| Titel | Ein Zug voller Hoffnung |
| Genre | Drama, Historie |
| Jahr | 2024 |
| FSK | 12 |
| Regie | Cristina Comencini |
Starttermin: 04.12.2024 | Netflix
Ein sensibles Drama im Nachkriegs-Italien
Nach dem Zweiten Weltkrieg stand die italienische Gesellschaft vor gewaltigen Herausforderungen. Millionen Menschen lebten in Armut, während Städte und Dörfer die Wunden des Krieges trugen. Der Wiederaufbau brachte Hoffnung, doch soziale Spannungen blieben allgegenwärtig. Besonders die Landbevölkerung im Süden litt unter Armut und Auswanderung, während im industrialisierten Norden Arbeitsplätze in Fabriken neue Perspektiven eröffneten. In ihrem Buch “Ein Zug voller Hoffnung” zeichnete die italienische Schriftstellerin Viola Ardone ein bewegendes Porträt eben jener Nachkriegszeit, das mit der gleichnamigen Romanverfilmung von Netflix nun auch den Weg auf die heimischen Bildschirme findet.

Und darum geht es…
Neapel, 1946: Die Stadt liegt in Trümmern, gezeichnet von den alliierten Bombenangriffen des Zweiten Weltkriegs. Hunger und Elend bestimmen den Alltag. Inmitten dieser schweren Zeiten entscheidet sich Antonietta (Serena Rossi), ihren siebenjährigen Sohn Amerigo (Christian Cervone) in den wohlhabenderen Norden Italiens zu schicken. Dort soll er den Winter bei der jungen Derna (Barbara Ronchi) verbringen, die ihn als Pflegekind aufnimmt. Derna hat keine Erfahrung im Umgang mit Kindern, bemüht sich aber, für Amerigo zu sorgen. Im Laufe der Zeit entwickelt sich zwischen den beiden eine Bindung, und der Junge entdeckt seine Leidenschaft für das Geigenspiel. Doch die Rückkehr nach Neapel im Frühjahr bringt Veränderungen mit sich, die Amerigo vor einer schweren Entscheidung stellt…

Hoffnung auf Schienen
Sieht man einmal von der eher unnötigen Rahmenhandlung ab, der kaum Spielzeit zuteilt wird, während sie in diesen wenigen Momenten lediglich als Botendienst einer abschließenden Erkenntnis dient, erweist sich “Ein Zug voller Hoffnung” in seiner Eigenschaft als sensibles, kleines Drama über Mutterschaft, Hoffnung und Resilienz als gefühlvoller Appell an die Menschlichkeit. Die Handlung, eingebettet in die authentisch in Szene gesetzte Kulisse der Nachkriegszeit Italiens, erzählt von einem Jungen, der auf seiner Reise raus aus der Armut, nicht nur Liebe und Zusammenhalt erfährt, sondern auch seine eigene Identität als zukünftiger Musiker entdeckt.

Trotz der trostlosen Ausgangslage in der die Ereignisse von “Ein Zug voller Hoffnung” angesiedelt sind, wirkt die Welt des geografisch in Armut und Reichtum gespaltenen Italiens, betrachtet durch Kinderaugen wie ein Ort voller Lebensfreude und Hoffnung. Die Schwere mag allgegenwärtig sein und doch überwiegt das Gefühl lebensbejahender Zuversicht, das durch die unerschütterliche Stärke der Charaktere und die kompakte Erzählweise des Films getragen wird. Durch die arg gestraffte Dramaturgie – was der Kurzweiligkeit zugutekommt -, verbaut sich “Ein Zug voller Hoffnung” dann aber doch die Möglichkeit, die ganz großen Gefühle seitens der Zuschauerschaft anzusteuern. Der herzerwärmenden Eigenschaft des italienischen Netflix Originals tut dies aber keinen Abbruch!

Fazit
„Ein Zug voller Hoffnung“ erzählt eine berührende Geschichte über Resilienz und Menschlichkeit, deren lebensbejahende Botschaft trotz straffer Dramaturgie in kompakter Form überzeugt und nachhallt!

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