| Titel | Good Grief |
| Genre | Drama, Romanze, Komödie |
| Jahr | 2023 |
| FSK | 16 |
| Regie | Dan Levy |
Starttermin: 05.01.2024 / Netflix
Über den Verlust eines geliebten Menschen
Während die mit “The Big Band Theory”-Star Jim Parson prominent besetze Tragikomödie “Spoiler Alarm” im vergangenen Jahr – laut unseres Jahresrückblicks einer der besten Filme 2023 – noch als warmherzige Romanze mit Feelgood-Vibes begann, sich dann aber zunehmend zum niederschmetternden Krebs-Drama entwickelte, setzt “Good Grief” quasi da an, wo “Spoiler Alarm” endete. Das melancholische Regiedebüt von und mit “Schitt’s Creek”-Darsteller Dan Levy über einen trauernden Witwer gibt es ab heute exklusiv auf Netflix zu streamen.

Und darum geht es…
Es ist nun fast ein Jahr her, dass Oliver (Luke Evans) auf dem Weg zum Flughafen bei einem Autounfall ums Leben kam. Sein Ehemann Marc (Dan Levy) hat diesen Verlust bis heute nicht überwunden und suhlt sich lieber in seiner Trauer, als aktiv am Leben teilzunehmen. Das soll sich nun ändern: Gemeinsam mit seinen besten Freund*innen Sophie (Ruth Negga) und Thomas (Himesh Patel) möchte er sich eine Auszeit in Paris nehmen, um sich dort neu zu sammeln. Was seine Reisebegleitung jedoch nicht weiß, ist das sein Unterfangen einen weitaus komplexeren Hintergrund hat, basierend auf einem Geheimnis seines verstorbenen Ehemanns, das Marcs Sicht auf das vergangene Jahr ins Wanken bringt.


Netflix Original mit Herz
Wo “Spoiler Alarm” noch den schleichenden Prozess des Sterbens begleitete und mit dem näher rückenden Ende einen nahezu unerträglichen Druck auf die Tränendrüse auslöste, ist es in Dan Levys Netflix Original der plötzliche Tod eines geliebten Menschen, direkt zu Beginn, der seinen Protagonisten völlig aus der Bahn wirft. “Good Grief” geht den entgegengesetzten Weg und lockert den düsteren Ton mit fortlaufender Spielzeit zugunsten helleren Lichtblicken, wenngleich sich der Humor schon früher zu erkennen gibt und als stetiger Begleiter der Trauerbewältigung dient. Durch Olivers Doppelleben, das die ansonsten recht bekannte Geschichte um eine weitere spannende Ebene öffnet, bekommt “Good Grief” einen unerwarteten Einschlag, der die Themen Trauer und Verlust zu einem weitaus komplexeren Geflecht verstrickt und mehr als nur einmal zum Mitdenken anregt.

So melodramatisch, manchmal kitschig und stellenweise etwas zu hochgestochen “Good Grief” dabei auch sein mag, überrascht die Tragikomödie doch in der Art und Weise, wie sie sich der Thematik annähert. Levy vermeidet es, sich der bloßen Abfolge von Klischees hinzugeben und hebt seinen in gewissermaßen im RomCom-Gerne angesiedelten Debütfilm vom sonstigen Einerlei, das diese Art von Film hervorbringt, deutlich ab. Freundschaft spielt in diesem Szenario eine wichtige Rolle. Die von der herrlich aufspielenden Ruth Negga und dem nicht minder überzeugenden Himesh Patel verkörperten beiden wichtigen Menschen an der Seite Olivers sind mehr als nur zwei Sidekicks und erweisen sich als wichtiger Bestandteil einer herzlichen Tragikomödie, der im dritten Akt bedauerlicherweise doch noch ein wenig der vorangegangene Esprit abhandenkommt.

Fazit
Ein herzliche Tragikomödie über Traue, Freundschaft und natürlich die Liebe selbst!

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