| Titel | Die Werwölfe von Düsterwald |
| Genre | Komödie, Abenteuer |
| Jahr | 2024 |
| FSK | 12 |
| Regie | François Uzan |
Starttermin: 23.10.2024 | Netflix
Eine Familie sucht sich einen Wolf!
Seherin, Hexe, Jäger, Dieb – oder doch der Werwolf! Wer sich mit Freund*innen für eine Partie Die Werwölfe von Düsterwald zusammensetzt, schlüpft für die folgenden Stunden in die Rolle eines von vielen Charakteren, die sich im fiktiven Mittelalterdorf Düsterwald auf Werwolfjagd begeben. Wer das Partyspiel Die Werwölfe von Düsterwald nicht kennt, der kennt bestimmt Mafia, oder eines der vielen Varianten des gemeinschaftlichen Rätselratens, bei dem es gilt, seine Mitspieler*innen zu Täuschen, falsche Fährten zu legen und andere dabei ans Messer zu liefern. Wer einer der titelgebend Werwölfe ist, versucht dies zu vertuschen, während die restlichen Akteur*innen auf Spurensuche gehen – und genau das ist, wie es der Name “Die Werwölfe von Düsterwald“ bereits verrät, auch der Plot des französischen Netflix Original!

Und darum geht es…
Diese Familienzusammenkunft in Form eines gemütlichen Spieleabends hätte sich Jérôme Vassier (Franck Dubosc) sicher anders vorgestellt. Um seinem dementen Vater Gilbert (Jean Reno) eine Freude zu bereiten und die ihm verbleibende Zeit so angenehm wie möglich zu gestalten, holt er kurzerhand das alte Spiel “Die Werwölfe vom Düsterwald” vom Dachboden und findet sich samt Familie plötzlich tatsächlich im von Werwölfen belagerten Mittelalter wieder. Zusammen mit seinem Vater, seiner Frau Marie (Suzanne Clément) und den drei gemeinsamen Kindern (Alizee Caugnies, Lisa Do Couto Texeira, Raphael Romand) muss er herausfinden, wer hinter den gefräßigen Monstern steckt, um heile wieder in die Gegenwart zurückzugelangen.

Versandet zwischen den Zielgruppen
Streng genommen mag “Die Werwölfe von Düsterwald” zwar nicht die erste Verfilmung des gleichnamigen, zum Lügen und Täuschen einladenden Gesellschaftsspiels sein, dafür aber das Vorlagengetreuste. Wo sich die Horrorkomödie „Werewolves Within“, basiert auf dem gleichnamigen Videospiel von Ubisoft, das wiederum auf der Offline-Variante basiert, als eine, um die Werwolf-Mythologie ergänzte Whodunit-Story der Marke Agatha Christi präsentierte, geht “Die Werwölfe von Düsterwald” in Sachen Genauigkeit zur Vorlage noch einige Schritte weiter. Wie in den jüngsten Jumanji-Ablegern mit Dwayne Johnson und Kevin Hart, werden die Protagonist*innen des familienfreundlichen Abenteuerfilms während einer Werwolf-Partie, in die echte Welt von Düsterwald gezogen, um dort sämtliche Fähigkeiten, Rollentypen und sonstige Spielmechanismen eins zu eins zu durchleben. Akkurater gegenüber seiner Inspirationsquelle könnte eine filmische Adaption eigentlich kaum sein.

Was “Die Werwölfe von Düsterwald” letztlich dann doch von der ähnlich ausgerichteten Jumanji-Reihe unterscheidet, ist, dass sich das Netflix Original trotz der Freigabe ab 12 ausschließlich an eine junge Klientel richtet. Trotz der Bemühungen den gesellschaftlichen Wandel als humoristisches Element – meist im Kontext Frauenrechte – mit einzuwerben, dümpelt die Gag-Qualität aufgrund des Überhangs an präpubertären Albernheiten, auf einem konsequent niedrigem Niveau. In Verbindung mit den albernen Kostümen und der auf Jugendfilm getrimmten Inszenierung, dürften sich dann höchstens noch die ganz Kleinen, am Werwolf-lastigen Treiben erfreuen, wenngleich dieses wiederum punktuell arg düster geraten ist und sich dadurch als Kinderfilm disqualifiziert. Eine echte Zielgruppe scheint es nicht zu geben, was das gesamte Projekt “Die Werwölfe von Düsterwald” eher entbehrlich macht.

Fazit
“Die Werwölfe von Düsterwald“ erweist sich als entbehrliches Projekt zwischen Kinderfilm und dann irgendwie doch zu erwachsen, das weder eine klare Zielgruppe noch innovative Ansätze bietet!

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