Ein ungleiches Paar!
Liebe ist ein Gefühl und kennt keine Regeln oder Grenzen. Sie ist mehr als nur ein harmonisches Einverständnis in Fragen wie Religion und persönlichen Interessen. Liebe ist, wenn zwei Menschen auf derselben Frequenz schwingen, auch wenn ihre Antennen verschieden ausgerichtet sind. Ja, gemeinsame Werte geben einer Beziehung Halt, aber es ist das Gefühl, das sie zum Fliegen bringt. Ein Gefühl, das Liebende am Rande des Verstandes tanzen lässt, sie ermutigt, über sich selbst hinauszuwachsen, Kompromisse einzugehen, Neues zu erkunden, sich gegenseitig zu respektieren und akzeptieren. Nichtsdestotrotz gibt es Werte und Glaubenssätze, die ein Zusammenleben nicht gerade einfacher machen – so auch in “Nobody Wants This”, der neuen starbesetzten Netflix Original Serie mit Kristen Bell!
Und darum geht es…
Auf den ersten Blick könnten Joanne (Kristen Bell) und Noah (Adam Brody) nicht unterschiedlicher sein. Während die Podcasterin sich selbst als Agnostikerin bezeichnet und für Gott keinen Platz in ihrem Leben sieht, hat sich der junge Rabbi dem Glauben verschrieben, wenngleich er es vermag, Tradition und Fortschritt stets unter einen Hut zu bringen. Als sich die beiden zufällig auf einer Party begegnen, sind die unterschiedlichen Weltansichten jedoch schnell vergessen und ehe sie sich versehen können, verlieben sie sich ineinander. Dies ist der Beginn einer Beziehung mit vielen Stolperfallen!

Unser Fazit nach zwei Episoden
Hausarbeit, Kommunikation, Kompromissbereitschaft – als wäre es nicht schon schwer genug, dem normalen Wahnsinn einer frischen Partnerschaft Herr zu werden, da bringt eine komplett diametral zueinander verlaufende Weltsicht, noch einmal eine neue, unkontrollierbare Komponente mit ins Spiel. Von den gesellschaftlichen Erwartungen und innerfamiliären Konflikten, die von außen auf die Beziehung einprasseln, ganz zu schweigen. Wenn also die von Kristen Bell gespielte Joanne, offen, emanzipiert, mit dem Herz auf der Zunge und frei von Tabus, in die konservativ-traditionelle Welt des praktizierenden Rabbiners Noah eintritt, sind unliebsame Diskussionen nicht weit. Dabei steht der weltoffene Noah selbst bereits zwischen diesen beiden Welten, gebildet, neugierig, frei von Vorteilen, während sein familiäres Umfeld in Joanne einen ungebetenen Eindringling wittert. Ein echter Clash of the Cultures bleibt in den ersten beiden Episoden von “Nobody Wants This” zwar noch aus, die unbestreitbare Chemie zwischen den sich Annähernden hingegen kommt voll zur Geltung.

“Nobody Wants This” entpuppt sich dabei als lockerleichte Feel Good-Unterhaltung mit zwei gut aufgelegten Stars, gewitzten Dialogen und sorgsam gezeichneten Charakteren. Begleitet von einem an die verspielten Komödien von Judd Apatow erinnernden Charm, gelingt es der Netflix Serie, schnell sein Publikum für sich zu gewinnen und legt dadurch früh den Grundstein für ein zum Binge Watching einladenden Seherlebnisses. Ähnlich einladend, wenn es um warmherzige Comedy geht, war zuletzt nur das Apple TV+ Original “Platonic” – wo wir wieder beim Judd Apatow-Vergleich wären. Es scheint fast so, als bekäme das in den letzten Jahren mehr und mehr eingestaubte Genre der romantischen Komödie mit “Nobody Wants This” nun endlich eine Frischzellenkur. Die Zutaten sind dieselben, nur wurden sie, seit sich Apatow anderen Stoffen zugewendet hat, nicht mehr so harmonisch aufeinander abgestimmt zusammengerührt. Manchmal derb, immer süß – das macht definitiv Lust auf die restlichen Episoden! Zum Glück gibt es ab heute bereits alle zehn, rund 30-minütigen Folgen auf Netflix zu streamen. Guten Appetit!

„Nobody Wants This“ ab dem 25.09.2024 exklusiv auf Netflix streamen!


