| Titel | Ein klitzekleines Weihnachtswunder |
| Genre | Komödie, Animation |
| Jahr | 2024 |
| FSK | 6 |
| Regie | Simon Otto |
Starttermin: 04.12.2024 | Netflix
Großes Herz, kleine Wirkung
Weihnachten ist mehr als geschmückte Tannenbäume, funkelnde Lichter und Berge von Geschenken. Es ist eine Zeit, die uns daran erinnert, innezuhalten und das Miteinander zu feiern. Inmitten des Konsumrauschs gerät oft in Vergessenheit, worum es wirklich geht: um Wärme, Nähe und Zusammenhalt. Um uns jedes Jahr auf ein Neues daran zu erinnern, liefert die Streaminglandschaft passend zur Vorweihnachtszeit wie gewohnt eine ordentliche Ladung an besinnlichen Original Filmen – und das familienfreundliche Animationsabenteuer “Ein klitzekleines Weihnachtswunder” ist einer davon.

Und darum geht es…
In der britischen Küstenstadt Wellington-on-Sea herrscht weihnachtliche Stimmung, doch ein Schneesturm sorgt für unerwartete Herausforderungen. Die geplanten Feierlichkeiten geraten ins Wanken, als der Sturm mehrere Familien voneinander trennt, die die Feiertage eigentlich gemeinsam verbringen wollten. So müssen viele der Kinder des Städtchens auf sich alleine gestellt über die Feiertage kommen, während der Weihnachtsmann (Brian Cox) das bunte Treiben mit amüsiertem Lächeln aus weiter Ferne begutachtet!

Kindgerechter Schabernack statt nachhaltiger Weihnachtszauber
Geschichten über Weihnachten sind Geschichten über Wunder, Liebe und Gemeinschaft – und das Netflix Original “Ein klitzekleines Weihnachtswunder” hat gleich drei davon parat! Basierend auf der dreiteiligen Kinderbuchreihe des „Tatsächlich… Liebe“-Autors Richard Curtis, verwebt der zweite Film des britischen Animationsstudios Locksmith Animation die eigentlich voneinander losgelösten Erzählungen zu einem leidlich unterhaltsamen Familienfilm, der vornehmlich das ganz junge Publikum verzaubern dürfte, während die erwachsene Zuschauerschaft auf einen doppelten Boden verzichten muss. Der Humor ist entsprechend der Zielgruppe angepasst und dümpelt auf einem kindgerechten, aber nie ernsthaft amüsanten Niveau vor sich hin.

Ein Junge ist unglücklich verliebt, die sturmfreie Bude wird gebührend ausgenutzt und ein augenscheinlich ungleiches Zwillingsgespann muss erkennen, dass sie doch nicht so verschieden sind. Inhaltlich orientiert sich “Ein klitzekleines Weihnachtswunder” dabei vornehmlich an einem zeitgenössisch relevanten Themenspektrum, behandelt die durchaus vielschichtigen Motive wie Veganismus, Feminismus und Klimawandel eher stiefmütterlich und an der Oberfläche. Statt nachhaltig zum Denken anzuregen, wird der kindliche Schabernack zelebriert, während der Weihnachtsmann als Geschichtenerzähler aus weiter Ferne das bunte Treiben für das Publikum erzählerisch zusammenhält. Mit charismatischeren Figuren und einer besser strukturierten Erzählweise hätte “Ein klitzekleines Weihnachtswunder” sein Potenzial als solide Festtagsunterhaltung deutlich besser ausschöpfen können, doch so bleibt es beim oberflächlichen und uninspirierten Weihnachts-Einerlei, das weder emotional berührt noch nachhaltig im Gedächtnis bleibt.

Fazit
Oberflächlich erzählt und wenig originell, bleibt “Ein klitzekleines Weihnachtswunder” harmloser Kinderspaß, der Weihnachtszauber für Erwachsene vermissen lässt!

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