| Titel | Chicken Run 2: Operation Nugget |
| Genre | Komödie, Animation |
| Jahr | 2023 |
| FSK | 6 |
| Regie | Sam Fell |
Starttermin: 15.12.2023 (Netflix)
Die Hennen rennen wieder!
Auch wenn der Megaerfolg des Pixarfilms “Findet Nemo” zur Folge hatte, dass unzählige Aquarienfische über den ganzen Globus verteilt von hilfsbedürftigen Kleinkindern in der Toilette versenkt wurden und dadurch zwar der selten artgerechten Tierhaltung entkamen, dafür aber den sicheren Tod fanden, war die Intention dahinter doch die Richtige. Als Sensibilisierung für den Umgang mit Tieren hatte der Animationsfilm eine gewaltige Sprengkraft – nur die Art damit umzugehen – aktive Sterbehilfe durch Toietten-Flush – war eventuell etwas missverständlich für ein gutgläubiges Kindergehirn. Der Tierschutzgedanken hinter dem 2000er Knetanimationsfilms “Chicken Run – Hennen rennen” ist da doch klarer formuliert – und verliert auch in der Netflix Fortsetzung kein bisschen von seiner brandaktuellen Dringlichkeit.

Und darum geht es…
Nach ihrer spektakulären Flucht aus der Hühnerfarm der Tweedys haben es sich die Henne Ginger (Thandiwe Newton) und ihr Hähn-Gatte Rocky (Zachary Levi) gemeinsam mit der restlichen Hühnerschar auf einer kleinen Insel gemütlich gemacht. Das Leben dort könnte nicht friedlicher sein – etwas zu friedlich, wenn es nach der kleinen Molly (Bella Ramsey) geht. Die Junghenne wurde in Freiheit geboren und ahnt nicht, was ihre Eltern alles durchmachen mussten, um ihr dieses Privileg zu schenken. Um der Tristes des Insellebens zu entkommen und endlich etwas Pepp in ihr Dasein zu bringen, verlässt sie die Insel, wo sie prompt in die Fänge eines hypermodernen Schlachthofs gerät, bei dem – wie könnte es auch sein – wieder einmal die skrupellose Mrs. Tweedy (Miranda Richardson) ihre Finger im Spiel hat! Eine waghalsige Rettungsaktion beginnt!


Ginger Rake: Extraktion
Gerade für die jüngeren Mitglieder unserer Gesellschaft – sprich: die Kinder – dürfte ein Film wie “Chicken Run 2: Operation Nugget” ein augenöffnendes, vielleicht sogar nachhaltig verstörendes Erlebnis sein. Ob in einer kleinen, mit einem goldenem M etikettierten Pappschachtel oder einem rot-gelb gestreiften XXL-Bucket mit dauergrinsendem Südstaaten-Onkel im Konterfei verpackt, hat so ein goldbraunpaniertes Hähnchenteilchen mit dem liebenswert-dümmlich durch die Gegend pickenden “Rohstoff” Huhn nicht mehr viel gemein. Dass das Netflix Original die Transformation dahin derart detailliert, wenn auch nie explizit, brutal oder in für Kinder ungeeigneten Bildern, zeigt, und dadurch ein Bewusstsein für die Herkunft der frittierten – seien wir mal ehrlich – Köstlichkeit zeigt, ist lobenswert – die wenig innovative Geschichte darum eher Beifang.

23 Jahre ist es her, dass die freiheitsliebenden Knethühner der Animationskomödie “Chicken Run – Hennen rennen” den Fängen der Tierhaltung entkommen konnten. In “Chicken Run 2: Operation Nugget” geht es nun wieder zurück in die Höhle des Löwen – dieses Mal für eine Rettungsaktion. Der jedoch fehlt es über weite Strecken jedoch an guten Gags und zündenden Ideen. Trotz der doch recht düsteren Prämisse ist die Netflix Fortsetzung auf ein sehr junges Publikum zugeschnitten und dürfte mit den kindlichen Albernheiten und der schablonenhaften Erzählweise bei Erwachsenen wenig Eindruck hinterlassen.

Fazit
Während „Chicken Run 2: Operation Nugget“ mit einer überraschend düsteren Botschaft überzeugen kann, erweist sich die Fortsetzung als bedingt unterhaltsames Familienabenteuer!

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