| Titel | The Instigators |
| Genre | Action, Komödie |
| Jahr | 2024 |
| FSK | 12 |
| Regie | Doug Liman |
Starttermin: 09.08.2024 (Apple TV+)
Ocean’s Eleven Boston-Style
Mehr als nur eine Stadt, ein Protagonist. Wenn die aus Boston stammenden BBFs Ben Affleck und Matt Damon ihre Heimatstadt in Szene setzen, dann richtig. Boston ist für die beiden nicht nur Kulisse, sondern ein lebendiger Charakter, der die Geschichten ihrer Filme prägt und all die Figuren und Handlungsstränge darin maßgeblich beeinflusst. Das gilt für ihr großes Drehbuchdebüt “Good Will Hunting” ebenso wie für den in den düsteren Seitengassen von Charlestown spielenden Thriller “The Town” von Ben Affleck alleine. Ohne seinen treuen Wegbegleiter, dafür aber mit dessen Bruder Casey Affleck an der Seite, treibt es Matt Damon auch in “The Instigators” wieder nach Boston. Das Skript von Casey Affleck und Chuck MacLean. Ben Affleck und Matt Damon als Produzenten. Hinter der Kamera der Mann, der vor kurzem noch Jake Gyllenhaal als Kneipenschläger in “Road House” inszenierte – und viele weitere Stars, egal wo man hinschaut. Aber ist das auch gut?

Und darum geht es…
Boston: Ex-Marine Rory (Matt Damon) hat neben einem dicken Schuldenberg, den er über die Jahre angehäuft hat, auch noch einen Sorgerechtsstreit, der ihm schlaflose Nächte beschert. Da wird es Zeit, das Lebenskonzept zu überdenken und sich auch mal über das Gesetz zu stellen, um die eigenen Interessen zu vertreten. Gemeinsam mit dem Ex-Knacki Cobby (Casey Affleck) und dem Kleinkriminellen Scalvo (Jack Harlow) wird er von Mr. Besegai (Michael Stuhlbarg) beauftragt, die Wahlkampfparty des korrupten Bürgermeisters Miccelli (Ron Perlman) auszurauben. Doch der Coup geht schief und Rory und Cobby stecken plötzlich in einer ausweglosen Situation – gejagt von den Cops, ihren Auftraggebern und den Schergen des Bürgermeisters, beginnt eine rastlose Hetzjagd durch Boston…

Viel Starpower, wenig Substanz
Wenn Apple TV+ eines ihrer raren Originals, egal ob in Film- oder Serienform, veröffentlicht, dann kann man sich sicher sein, dass in Sachen Production Value und Starpower geklotzt und nicht gekleckert wird. Dafür dass das längst kein Garant für Qualität ist, gibt es genügend Negativbeispiele wie “Ghosted” und “The Family Plan”, sodass es letztlich doch eher die kleinen Indie-Überraschungen (“Cha Cha Reel Smooth”, “Flora and Son”) sind, die sich nachhaltig ins Gedächtnis brennen. Irgendwo dazwischen siedelt sich nun “The Instigators“ ein, eine Odyssee durch die verregneten, stilecht in triste, blautöne getauchten Straßen von Boston. Hier treffen trockener Humor, auf depressive Stimmung und fusionieren sich zu einem interessanten Gegenentwurf zu klassischen Heist-Movies der Marke “Ocean’s Eleven“. Boston Style!

Dass “The Instigators“ Probleme damit hat, einen flüssigen Erzählfluss und dadurch Tempo zu generieren, macht der komödiantische Coup-Thriller mit seinem spielfreudigen, bis zur kleinsten Nebenrolle prominent besetzten Cast und den trocken-humorigen Dialogen wieder wett. Wenn man Casey Affleck und Matt Damon bei ihrem bissigen Schlagabtausch, und/oder den gut aufgelegten Gaststars (u.a. Alfred Molina, Paul Walter Hauser und Ron Perlman) zusehen darf, gerät der doch arg banale Plot schnell in den Hintergrund. Hätten Affleck und MacLean bei der Geschichte ähnlich viel Sorgfalt wie bei den Dialogen walten lassen, dann hätte “The Instigators“ der zunehmenden Ziel- und Orientierungslosigkeit frühzeitig entgegenwirken können. So driftet das Apple TV+ Original mehr und mehr in unglaubwürdige Banalitäten ab – was die unterkühlte (Anti-)Heist-Komödie zu einem am Ende doch eher durchschnittlichen Erlebnis verkommen lässt.

Fazit
„The Instigators“ glänzt durch Starpower und Dialogwitz, doch stolpert über seinen banalen Plot!

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