Falling Into Place – Kritik

TitelFalling Into Place
Genre Drama, Romanze
Jahr2023
FSK12
RegieAylin Tezel

Kinostart: 07.12.2023

Geborgenheit in der Natur, Einsamkeit in der Großstadt

Die Schauspielerin Aylin Tezel ist Drehbuchautorin, Regisseurin, und Hauptdarstellerin vom englischsprachigen „Falling Into Place“, was soviel bedeutet wie „zusammenfügen“ oder „Sinn ergeben“ und sich auf das unausweichliche Schicksal der distanzierten und doch so nahen Hauptfiguren in diesem ruhigen und vom gefühlvollen Soundtrack begleiteten Liebesdrama bezieht. Man könnte Tezel durch ihre Eigenbesetzung Selbstverliebtheit vorwerfen, wäre sie nicht derart überzeugend in ihrem Spielfilmdebüt in den Szenen mit und ohne den perfekt zu ihr passenden Co-Star Chris Fulton.

Falling Into Place ©Julian Krubasik / Port au Prince Pictures

Und darum geht es…

Bühnenbildnerin Kira (Aylin Tezel) und Musiker Ian (Chris Fulton) wollen ihrem bisherigen Leben entfliehen, ohne eine genaue Vorstellung zu haben, was sie wirklich wollen. Sie treffen in Schottland aufeinander, verspüren gegenseitige Anziehungskraft, und trennen sich nach kurzer Zeit wieder. Sie kehren nach London zurück, ohne zu wissen, dass sie beide dort leben. Kira und Ian sind nur einige Zufälle voneinander entfernt, doch bevor es zur Begegnung kommt, müssen sie sich zunächst ihren Problemen stellen.

Falling Into Place ©Julian Krubasik / Port au Prince Pictures

Melancholie mit passendem Soundtrack

Flirts, Gespräche und Spaziergänge erinnern an „Before Sunrise“ von Richard Linklater und der Soundtrack enthält träumerische Songs, die sich perfekt in der Bildgestaltung und der Gefühlswelt der Figuren anpassen und die Standard-Independenfilm-Machart grüßen lassen. Tezel und Fulton spielen ihre Künstlerfiguren überzeugend und geben ein glaubhaftes Leinwandpaar ab. Kira und Ian verbindet ihre Verzweiflung zwischen Hoffen und Realität und die Sehnsucht nach Liebe, der sie sich aufgrund vergangener Erfahrungen schwer widmen können. Die Kontraste der Figuren werden geschaffen, durch die wechselnden Settings. Zum einen die verschneite Berglandschaft, in der sie Ruhe und Geborgenheit finden, und zum anderen die hektische Großstadt, die ihre Probleme und Niedergeschlagenheit, vor denen sie zu fliehen versuchten, wieder aufkommen lässt. Kira gewinnt Facetten, durch ihre von Trennungsschmerz und Einsamkeit begleitete Verletzlichkeit, und Ian zeigt sich durch den Einfluss seiner Beziehung und Familie zornig und bedrückt. 

Falling Into Place ©Julian Krubasik / Port au Prince Pictures

Kiras Ex und Noch-Beziehung sind hingegen unausgearbeitete Figuren, die lediglich als Füllmaterial dienen. In den Nebenrollen überzeugt lediglich Anna Russell-Martin in ihrer kurzen Screentime als Ians selbstmordgefährdete und sarkastische Schwester. Am Ende ist „Falling Into Place“ eine vorhersehbare Lovestory, die nichts Neues anbietet. Mit dem Happy End wird man für die bisher sentimental-schöne Stimmung entschädigt, doch eine stärkere Wirkung hätte es gegeben, wenn man die Melancholie mit Unvorhersehbarkeit bis zum Ende durchgezogen hätte, was dem Gesamteindruck jedoch keinen Abbruch tut. Auch wenn im Leben nicht alles so läuft, wie man es sich erhofft, kann man Filme wie „Falling Into Place“ als Inspiration nutzen, um lebensverändernde Maßnahmen zu vollziehen.

Falling Into Place ©Julian Krubasik / Port au Prince Pictures

Fazit

Aylin Tezel überzeugt in ihrem Debüt mit einer sentimental-schönen Lovestory mit überzeugendem Leinwandpaar und träumerischem Soundtrack, auch wenn die Machart ziemlich independentfilmartig daherkommt und der Ausgang vorhersehbar bleibt.

Bewertung: 3 von 5.

Wie hat Dir „Falling Into Place“ gefallen?

Das könnte Dich auch interessieren!