Project Silence: Kritik zum Creature-Horror aus Südkorea – Im Nebel lauert der Tod!

Project Silence 2023 Film
TitelProject Silence
Genre Horror, Thriller
Jahr2023
FSKungeprüft
RegieKim Tae-gon

Fantasy Filmfest 2024

Wenn der beste Freund des Menschen zur Gefahr wird

Dichter Nebel und unheimliche Kreaturen, die darin lauern? Das klingt ganz nach Stephen Kings Klassiker „Der Nebel“, dessen schockierendes Ende bis heute für Gesprächsstoff sorgt. Doch der koreanische Regisseur Kim Tae-gon verleiht diesem Konzept in „Project Silence“ seinen eigenen Twist: Er kombiniert die düstere, neblige Atmosphäre mit einem explosiven Katastrophenszenario und einem packenden Creature Feature. Perfekt geeignet, um das diesjährige Fantasy Filmfest das Blut in den Adern gefrieren zu lassen.

Project Silence 2023 Film
Project Silence ©capelight pictures

Und darum geht es…

Ein dichter Nebel breitet sich über die Incheon-Brücke in Seoul aus und verursacht eine verheerende Massenkarambolage, gefolgt von einer gewaltigen Explosion. Die Überlebenden befinden sich in einer nahezu aussichtslosen Lage: Auf der einen Seite droht der Einsturz der Brücke, auf der anderen dringt giftiges Gas aus einem verunglückten LKW. Doch die wahre Gefahr lauert in einem geheimnisvollen Militärtransporter…

Survival-Thriller mit einem Hauch von Lacher

Creature Feature ist bei „Project Silence“ vielleicht etwas zu weit hergeholt. Tatsächlich handelt es sich bei den blutrünstigen Monstern um eine Horde von Hunden, die darauf programmiert wurden, Menschen zu töten. Und dennoch kann man bei den Beweggründen der Tiere und den Hintergründen des barbarischen Projektes nicht anders, als mit ihnen mitzufühlen. Zusätzlich kommen die Hunde nicht immer so bedrohlich daher, wie es Regisseur Kim Tae-gon wohl beabsichtigt hat, was auch am eher fragwürdigen CGI liegt, mit dem die Kampfhunde erstellt wurden. Tatsächlich könnte man fast sagen, dass man die Vierbeiner gar nicht unbedingt gebraucht hätte. Die Massenkarambolage, der folgende Brückeneinbruch und das austretende Gas sind bereits spannend genug, um daraus einen mitreißenden Survival-Thriller zu machen. Am packendsten ist nicht der Aspekt des Tierhorrors, sondern die kritischen Situationen, in denen die Charaktere sich mit dem drohenden Einsturz auseinandersetzen müssen.

Project Silence 2023 Film
Project Silence ©capelight pictures

Die Charaktere und ihre Beziehungen zueinander werden schnell etabliert und, ganz im Sinne typischer Blockbuster-Manier, nicht tiefer beleuchtet. Jeder hat seinen festgelegten Charakterzug, sei es der böse Wissenschaftler oder der Comic Relief, ohne dass jemals davon abgewichen wird. Das ist für die Art des Films zwar ausreichend, aber eine wirkliche emotionale Verbindung baut man zu kaum jemandem auf. Die Vater-Tochter-Dynamik zwischen Jeong-Won und Kyeong-min erinnert stark an die in „Train to Busan“, erreicht jedoch niemals deren Intensität. Stattdessen stiehlt Ju Ji-hoon als Joe Park die Show und sorgt immer wieder für Lacher. Ein Running Gag über eine geschuldete Summe wird vielleicht das ein oder andere Mal zu oft aufgegriffen, funktioniert aber dennoch. Überhaupt ist es der Humor, der „Project Silence“ trägt und die angespannte Situation auflockert. Abgesehen davon geht Tae-gons Werk ganz generische Wege und folgt einem bekannten Muster. Das ist unterhaltsam, bietet jedoch wenig Überraschungen.

Project Silence 2023 Film
Project Silence ©capelight pictures

Fazit

„Project Silence“ kombiniert Humor mit Spannung und bietet unterhaltsame Survival-Szenarien. Ju Ji-hoon stiehlt die Show, während die blutrünstigen Hunde selten wie eine ernsthafte Bedrohung wirken. Ein solider Tierhorror-Thriller, der jedoch wenig Neues bietet.

Bewertung: 3 von 5.
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