Dream Scenario

TitelDream Scenario
Genre Komödie, Drama, Horror
Jahr2023
FSKungeprüft           
RegieKristoffer Borgli

Kinostart: 21.03.2024

Alle Kritiken der Fantasy Filmfest White Nights

Nicolas Cage, der Mann deiner Träume!

Was genau ist eigentlich ein Traummann? Auch wenn sich vermutlich die meisten auf Attribute wie liebevoll, loyal, intelligent und respektvoll einigen dürften, und auch ein guter Sinn für Humor erfahrungsgemäß weit mit oben in der Liste auftaucht, gehen die Vorstellungen von einem perfekten Partner, individuell wie wir doch alle sind, weit auseinander. Dass Nicolas Cage ein Traummann ist, steht hingegen außer Frage, zumindest wenn es darum geht, dass der von ihm in “Dream Scenario” verkörperte Jedermann Paul tatsächlich in jedermanns und jederfraus Träumen erscheint – und teilnahmslos herumsteht. Wenn das mal nicht der perfekte Stoff für eine Deutschlandpremiere im Rahmen der diesjährigen Fantasy Filmfest White Nights ist!

Und darum geht es…

Paul Matthews (Nicolas Cage) ist ein lustloser Familienvater und Professor mit einer Vorliebe für Evolutionsbiologie und Sorge um seine eigene Anonymität. Eines Tages stellt er fest, dass er mit zunehmender Häufigkeit in den Träumen anderer Menschen auftaucht. Wie im Leben ist seine Anwesenheit in diesen Träumen banal und nicht aufdringlich: Er ist einfach da und starrt gleichgültig auf die Fantasien und Albträume von Fremden. Dennoch wird er über Nacht berühmt und erhält bald die Aufmerksamkeit, die ihm lange verwehrt blieb. Doch als Paul einem Träumer begegnet, dessen Visionen von ihm erheblich von der Norm abweichen, sieht er sich mit dem faustischen Handel des Ruhms konfrontiert, als seine Traum-Ichs in ihrem jeweiligen Unterbewusstsein auf unerklärliche Weise gewalttätig zu werden beginnen.

Dream Scenario ©DCM

Ein traumhaftes Szenario

Nachdem Kristoffer Borgli mit seinem Regiedebüt “Sick of Myself” einer der Überraschungsfilme der vergangenen Jahre gelang, ging es für den norwegischen Regisseur ohne Umschweife direkt nach Hollywood, um auch dort seinen eigenwilligen Mix aus beißender Gesellschaftskritik, zynischem Humor und einer kleinen, aber feinen Brise Horror zu verbreiten. Produziert von Ari Aster, mit der Produktionsfirma A24 im Nacken und keinem geringeren als Nicolas Cage in der Hauptrolle, wird “Dream Scenario” seinem Titel vollumfänglich gerechnet – wenn das mal kein traumhaftes Szenario ist! Statt sich den standardisierten Gepflogenheiten Hollywoods anzubiedern, bleibt der Norweger seinen Indie-Wurzeln auch in seinem zweiten Spielfilm treu und fasziniert mit wunderschönen 16-mm-Filmaufnahmen, herrlich schrägen Einfällen und einer bereits nach zwei Filmen unverkennbaren Handschrift!

Dream Scenario ©DCM

Als aberwitzige Satire über Ruhm, Geltungsdrang und nicht zuletzt auch Cancel Culture mag “Dream Scenario” zwar nicht dieselbe Treffsicherheit an den Tag legen wie noch “Sick of Myself”, mit einem fantastischen Nicolas Cage in fort and center – der hier übrigens eine der beeindruckendsten Performances seiner gesamten Karriere zum Besten gibt -, und einem unglaublichen Gespür für absurde Komik, muss sich Borglis Hollywooddebüt keinesfalls hinter dessen Erstlingswerk verstecken. Erst wenn “Dream Scenario” wie bei einem surrealen Traum – was er in gewisser Form ja auch ist – auf den letzten Metern dann doch noch die Bodenhaftung verliert und Borgli beim Versuch seine Gesellschaftskritik auf eine höhere Ebene anzuheben, ein gutes Stück übers Ziel hinausschießt, steht sich der auf dem Fantasy Filmfest vom begeisterten Publikum mit unzähligen Lachern belohnte Ausnahmefilm dann noch ein wenig selbst im Weg.

Dream Scenario ©DCM

Fazit

Ein surrealer (Alb-)Traum, mit einem fantastischen Nicolas Cage und einem wahnsinnig guten Händchen für wahnsinnige Gags!

Bewertung: 4 von 5.

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