Azrael: Kritik zum Horrorthriller – Samara Weaving als Screem Queen!

Azrael 2024 Film
TitelAzrael
Genre Horror, Thriller
Jahr2024
FSKungeprüft
RegieE.L. Katz

Fantasy Filmfest 2024

Scream Queen Samara Weaving im Kampf gegen eine mysteriöse Sekte

Wer erinnert sich nicht an Samara Weavings eindringliche Schreie im Horrorhit „Ready or Not“? Seitdem hat die Australierin sich als Scream Queen etabliert und mit Rollen in „The Babysitter“ und „Scream VI“ ihren Platz im Horrorgenre gesichert. In ihrem neuesten Werk, „Azrael“, führt sie uns tief in die Wildnis, wo sie sich bösartigen Kreaturen stellen muss. Doch für alle, die auf ihren markanten Schrei hoffen, gibt es eine Überraschung: „Azrael“ verzichtet komplett auf Dialoge. Ist dies der nächste „A Quiet Place“ – oder etwas völlig anderes?

Azrael 2024 Film
Azrael ©Plaion Pictures

Und darum geht es…

In einer dystopischen Welt, in der Stille herrscht, gelingt es der jungen Azrael (Samara Weaving), den Fängen einer mysteriösen und gefährlichen Sekte zu entkommen. Diese will sie opfern, um unheimliche Wesen zu besänftigen, die in den finsteren Wäldern lauern. Doch während ihrer Flucht kommt Azrael den blutrünstigen Monstern immer näher, und ein tödlicher Kampf ums Überleben beginnt.

Stille Schreie in einem blutigen Überlebenskampf

Wer kein Fan von übermäßiger Exposition ist, kann hier aufatmen: „Azrael“ erklärt rein gar nichts und wirft das Publikum blind und ohne Vorwarnung direkt ins Geschehen. Das Einzige, was klar ist, ist, dass die Handlung in einer Zeit nach der biblischen Entrückung spielt. Doch statt weiterer Erklärungen folgt E.L. Katz konsequent dem Prinzip „Show, don’t tell“ und treibt es dabei auf die Spitze. Hinweise auf die Hintergründe liefern lediglich rätselhafte Wandzeichnungen. Nur wenige Charaktere können überhaupt sprechen, und die eine Person, die es tut, spricht Esperanto – was nur verständlich ist, wenn man der Sprache mächtig ist. Andernfalls streift man als Zuschauer genauso orientierungslos und ahnungslos durch die Handlung wie Samara Weavings titelgebende Azrael. Der Film nutzt diese Desorientierung geschickt, um eine dichte, atmosphärische Spannung aufzubauen. Der minimalistische Ansatz und das völlige Fehlen von Erklärungen mögen für manche zu wenig Substanz bieten, doch wer sich darauf einlässt, erlebt kurzweilige Unterhaltung.

Azrael 2024 Film
Azrael ©Plaion Pictures

Besonders dank einer starken Samara Weaving, die auch ohne ihren markanten Schrei eine beeindruckende Performance zeigt. Mit ihrer Mimik und intensiven Augenarbeit schafft sie es, mehr auszudrücken als so mancher Schauspieler mit langen Dialogen. Ihre stille, aber kraftvolle Darstellung ermöglicht es dem Zuschauer, ihre emotionale Reise mitzuverfolgen – vom verletzlichen Opfer bis hin zum blutigen Racheengel, der sich blutgetränkt durch die Sekte metzelt. Liebhaber praktischer Effekte kommen dabei voll auf ihre Kosten. Regisseur E.L. Katz setzt auf detailreiche, brutale Darstellungen, die dem Film eine blutige Note verleihen. Die Monster sind dabei besonders furchterregend: mit pechschwarzer Haut und einem roten Schimmer um ihre teuflisch leuchtenden Augen erinnern sie an verbrannte Versionen der Kreaturen aus „The Descent“ und sorgen für Gänsehautmomente. Das düstere Waldsetting in „Azrael“ wirkt fast wie ein eigener Charakter. Mit eindringlicher Beleuchtung und einem intensiven Sounddesign erzeugt es eine unheilvolle Atmosphäre, bei der Erinnerungen an Horrorklassiker wie „Wrong Turn“ oder „The Village“ aufkommen.

Azrael 2024 Film
Azrael ©Plaion Pictures

Fazit

Wer auf Dialoge und große Erklärungen verzichten kann, erhält mit „Azrael“ kurzweilige, blutige Unterhaltung, die von der starken Leistung der Hauptdarstellerin Samara Weaving und eindringlichen praktischen Effekten getragen wird. Ein gelungener Beitrag zum Survival-Horror!

Bewertung: 4 von 5.
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