| Titel | Jane |
| Genre | Thriller, Drama |
| Jahr | 2022 |
| FSK | 16 |
| Regie | Sabrina Jaglom |
Starttermin: 23.02.2024 (Prime Video)
Madelaine Petsch hat Zukunftsangst
Für viele Schüler*innen in den USA ist die Highschool-Zeit nicht nur eine Phase der persönlichen Entwicklung, sondern auch ein Schlüsselzeitpunkt für die Zukunft und dementsprechend mit erheblichem psychischem Druck verbunden. Der ständige Drang, akademisch und außerschulisch herauszustechen, um die Aufmerksamkeit seitens renovierter Universitäten bei der Bewerbungsphase zu erregen, führt zu einem konstanten Gefühl der Überforderung. Viele leiden unter Stress, Angstzuständen und Depressionen. In “Jane” – ab dem 23. Februar 2024 exklusiv auf Prime Video verfügbar – bring eben dieser Zustand eine zielsichere Musterschülerin an die Grenzen ihrer Belastbarkeit – und jeglicher Moral!

Und darum geht es…
Olivia (Madelaine Petsch) hat auch noch ein Jahr nach dem Selbstmord ihrer besten Freundin Jane mit ihrer Trauer zu kämpfen und das ausgerechnet in der Zeit ihres Lebens, auf die sie so sehr hingearbeitet hat: die Bewerbungsphase für ihren weiten akademischen Weg. Bei ihren Bemühungen herauszustechen, um den Grundstein für die von ihr so sehnlichst herbei gewünschten Aufnahme an der Stanford University zu legen, verstrickt sie sich, von Panikattacken und Selbstzweifeln geplagt, immer tiefer in ein undurchsichtiges Geflecht aus Intrigen und Lügen. Begleitet wird sie dabei immer wieder von Erscheinungen ihre verstorbene Freundin, die, als sie das brach liegende Social Media Profil der verstorbene für ihre Zwecke missbraucht, weiter zunehmen und Olivia schließlich an einen Punkt bringen, an dem es kein Zurück mehr für sie gibt…


Zwischen ehrgeizigem Antagonismus und geheimnisvollem Thrill
Sympathiepunkte kann Olivia mit ihrer ehrgeizig-strebsamen Art und ihrer Scheuklappen-Attitüde; alles für das College, alles für die akademische Laufbahn; jedenfalls nicht sammeln. Erst in ihren wenigen Ausreißern der Befreiung, ob auf einer Party oder im freundschaftlichen Beieinander, kommt ein irgendwie doch liebenswerter Kern zum Vorschein, der ihr in den verletzlichen Momenten zugutekommt, und das Publikum emotional ausreichend involvieren lässt, um sie als Protagonistin zu akzeptieren. Trotz ihres antagonistischen Handelns, bleibt sie Bezugspunkt – selbst dann noch, wenn ihr diabolisches Grinsen das letzte ist, was die Zuschauer*innen zu sehen bekommen, ehe die Abspannmusik erklingt. Ohne die einnehmende Aura von “Riverdale”-Darstellerin Madelaine Petsch wäre “Jane” dieses Kunststück vermutlich nicht gelungen.

Während Petsch, mal unterkühlt, dann theatralisch emotional, das Publikum in den Bann ziehen kann und auch das übersinnlich angehauchte Mysterium um rätselhafte Postings und Geistererscheinungen für eine surreale Atmosphäre sorgt, bleibt das eigentliche Drama an der Oberfläche. Um das Cybermobbing, Leistungsdruck und mentale Gesundheit umfassende Themenspektrum, samt trauernder Schülerin, hinreichend aufzuarbeiten, bieten die rund 80 Minuten schlicht und ergreifend zu wenig Raum, vor allem, wenn man bedenkt, dass Sabrina Jaglom in diesem Zeitrahmen auch noch einen Mystery- sowieso einen Thrillerplot unterbringen muss. “Jane” wirkt dadurch stellenweise affektiert und auch gehetzt, wenngleich der Mix aus psychologischem Drama, Mystery-Flick und Teen–Thriller eigentlich sehr entschleunigt daherkommt.

Fazit
Sabrina Jaglom hätte gut daran getan, ihr Highschool-Thrillerdrama entweder um ein oder zwei Komponenten zu entschlacken, oder die knapp bemessene Laufzeit zugunsten tiefergehender Beleuchtungen zu erweitern. So bleibt “Jane” ein in Anführungszeichen nur guter, atmosphärisch-hypnotischer Film mit spannenden Ansätzen – ein großer Teil des Potenzials jedoch bleibt ungenutzt.

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