| Titel | Curse of the Piper – Melodie des Todes |
| Genre | Horror |
| Jahr | 2023 |
| FSK | 16 |
| Regie | Erlingur Thoroddsen |
Heimkinostart: 18.01.2024
Deutsche Folklore im neuen Gewand
Die Legende des Rattenfängers von Hameln datiert zurück bis ins Jahr 1284, als ebendiese Stadt von einer verheerenden Rattenplage heimgesucht wurde. Erst das Auftreten eines geheimnisvollen Fremden in bunte Gewänder, der den Bewohner*innen anbot, die Stadt auf eine besondere Weise von den Nagetieren zu befreien, sollte Abhilfe verschaffen. Um seine Bezahlung geprellt, zog der Namenlose mit dem Spiel seiner Flöte, nicht nur die Ratten, sondern auch die Kinder der Gemeinde in seinen Bann. Wie auch die Ratten folgten ihm diese hinaus aus der Stadt, in einen Berg, der sich öffnete und allesamt verschluckte. Wenn das mal nicht die ideale Vorlage für eine moderne Interpretation im Rahmen eines düsteren Horrorfilms ist? Erlingur Thoroddsen jedenfalls hat sich für seinen Horrorfilm “Curse of the Piper – Melodie des Todes” ordentlich an der deutschen Sage bedient…

Und darum geht es…
Die Mentorin der jungen Komponistin Melanie (Charlotte Hope) gilt als großes musikalisches Talent. Ehe sie jedoch ihr jüngstes Werk vollenden kann, stirbt sie auf tragische Art und Weise bei einem Brand in ihrem Zuhause. Doch der tragische Tod soll die bevorstehende Uraufführung des Konzerts des verbissenen Maestros Gustafson (Julian Sands) nicht im Wege stehen, sodass dieser Melanie beauftragt, das Musikstück der Verstorbenen zu vollenden. Je tiefer sie sich mit der Komposition auseinandersetzt, umso klarer wird die Gewissheit, dass es sich beim Tod ihrer Mentorin keinesfalls um einen Unfall gehandelt haben kann. Etwas zutiefst Böses hat sich in den Melodien manifestiert – und das hat es nun auch auf sie abgesehen!


Horror auf der Tonspur
In der Welt der Musik kursieren schon seit langem die krudesten Theorien über Künstler*innen, die angeblich einen Pakt mit dem Teufel geschlossen haben, um ihre außergewöhnlichen Fähigkeiten zu erlangen. So behauptete beispielsweise der Blues-Gitarrist Robert Johnson selbst von sich, seine Fähigkeiten an einer Kreuzung gegen seine Seele eingetauscht zu haben. Talent und Obsession liegen nun mal oft nahe beieinander – da ist es ein Einfaches, gedanklich das Fenster hin zum Übersinnlichen zu öffnen. “Curse of the Piper – Melodie des Todes” hätte gut daran getan, diese interessante Verbindung nicht nur im Subtext anzuschneiden, denn im manischen Verlangen nach Perfektion innerhalb des eigenen künstlerischen Schaffens und dem dabei sinnbildlichen Durchschreiten des Tores zur Hölle hätte sich die weitaus spannendere Geschichte versteckt.

“Curse of the Piper – Melodie des Todes” ist Gruselkino der alten Schule. Klassische Jumpscares treffen auf atmosphärische Bildkompositionen, gespenstische Klänge und praktische Make-up-Effekte. Ein Mix, der oft erstaunlich gut funktioniert, doch eben nur so lange bis er vom Einsatz unterdurchschnittlichem CGI wieder zunichtegemacht wird. Das macht sich insbesondere im vor Greenscreen gedrehten Finale bemerkbar. Der eigentliche Star ist sowieso der Score, der passend zur Thematik in Sachen Horror vornehmlich den Ton angibt. Das eindringliche Flötenspiel, die orchestrale Melodien und allen voran das musikalische Thema – eine creepy Melodie, die sich in die Gehörgänge frisst – sorgen immer wieder für wohlige Gänsehaut, können die Schwächen des Low Budget-Gruselers jedoch nie vollständig kompensieren.

Fazit
“Curse of the Piper – Melodie des Todes” bietet atmosphärisch dichten Oldschool-Horror, der sich zu großen Teilen auf der Tonspur abspielt. Wäre da nicht das scheußliche CGI-Finale und der arg vorhersehbare Plot…!

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