Bei der Asche meiner Mutter – Kritik

TitelBei der Asche meiner Mutter
Genre Komödie, Drama
Jahr2021
FSK12
RegieSean D. Cunningham

Heimkinostart: 14.12.2023

Asche zu Asche, Cousin zu Cousin

„Bei der Asche meiner Mutter“ oder im Original schlicht „Hudson“ von Spielfilmdebütant Sean D. Cunningham aus dem Jahre 2019 ist eine dieser langsamen Indie-Dramedies mit simpler Story und lakonischem Humor, die aufgrund der lebensechten Charaktere und ihrer Beziehungen zueinander ans Herz gehen. „Bei der Asche meiner Mutter“ ist der ur-humanistische Trip, der die drei großen S beinhaltet: Selbstfindung, Selbstüberwindung, Selbstwerdung.

Bei der Asche meiner Mutter ©Meteor Film

Und darum geht es…

Der zurückgebliebene und zurückgezogene Hudson (David Neal Levin) begibt sich mit seinem Schauspieler-Cousin Ryan (Koautor Gregory Lay) auf eine Autofahrt, um die Asche seiner Mutter zu verstreuen. Sie gabeln unterwegs die exzentrische Anhalterin Sunrise (Mary Greenawalt) auf, die sich dem spirituellen Roadtrip anschließt.

Bei der Asche meiner Mutter ©Meteor Film

Zwischen Mini-Golf und unsichtbarem Eis

Hudson ist ein liebenswert-sanftmütiger Charakter, der den Verlust seiner Mutter schwer verarbeiten kann, dennoch gutmütig auftritt. Levins Darstellung ist so ausgeglichen, dass er jede Chance vermeidet, die Figur auf ein Belustigungsobjekt zu herabzusetzen. Hudson ist naiv-kindlich, spielt mit ferngesteuerten Autos und schläft im Zelt – der krasse Gegensatz zu seinem ernsten und eitlen Cousin Ryan. Wenn die Cousins auf Sunrise treffen, bringt das einen besonderen Ton in die Bindung. Sunrise als Gefährtin ermöglicht es, die Identitäten und Verbindungen der Cousins ​​tiefergehend zu erkunden und bietet eine Menge Gelegenheit für unbeschwerten, teils schwarzen Humor. 

Bei der Asche meiner Mutter ©Meteor Film

Sunrise scheint ein verlorenes Mädchen zu sein, doch sie zeigt sich durch Hartnäckigkeit als starke Frau. Demgegenüber verhält sich Ryan  wie ein verantwortungsbewusster Erwachsener, doch ist er ein verlorener Junge, der seinen Platz in der Welt sucht. Hudson wiederum gleicht dies aus, indem er sich selbst als eigenartiges, sensibles Kind mit großem Herzen treu bleibt. Eine Darbietung, die Ruhe ausstrahlt und an eine herzliche Umarmung erinnert. Die Sentimentalitäten sind keineswegs irgendwelche billigen Gefühlsduseleien, nein, „Hudson“ hat Herz.

Bei der Asche meiner Mutter ©Meteor Film

Die Kinematografie bietet zudem wunderschöne herbstliche Aufnahmen und auch die Musik ist genauso eine Entdeckung wert wie der an der Masse vorbeigeraste „Bei der Asche meiner Mutter“. Im Großen und Ganzen passiert nicht viel, aber diese glaubwürdig-sympathischen Charaktere zu begleiten macht Laune. Auch wenn die Story nicht innovativ ist, lebt sie von den Interaktionen zwischen Hudson, Ryan, und Sunrise. Sein sonderbarer Geist und sein Humor könnten abschreckend sein, wenn man Hudson im wirklichen Leben begegnet, doch wenn man sich ihm bedenkenlos nähert, könnte man viel über sich selbst erfahren.

Bei der Asche meiner Mutter ©Meteor Film

Fazit

Der Geheimtipp „Bei der Asche meiner Mutter“ ist ein sanft-poetisches und lustiges Machwerk, das Zuschauer in ihr gutes Herz trifft.

Bewertung: 3.5 von 5.

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