| Titel | Spellbound |
| Genre | Animation, Abenteuer |
| Jahr | 2024 |
| FSK | 6 |
| Regie | Vicky Jenson |
Starttermin: 22.11.2024 | Netflix
Wenn Eltern zu Monstern werden
Wenn Eltern zu Monstern mutieren, ist meist keine Vollmondnacht der Auslöser, sondern eine scheinbar harmlose Alltagssituation. Der Vater, der beim Abendessen das Smartphone konfisziert – betrachtet durch Kinderaugen ein tollwütig geiferndes Ungeheuer, das sich am Leid des eigenen Nachwuchses labt. Aus kindlicher Perspektive erscheint elterliche Fürsorge oft als Willkürherrschaft, ein autoritäres Regime, das jegliche Freiheit erstickt. Und doch: Hinter der vermeintlich monströsen Fratze lauert kein düsteres Wesen, sondern die liebevolle Absicht, ein behütetes Heranwachsen zu gewährleisten. Das muss auch Ellian feststellen, nachdem ihre Eltern plötzlich zu echten Monstern mutieren – im animierten Netflix Original “Spellbound”.

Und darum geht es…
Im magischen Königreich Lumbria sind die Monster los! Seitdem ihre Eltern, König Solon (Javier Bardem) und Königin Ellsmere (Nicole Kidman), im dunklen Wald in riesige Ungeheuer verwandelt wurden, steht die jugendliche Prinzessin Ellian (Rachel Zegler) vor einer Problem – und mit ihr auch die gesamte Bevölkerung von Lumbria. Als das Geheimniss nach einem Jahr des Versteckens auffliegt, will die Palastwache die Kreaturen fangen und fortschaffen. Also nimmt Ellian all ihren Mut zusammen und flüchtet gemeinsam mit ihren zotteligen Eltern, um sich auf eine abenteuerliche Suche nach einem Heilmittel zu begeben.

Ein durchschnittliches Animationsabenteuer
Vielleicht sind Eltern ja die Monster, die wir verdienen – nicht aus Grausamkeit, sondern aus Verantwortung. Aber Monster bleiben Monster – auch im Animationsfilm “Spellbound” – und die erweisen sich als weitaus anstrengender als zuvor noch im menschlichen Gewand. Wer nun jedoch denkt, nach den ersten Minuten bereits die bei dieser Art von Film obligatorische Botschaft durchdrungen zu haben, der bekommt im Schlussdrittel eine weitere, deutlich progressive Erkenntnis überreicht. Worauf die mit zahlreichen musikalischen Einlagen durchzogene Geschichte hinaus möchte, ist eine der wenigen echten Stärken, eines ansonsten ziemlich durchschnittlichen Animationsabenteuers.

Da das deutsche, vornehmlich auf synchronisierte Fassungen zurückgreifende Publikum von der namhaften Besetzung mit Javier Bardem, Nicole Kidman und Rachel Zegler wenig mitbekommen dürften, fällt eines der Hauptargumente für “Spellbound” schon einmal raus. Was dann noch bleibt ist eine kurzweilig erzählte Geschichte ohne nennenswerte Highlights die ausreichend Unterhält, darüber hinaus aber wenig zu bieten hat. Die Animationen sind nett, aber nicht einzigartig und der Humor, dem kindlichen Zielpublikum angepasst. Wer sich also einen schönen Fernsehabend mit seinen Kindern machen möchte, kann bedenkenlos einschalten – und das ganz ohne Sorge davor, als Monster betitelt zu werden!

Fazit
“Spellbound” hat Herz, aber wenig Biss: ein harmloses Monster-Abenteuer, das Kinder gut unterhält, aber keine bleibenden Spuren hinterlässt!

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