The Creeping – Die Heimsuchung – Kritik

TitelThe Creeping – Die Heimsuchung
Genre Horror
Jahr2022
FSK16
RegieJamie Hooper

Heimkinostart: 26.01.2024

Ein dunkles Erbe

Es bedarf schon eines triftigen Grundes, dass Geister, Dämonen und sonstige Konsorten der Kategorie Schreckensgestalt zur Tat schreiten. Oft reicht ein dunkles Geheimnis oder ein schreckliches Ereignis in der Vergangenheit aus, um den übernatürlichen Spuk in Gang zu setzen. In den meisten Fällen gilt es, sich zunächst einmal auf Ursachenforschung zu begeben, um in guter alter Detektiv-Manier das Rätsel zu lösen und den Horror zu beenden. So auch in “The Creeping – Die Heimsuchung”, einem Low-Budget-Grusler, der sich allzu sehr auf dieses bewährte Rezept verlässt und dabei seine Horrorambitionen vollkommen zu vergessen scheint!

The Creeping ©Lighthouse Home Entertainment

Und darum geht es…

Es ist schon viele Jahre her, dass die in Zwischenzeit zur jungen Erwachsenen herangewachsene Anna (Riann Steele) ihren Vater auf tragische Art und Weise verlor. Die Erinnerungen daran machen ihr bis heute zu schaffen, weshalb sie ihr Elternhaus auch jetzt noch nur widerwillig betritt. Erst als ihre demenzkranke Großmutter Lucy (Jane Lowe) nicht mehr viel Zeit bleibt, und ihr außerdem keine anderen Familienmitglieder mehr geblieben sind, beschließt sie, für einige Wochen bei ihr einzuziehen und sich ihrem Trauma zu stellen. Je mehr sie sich dabei mit ihrer Vergangenheit auseinandersetzt, umso gewisser wird, was sie schon immer geahnt hat: Eine dunkle Bedrohung hat von ihrem einstigen Zuhause Besitz ergriffen – und mit der ist nicht zu spaßen!

The Creeping ©Lighthouse Home Entertainment

Stangen-Grusel statt Alzheimer-Horror

Die Krankheit Alzheimer ist den übersinnlichen Geschehnissen in einem Horrorfilm in ihrer Symptomatik nicht unähnlich. Während Erinnerungen und Identität schrittweise zu Staub zerfallen, verfremdet sich die Welt ringsherum zu einem Zerrbild der Realität. Was wahr ist und was reine Imagination, verschwimmt zu einem undurchsichtigen Brei. Ein echtes Horrorszenario – welches im Falle “The Creeping – Die Heimsuchung” vollkommen ungenutzt bleibt. Statt sich die aus der Thematik ergebenden Möglichkeiten zu eigen zu machen, hangelt sich Regisseur Jamie Hooper, der sich ebenfalls für das Drehbuch verantwortlich zeigt, lieber bekannte Genreklischees entlang, bis hin zum überraschungsarmen Twist im grottig animierten Horrorfinale.

The Creeping ©Lighthouse Home Entertainment

Während das oberflächliche Familiendrama seinen Lauf nimmt, verweisen vereinzelnd aufploppende Jumpscares als einziges Indiz auf eine Zugehörigkeit zum Horrorgerne. Atmosphäre lässt “The Creeping – Die Heimsuchung” hingegen schmerzlich vermissen. Wenn Anna also allen Warnzeichen zum Trotz bis zum bitteren Ende in ihrem alten Elternhaus verweilt – und dabei mehr als nur einmal wieder der Logik agiert – mündet der spukarme Schrecken letztlich in einem, mit desaströsen CGI-Effekten versehenen Schlussakt, der dem sowieso mehr als dürftigen Treiben noch den Gnadenstoß versetzt. Spätestens mit der an einen Instagram-Filter erinnernden Geisterfratze war es das dann auch mit dem kleinen bisschen Horror, der bis dahin immerhin partiell ein oder vielleicht sogar zweimal kurz aufkeimen konnte.

The Creeping ©Lighthouse Home Entertainment

Fazit

Bekannte Motive in einem handwerklich unterdurchschnittlichen Gruselfilm!

Bewertung: 1.5 von 5.

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