| Titel | The Strangers: Chapter 1 |
| Genre | Horror, Thriller |
| Jahr | 2024 |
| FSK | 16 |
| Regie | Renny Harlin |
Heimkinostart: 06.09.2024
Die Maskerade geht weiter!
Ob Man in the Mask mit seinem Leinensack und der kalten, kontrollierten Bedrohung, die ihn umgibt, Dollface mit ihrer Puppenmaske als perfide Kombination scheinbarer Unschuld und grausamer Brutalität oder Pin-Up Girl mit ihrer 50er-Jahre-Maskerade als verzerrtes Bild von Weiblichkeit und Grauen – drei Killer*innen, kein Motiv, allesamt tödlich. Die scheinbare Willkür mit dennen sich die drei Maskierten durch den Home Invasion Thriller “The Strangers” (2008) mörderten, generierte schnell einen Hype, der auch im Jahr 2024 noch nicht abgerissen zu sein scheint. Nach einer mäßig erfolgreichen Fortsetzung, beginnt mit “The Strangers: Chapter 1” nun scheinbar eine ganz neue Ära für das todbringende Trio rund um Man in the Mask – unter der Regie von Renny Harlin („The Bricklayer“)!

Und darum geht es…
Für Jeff (Ryan Bown) und Maya (Madelaine Petsch) endet das gemeinsame Wochenende abrupt mit einer Fahrzeugpanne irgendwo in der Provinz von Oregon. Zum Glück findet das Pärchen schnell Hilfe in der nächstgelegenen Werkstatt sowie eine Unterkunft in einem abgelegenen Wäldchen, um während der Reparatur etwas zur Ruhe zu kommen. Ein friedlicher Zustand, der sich nicht lange hält: Als sich mitten in der Nacht plötzlich eine Gruppe Maskierter vor ihrem Haus versammelt, ist dies der Auftakt eines wahr gewordenen Albtraums und ehe sie sich versehen, befinden sich Jeff und Maya in einem tödlichen Katz-und-Maus-Spiel!

Der Beginn einer neuen Trilogie
Der Name lässt schon Böses ahnen, da ist “The Strangers: Chapter 1” noch nicht einmal angelaufen, um das ungute Gefühl tatkräftig zu untermauern: Chapter 1, das erste Kapitel. Doch wovon? Einer neuen Trilogie einer etablierten Marke? So wie sie jüngst mit “Scream 5” eingeleitet wurde, oder David Gordon Greens “Halloween”, der mit “Der Exorzist – Bekenntnis” dasselbe Spielchen gleich noch einmal durchziehen wollte und kläglich scheiterte? Wieso muss es immer gleich eine drei Teile umfassende Saga sein, wenn doch bereits das Original, also “The Strangers“ aus dem Jahr 2008, kaum das Zeug zum abendfüllenden Spielfilm hatte? Innovationen waren bereits dort eher Mangelware, wenngleich die minimalistische Prämisse durchaus ihren Reiz mit sich brachte. Nach der noch einmal deutlich schwächeren Fortsetzung „The Strangers: Opfernacht“ wird mit “The Strangers: Chapter 1” nun also alles auf Anfang gesetzt, oder besser gesagt, einfach dort weitergemacht, wo aufgehört wurde. Die charakteristischen Masken bleiben. Die Grundidee auch. Neue Impulse gibt es keine.

Wie schon das Original verkauft sich “The Strangers: Chapter 1” gewissermaßen als Nacherzählung wahrer Begebenheiten. Dass die einzige Grundlage, die ist, dass irgendjemand, irgendwann, irgendwo, irgendeinen ermordet hat, lässt diese Behauptung natürlich ziemlich lächerlich wirken. Unter diesem Gesichtspunkt könnte sich quasi jeder Slasher das Prädikat “nach einer wahren Begebenheit” auf die Fahne schreiben. “The Strangers: Chapter 1” rudert hier zwar etwas zurück, wirkt mit der an Banalität kaum zu überbietenden Texttafel zu beginnen, aber nicht minder albern. Aber sei’s drum, solange der Terror stimmt. Erst subtil mit eiernden Schallplatten, Schatten in der Dunkelheit, regungslos lauernde Killer*innen, dann frontal, Axt schwingend, die Opfer durch die Nacht treibend, orientiert sich das Soft-Reboot daran, was bereits in den anderen Teilen bemüht wirkte und auch hier selten mit Spannung und Glaubwürdigkeit belohnt wird.. Im Finale dann mutiert “The Strangers: Chapter 1” vollständig vom bedingt unterhaltsamen Home Invasion Thriller zum austauschbaren Wald und Wiesen-Slasher.

Fazit
Selten logisch, bedingt spannend – wenn das der Startschuss für eine Trilogie ist, dann bleibt nur zu hoffen, dass die guten Ideen erst noch kommen.


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