| Titel | The Last Stop in Yuma County |
| Genre | Thriller |
| Jahr | 2023 |
| FSK | ungeprüft |
| Regie | Francis Galluppi |
Fantasy Filmfest White Nights 2024

Ein neuer Stern am Regiehimmel
Die Hintergrundgeschichte von „The Last Stop in Yuma County“ ist beinahe genauso faszinierend wie der Film selbst. Der Regisseur, Francis Galluppi, hatte zuvor lediglich durch einige Kurzfilme und Musikvideos Aufmerksamkeit erregt. Um sein Regiedebüt zu realisieren, entschied er sich dazu, sein eigenes Haus zu verkaufen, um die Finanzierung für den Film sicherzustellen. Und dieses Risiko zahlte sich letztendlich aus: Der starbesetzte Streifen ist ein großer Hit auf den Fantasy Filmfest White Nights 2024 und erhielt begeisterten Applaus von den Zuschauern.

Und darum geht es…
Ein Messerverkäufer (Jim Cummings) befindet sich auf dem Weg zum Geburtstag seiner Tochter, als ihm plötzlich das Benzin ausgeht. Die einzige Tankstelle in der weiten Umgebung ist gerade dabei, auf die verspätete Treibstofflieferung zu warten. In der Hoffnung auf eine schnelle Lösung entscheidet er sich dazu, im anliegenden Diner zu warten, wo er die freundliche Kellnerin Charlotte (Jocelin Donahue) kennenlernt. Die Situation nimmt jedoch eine unerwartete Wendung, als zwei verdächtige Gestalten (Richard Brake und Nicholas Logan) das Diner betreten. Schnell wird klar, dass es sich bei ihnen um Bankräuber handelt, und die Situation droht außer Kontrolle zu geraten.

Auf den Spuren von Tarantino
Vorweg sei gesagt, dass Francis Galluppi mit „The Last Stop in Yuma County“ ein herausragendes Spielfilmdebüt gelungen ist. Nicht nur führte er Regie, sondern zeichnete sich auch für das Drehbuch und den Schnitt verantwortlich, was das Endergebnis noch eindrucksvoller gestaltet. Mit jeder Einstellung und jeder Dialogzeile merkt man, wie viel Herzblut in dem Projekt steckt und wie viele Gedanken Gallupi sich gemacht hat, um sicherzustellen, dass jedes Detail stimmig ist. Die Handlung ist simpel, jedoch durch geschickte Inszenierung mit minimalen Mitteln beeindruckend umgesetzt. Die Dialoge, die Kameraführung und der eindringliche Soundtrack tragen maßgeblich dazu bei, dass die Spannung kontinuierlich steigt. Die heikle Situation wird dabei immer wieder durch schwarzen Humor aufgelockert, wodurch dem Film jedoch keinesfalls etwas von seiner Intensität genommen wird. Im Gegenteil, hier wird gekonnt mit verschiedenen Genres gespielt, die ein stimmiges Gesamtbild ergeben.

Gallupi hat es geschafft, ein beeindruckendes Ensemble an Schauspielern zu gewinnen, zu dem nicht nur prominente Namen wie Jim Cummings oder Richard Brake gehören, sondern auch Horrorlegenden wie Barbara Crampton. Jede noch so kleine Rolle ist optimal besetzt, jeder Schauspieler ist in Höchstform, und kein Charakter, egal wie klein, wirkt überflüssig. Jeder trägt auf seine Weise zur Entwicklung der Handlung bei. Ein Thriller, der größtenteils auf eine einzige Location beschränkt ist, kann leicht eintönig werden. Dank der cleveren und humorvollen Dialoge, blutigen Gewaltszenen und unerwarteten Wendungen wird jedoch gewährleistet, dass die Zuschauer stets im Unklaren darüber bleiben, was als nächstes geschehen wird. Dadurch geht dem Film bis zum Ende hin nicht die Puste aus. Gallupi zollt mit seinem Werk Regielegenden wie Quentin Tarantino oder den Coen-Brüdern Respekt, verleiht dem Ganzen jedoch seine eigene Note und beweist bereits jetzt, dass er das Potenzial hat, bei den ganz Großen mitzuspielen.

Fazit
Francis Galluppi beeindruckt mit seinem Regiedebüt „The Last Stop in Yuma County“, das nicht nur durch eine durchdachte Handlung und überzeugende Dialoge, sondern auch durch ein beeindruckendes Ensemble glänzt. Die gelungene Mischung aus Spannung, schwarzer Humor und unvorhersehbaren Wendungen macht den Film zu einem fesselnden und unterhaltsamen Thriller.

Wie hat Dir „The Last Stop in Yuma County“ gefallen?

