| Titel | Nicht alles ist verhandelbar |
| Genre | Thriller, Komödie |
| Jahr | 2024 |
| FSK | 12 |
| Regie | Juan Taratut |
Starttermin: 26.07.2024 (Netflix)
Ein Genre-Mix in Geiselhaft
Der Balanceakt zwischen Beruf und Privatleben gleicht nicht selten einem Drahtseilakt, bei dem man versucht, in der einen Hand die Karriere und in der anderen das Eheleben zu jonglieren – besonders wenn der Job es verlangt, scheinbar ständig die Welt retten zu müssen. Da kann es schon einmal passieren, dass nach getaner Arbeit der Held des Alltags zum Antihelden des Familienlebens mutiert. Was bei vielen im Scheidungskrieg endet, hat für den Protagonisten des mexikanischen Netflix Thrillers “Nicht alles ist verhandelbar” darüber hinaus noch weitaus größere Folgen!

Und darum geht es…
Mexiko: Als spezialisierter Verhandlungsführer bei Geiselnahmen hat Alan Binder (Mauricio Ochmann) auch privat jede Menge Ballast mit sich herumzuschleppen. Das geht auch an seiner Ehe nicht spurlos vorbei, die aufgrund seiner ständigen Abwesenheit kurz vor dem Aus steht. Wie weitreichend die Auswirkungen seines Handelns sein können, muss Alan erfahren, als sich plötzlich auch seine Ehefrau (Tato Alexander) in den Händen von skrupellosen Kidnappern befindet. Grund hierfür ist sein jüngster Einsatz, bei dem kein Geringerer als der mexikanische Präsident entführt wurde. Die Forderung: 30 Mio Pesos in 30 Minuten. Jetzt heißt es handeln, ehe es zu spät ist…

Gut gemeint, okay gemacht
Geiselthriller, Beziehungskomödie oder Politsatire? Wenn es nach “Nichts ist verhandelbar geht, ist diese Aufzählung diverser Subgenres keinesfalls ein Grund für ein optionales Oder, sondern die Einladung für ein genreübergreifendes Miteinander, weshalb Juan Taratut den Konjunktiv kurzerhand durch ein Und ersetzt. Im Grunde keine schlechte Idee, mal abgesehen davon, dass diese im engen Laufzeit-Korsett von nicht einmal eineinhalb Stunden (inklusive Abspann) kaum aufgehen kann. Statt die Elemente organisch miteinander verschmelzen zu lassen, hüpft das mexikanische Netflix Original der straffen Spielzeit geschuldet eher willkürlich zwischen Spannung, Quatsch und Political Empowerment hin und her. Was einerseits für ein ordentliches Tempo sorgt, wirkt bei näherer Betrachtung nie ganz zu Ende gedacht.

Während “Nichts ist verhandelbar” auf der Habenseite also eine durchaus spannend erzählte Geschichte aufweisen kann, trägt die chronische Oberflächlichkeit bei der Beackerung der einzelnen Themenfelder kaum Früchte. Das zugegebenermaßen etwas lange Prädikat “Für einen seichten Filmabend ausreichend, für ein nachhaltiges Seherlebnis kaum geeignet” ist immerhin mehr als man dem Großteil, der exklusiv auf Netflix erschienenen Streaming Originals zuschreiben kann und hinterlässt entsprechend keinen fahlen Beigeschmäckern. Solide gespielt, zweckmäßig geschrieben und handwerklich kompetent umgesetzt – wem das reicht, der darf sich gerne für eine filmische Exkursion nach Mexiko begeben.

Fazit
“Nichts ist verhandelbar” bietet durchschnittliche Netflix-Unterhaltung. Wenig nachhaltig, aber durchaus unterhaltsam!

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