The Mental State – Unter Verdacht

The Mental State Film 2022
TitelThe Mental State – Unter Verdacht
Genre Thriller, Drama
Jahr2022
FSK16
RegieJames Camali

Heimkinostart: 24.05.2024

Ein emotionaler Weckruf für die Gesellschaft

Laut aktuellen Studien leiden ungefähr 26% aller Amerikaner unter psychischen Problemen, fast 34% davon sind zwischen 18 und 25 Jahre alt. Die Dunkelziffer ist dabei wahrscheinlich noch deutlich höher. Und doch werden die Betroffenen nicht immer ernst genommen, die Beschwerden kleingeredet, und auch Hilfe ist schwer zu bekommen. Grund genug für Regisseur James Camali, mit „The Mental State – Unter Verdacht“ ein packendes Thrillerdrama zu schaffen, das sich genau diesem Thema widmet.

The Mental State Film 2022
The Mental State ©Lighthouse Home Entertainment

Und darum geht es…

Als Teenager Andy (Jance Enslin) eines Tages vom Pastor seiner Kirche beauftragt wird, eine Gruppe von Kindern zu transportieren, passiert etwas Schreckliches: Ein bewaffneter Mann mit Maske eröffnet das Feuer auf den Truck. Zum Glück kommen alle mit dem Schrecken davon, und Andy wird als Held gefeiert. Doch als seine Tante Dana (Alyssa Sutherland), eine ortsansässige Polizistin, den Fall genauer untersucht, kommen Ungereimtheiten ans Licht. Auch Andys Mutter Angela (Carly Pope) beginnt, sich Sorgen um das Verhalten ihres Sohnes zu machen, der sich seit dem Tod seines Vaters in einer Abwärtsspirale befindet.

Auf den Spuren von „Donnie Darko“

Psychische Gesundheit beschäftigt die ganze Welt und ist vor allem bei jungen Menschen in den letzten Jahren zu einem großen Thema geworden. Seit der Pandemie hat sich dies besonders in den USA zu einer Krise entwickelt, zusätzlich zu anderen Problemen wie der Opioid-Epidemie und Schulamokläufen. „The Mental State – Unter Verdacht“ widmet sich direkt all diesen Themen und noch vielen mehr, übernimmt sich dabei aber gelegentlich. Weniger wäre hier mehr gewesen. Die erste Hälfte, in der wir Teenager Andy durch sein Leben begleiten, zieht sich an manchen Stellen, da alles recht eindeutig scheint. Man fühlt mit ihm mit, seine Perspektive der Geschehnisse macht Sinn, und alles wirkt sehr geradlinig, ohne große Überraschungen. Auch bei seinem Aufeinandertreffen mit einem mysteriösen Fremden ist es absolut vorhersehbar, zu welcher Auflösung das Ganze führen wird.

The Mental State Film 2022
The Mental State ©Lighthouse Home Entertainment

Doch dann kommt die deutlich stärkere zweite Hälfte daher, wechselt die Sichtweise der Charaktere und zeigt alle vorherigen Geschehnisse in einem neuen Licht. Hier kommt die Hilflosigkeit der Situation erst so richtig zur Geltung, was die Botschaft des Films noch einmal unterstreicht. Das erinnert ein wenig an den Thriller „I See You“, der vor ein paar Jahren erschien und einen ähnlichen Aufbau hatte, wenn auch mit einer komplett anderen Thematik. Die schauspielerischen Leistungen sind durchweg stark. Jance Enslin verkörpert Teenager Andy mit viel Feingefühl, Carly Pope liefert als verzweifelte Mutter eine facettenreiche Performance ab, und auch Alyssa Sutherland, die Horrorfans erst letztes Jahr in „Evil Dead Rise“ begeisterte, überzeugt mit einer Mischung aus Autorität und Wärme. Das Ende kommt kaum überraschend, ist jedoch nicht weniger ein emotionaler Schlag in die Magengrube und zeigt eindrücklich, wie oft Menschen mit psychischen Erkrankungen allein gelassen werden und welche schrecklichen Folgen dies für alle Beteiligten haben kann.

The Mental State Film 2022
The Mental State ©Lighthouse Home Entertainment

Fazit

„The Mental State – Unter Verdacht“ schwächelt in der ersten Hälfte mit seiner überladenen Botschaft und vorhersehbaren Wendungen. Doch durch einen interessanten Perspektivwechsel vollzieht der Film eine 180-Grad-Wendung und mündet in einem emotionalen Finale.

Bewertung: 3 von 5.
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