| Titel | Shirley |
| Genre | Biopic, Drama |
| Jahr | 2024 |
| FSK | 12 |
| Regie | John Ridley |
Starttermin: 22.03.2024 (Netflix)
Aller Anfang ist schwer!
In der Welt der Politik ist das Unvorhersehbare die einzige Konstante. Ein Blick zurück in die Geschichte offenbart ein faszinierendes Muster: eine Reihe von ersten Malen, die den Lauf der Menschheitsgeschichte verändert haben. Von revolutionären Ideen bis hin zu bahnbrechenden Entscheidungen hat die Politik stets neue Wege beschritten, die, heute selbstverständlich, in ihrer Zeit jedoch kaum vorstellbar waren. Auch wenn die US-amerikanische Demokratin Shirley Chisholm ihr erklärtes Ziel, die Präsidentschaft in den Vereinigten Staaten von Amerika, nie erreichte, war ihr Engagement doch ein wichtiger Beitrag und Anstoß für die darauffolgenden politischen Entwicklungen – selbst wenn diese bei weitem noch nicht abgeschlossen sind. Als erste afroamerikanische Abgeordnete im US-Repräsentantenhaus, erste Frau und dazu noch erste Afroamerikanerin überhaupt, die sich als Kandidatin für das Präsidentschaftsamt aufstellen ließ, war ihre Karriere von vielen ersten Malen geprägt. Das Netflix Original “Shirley” erzählt ihre Geschichte…

Und darum geht es…
Als Shirley Chisholm (Regina King) 1968 als erste afroamerikanische Abgeordnete in das US-Repräsentantenhaus einzieht, ist dies erst der Anfang ihrer Karriere. Chisholm will Präsidentin der Vereinigten Staaten von Amerika werden und damit für alle Frauen und alle Schwarzen in den USA ein Zeichen setzen. Dass dieser Weg kein Leichter sein wird, ist ihr bewusst. Mit dem Herz auf der Zunge und einem Team, dass sie vollumfänglich unterstützt (u.a. Lance Reddick, Lucas Hedges und Terrence Howard) startet sie als erste Schwarze Frau eine Wahlkampfkampagne und erntete dafür nicht nur Gegenliebe…


Eine starke Frau in einem okayen Biopic
Die Geschichte von Shirley Chisholm ist eine Geschichte, der Gehör verschafft gehört. Alleine der Umstand, dass nun die Wenigsten mit dem wegweisenden, wie mutigen Lebenswerk der demokratischen Präsidentschaftskandidatin vertraut sein dürften, rechtfertigt die Existenz des ab heute exklusiv auf Netflix verfügbaren Biopics mit dem schlichten Titel “Shirley”. Wie bereits beim diesjährigen Oscar®-Kandidaten “Maestro” oder dem im vergangenen Jahr erschienenen Politiker-Biopic “Rustin”, fehlt es aber auch “Shirley” am Gewissen etwas, dass das Drama von der stetigen Flut an den immergleichen biografischen Filmen abhebt. Dass “Shirley” neben den beiden genannten – ebenfalls Netflix Originals – dann doch eine bessere Figur macht, hat zwei marginale und doch entscheidende Gründe.

Wo die jüngsten Netflix Biopics, mit einem Auge immer Richtung Oscars® schielend, meist behäbig-dröge daher kamen und vor lauter erzählenswerter Geschichte – und Oscar®-Anbiederung zu vergessen schienen, das eher desinteressierte Publikum bei der Stange zu halten, kann “Shirley” von Anfang an ein angenehmes Tempo und eine große Portion Charme sein Eigen nennen. Regina King verleiht der selbstbewussten Politikerin dabei eine natürlich charismatische Aura und verkörpert die Titelheldin als nahbare Frau des Volkes, die ihrer Zeit weit voraus war, mit ansteckendem Enthusiasmus. Nichtsdestotrotz kommt auch “Shirley” dabei nur selten über standardisiertes Konventionen herkömmlicher Biopics hinaus und bleibt am Ende eben nur solide, wenngleich aufschlussreiche Unterhaltung.

Fazit
Standardisiertes Biopic mit Charme und Unterhaltungswert!

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