| Titel | Eifersucht (OT: Killer Heat) |
| Genre | Thriller, Krimi |
| Jahr | 2024 |
| FSK | 16 |
| Regie | Philippe Lacôte |
Starttermin: 26.09.2024 | Prime Video
Joseph Gordon-Levitt auf Mördersuche in Kreta!
Die Sonne brennt auf pastellfarbene Fassaden, die Palmen wiegen sich sanft im Wind, das Meer glitzert verheißungsvoll – und hinter der einladenden Fassade, da brodelt das Verbrechen. Der Kontrast zwischen idyllischer Kulisse und dunklen Machenschaften hat eine unheimliche Anziehungskraft. Wir sind fasziniert von dem Gedanken, dass der augenscheinlichen Schönheit nicht zu trauen ist. Je heller das Licht, desto finsterer die Schatten. Das war schon 1999 in “Der talentierte Mr. Ripley” so, und funktioniert auch noch heute, wie die Horror-Überraschung “Blink Twice” zuletzt auf den Kinoleinwänden zeigte. Auch im Amazon Original “Eifersucht” verstecken sich menschliche Abgründe hinter trügerischem Idyll und projizieren eine Disharmonie zwischen griechischen Urlaubsflair und kriminellen Strukturen auf die heimischen Bildschirme – und mittendrin “Inception”-Darsteller Joseph Gordon-Levitt!

Und darum geht es…
Nick Bali (Joseph Gordon-Levitt) hat sein altes Leben in den Vereinigten Staaten von Amerika längst hinter sich gelassen, zugunsten der mediterranen Küsten von Griechenland. In Kreta arbeitet er als Privatermittler – und mit dem Tod des jungen Reederei-Magnaten Leo Vardakis (Richard Madden) steht bereits ein neuer Fall ins Haus. Nachdem das überraschende Ableben von den örtlichen Behörden als Unfall abgestempelt und die Ermittlungen eingestellt wurden, wendet sich Penelope (Shailene Woodley), die Schwägerin des Opfers Hilfe suchend an Bali, der sich umgehend ans Werk macht. So einflussreich und mächtig die Vardakis sind, so groß ist die Missgunst von Außen aber auch innerhalb der eigenen Reihen, was die Suche nach einem potenziellen Mörder zu einem gefährlichen und undurchsichtigen Unterfangen macht!

Weiße Hosen, statt schwarze Mäntel!
Eine verführerische Femme fatale, ein handlungsbegleitendes Voice-Over, ein mysteriöses Verbrechen – wenn das mal nicht nach einem klassischen Noir Thriller klingt! Wer die Liste nun gedanklich vervollständigt und an düstere Bilder, verregnete Nächte und schwarze Wollmäntel denkt, könnte jedoch nicht ferner liegen. Einerseits bedient “Eifersucht” genau die dramaturgischen und inszenatorischen Motive, die man von ähnlich gearteten Filmen kennt und erwartet, während die sonnigen Promenaden von Kreta so gar nicht ins Bild passen möchten. Statt die Entscheidung zuende zu denken, also voll auf knallig-bunte Sommervibes zu setzen und mutig zu sein, scheint sich “Eifersucht” nie wirklich zu trauen, das mediterrane Setting vollständig einzusetzen. Das Ergebnis ist dann doch eher trostlos und gleichzeitig immer noch zu sommerlich, um einer vermeintlich finsteren Atmosphäre dienlich zu sein. Immerhin die per Voice-Over wiederholt angesprochenen weißen Hosen, erweisen sich als kontrastreiches Gegenstück zum obligatorisch schwarzen Trenchcoat.

Ob nun Fedora mit Mantel, oder Leinenhose mit Surferlocken – am Charakterdesign sollte ein gutes Drehbuch nicht scheitern. Wenn das jedoch über das Zitieren generischer Plotelemente bekannter Detektivgeschichten nicht hinausgeht und auch die Charaktere dem Einmaleins der Stereotypen entsprungen sind, sieht es trotz der brütend heißen Sonne im Zenit finster aus. Entsprechend blass bleiben auch die Stars. Wenngleich Joseph Gordon-Levitt und Shailene Woodley von ihrer bisherigen Vita profitieren können und grundsätzlich gern gesehene Gesichter sind, bekommen sie hier kaum etwas zu tun. Was dann noch bleibt sind pseudo-philosophische Monologe über Ikarus und griechische Gottheiten und ein träge vorgetragener Plot, dem es sowohl an einem spannenden Mysterium als auch an Tempo fehlt. Die solide Auflösung kann da auch nicht mehr viel retten.

Fazit
„Eifersucht“ versucht Sonne mit Schatten zu mixen, bleibt aber zwischen Noir-Klischees und Sommer-Setting im Zwielicht stecken!

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