| Titel | Space Cadet |
| Genre | Komödie |
| Jahr | 2024 |
| FSK | 12 |
| Regie | Liz W. Garcia |
Starttermin: 04.07.2024 (Prime Video)
Natürlich Blond goes Space Camp
Wollten wir nicht alle einmal Rockstar oder Astronaut*in werden? Kinderträume sind bunt, grenzenlos und sehnsüchtig in eine Zukunft voller Abenteuer, Ruhm und Heldentum gerichtet. Doch die Welt ist nur in den seltensten Fällen ein Wunschkonzert, und das Versprechen, man könne alles erreichen, wenn man nur fest daran glaubt, meist nichts anderes als ein nett gemeinter Schwindel. Wer etwas erreichen möchte, benötigt schon etwas mehr als nur guten Willen. Nicht so in der neuen Amazon Original Komödie “Space Cadet” mit Emma Roberts – einem Ort an dem ein ehrliches Lächeln Tür und Tor öffnet und die Logik auf dem Absatz kehrt macht.

Und darum geht es…
Schon von klein auf träumt Tiffany „Rex“ Simpson (Emma Roberts) davon, Astronautin zu werden. Doch statt sich für ihren Traum ins Zeug zu legen, führt sie lieber ein entspanntes Partyleben als Barkeeperin im sonnigen Florida. Als sie genug von ihrem Job hat, entscheidet sie sich dazu, ihr Leben umzukrempeln – und die Bewerbungsphase der NASA ist genau die richtige Motivation. Um ihre Vita etwas aufzubessern, fälscht sie ihren Lebenslauf und wird prompt als Kandidatin für den begehrten Ausbildungsplatz in Erwägung gezogen. Jetzt steht sie vor der Herausforderung, sich der schwierigen Aufnahmeprüfung zu stellen und gleichzeitig sicherzustellen, dass ihr Schwindel nicht auffliegt – eine Aufgabe, die durch ihre aufgeweckte Art zusätzlich erschwert wird.

Wo ist Will Ferrell, wenn man ihn braucht?
Herzlich willkommen in der puderrosaroten Du kannst alles erreichen was du willst-Märchenwelt von “Space Cadet”, einer von Plotholes und Anschlussfehlern gepflastertem Drehbuchhölle, die alle Zutaten für eine alberne Persiflage mit sich bringt, um diese dann doch lieber in eine From Zero to Hero-Aufstiegsgeschichte zu verwursten. Was sich auf dem Papier wie die nächste Gaga-Komödie der Marke “Die Eisprinzen” oder “Anchorman – Die legende von Ron Burgundy” liest, entpuppt sich stattdessen als völlig azyklischer Natürlich Blond-Abklatsch, nur eben im Space Camp-Setting statt an einer juristischen Fakultät. Einen Will Ferrell („Spirited“), der sich nach Herzenslust zum Affen macht, sucht man hier ebenso vergeblich wie das gewisse Maß an Bodenhaftung, das Reese Witherspoon bei ihrer Jura-Karriere in Pink zumindest etwas Glaubhaftigkeit verlieh.

Aber erst einmal alles auf Anfang. Dass die Prämisse hinter “Space Cadet” Quatsch ist, das ist klar, im Rahmen einer Komödie, die in erster Linie der Unterhaltung dient, aber nicht weiter schlimm. Dass das Amazon Original im Laufe der viel zu langen, beinahe zwei Stunden Spielzeit immer wieder einen obendrauf setzt, aber spätestens nach dem ersten Drittel unerträglich. Selbiges trifft auf den Humor zu, der statt die Lachmuskeln anzusteuern, lieber frontal in Richtung Fremdschamzentrum vorbringt und permanent darauf herumhacken – stereotype Charaktere und deplatziertes Overacting inklusive. Währenddessen eignet sich Rex per Selbststudium im Schnelldurchlauf, was andere, weitaus schlauer Köpfe über Jahre an der Uni in ihre Schädel hämmern, in wenigen Wochen nebenbei an, mutiert, mir nichts, dir nichts, zur Kampfjet-Pilotin und stellt am Ende selbstverständlich auch noch eine Rettungsaktion im Weltall (!!!!) auf die Beine – und das immer noch ohne Will Ferrell-Vibes und immer noch viel zu ernst gemeint. Da wundert es kaum, dass die eigentlich als antagonistischer Gegenpol zu Rex angelegte Power-Mutti Stacy (Desi Lydic) noch die angenehmste Figur des ganzen Films ist…

Fazit
„Space Cadet“ ist eine von Logiklöchern und Anschlussfehlern geprägte Komödie, die durch übertriebenes Overacting und stereotype Charaktere schnell unerträglich wird. Das Amazon Original scheitert daran, humorvoll zu unterhalten, und entpuppt sich stattdessen als unglaubwürdiger „Natürlich Blond“-Abklatsch im Weltraum-Setting.

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