihre Verbindung ausübt. Alte Konflikte und neue Herausforderungen bringen die beiden an ihre Grenzen. Doch trotz aller Widrigkeiten kämpfen sie für ihre Liebe, während dunkle Geheimnisse ans Licht kommen, die alles zu zerstören drohen.

Deine Schuld – wenn du einschaltest
„Culpa Tuya – Deine Schuld“ ist wie diese eine Phase im Leben, die vermutlich alle einmal durchlebt haben, in der man zu Wissen glaubt, am vermeintlichen Peak des sexuellen Verständnisses angelangt, das Thema Leidenschaft vollumfänglich durchblickt zu haben. Plüschhandschellen, Massagekerzen, seidene Augenbinden – die Quintessenz einer jeden erotischen Verbindung. Nun sind die meisten zwischenzeitlich Erwachsen und blicken sich selbst belächelnd zurück auf eine zwar schöne, aber doch reichlich desillusionierte Zeit – wir waren doch alle mal jung und naiv. Wer sich aktuell noch in dieser Phase befindet, oder ein Stück davor, dürfte in „Culpa Tuya – Deine Schuld“ vermutlich ein filmgewordenes Wow-Erlebnis entdecken – für die hingegen, die den Zenit des Teenager*innen-Seins längst überschritten haben, bleibt nur Spott und Häme.

Es fällt schwer, das gesamte desaströse Ausmaß in einem Fließtext zu bündeln, das “Culpa Tuya – Deine Schuld“ zu dem schlechten Film macht, der er letztlich geworden ist. Alleine als Stichwortsammlung, hastig in einem Akt des Brainstormings heruntergeschrieben, käme eine Analyse auf Kurzfilmlänge. Mit einem Figurenensemble, bestehend aus Abziehbildkriminellen, Prince Charmings, Verführerinnen und Snobs, einem Dialogzeilen-Repertoir voller Phrasen, Plattitüden und Floskeln und einer von Kitsch, großen Gesten, Melodramatik und Intrigen überfrachteten Plot, erweist sich die vermeintlich romantische Erzählung als eine Aneinanderreihung von Klischees und Stereotypen, die in ihrer Gesamtheit weder emotional packen noch glaubwürdig wirkt. “Culpa Tuya – Deine Schuld“ mag nicht annähernd so misogyn und toxisch wie seine großen Vorbilder sein, aber mindestens genauso banal und hanebüchen – vielleicht sogar noch ein Stückchen mehr.

Fazit
Auf den Spuren von “50 Shades of Grey” – etwas weniger toxisch, dafür umso hölzerner!

Wie hat Dir „Culpa Tuya – Deine Schuld“ gefallen?

