Ein unterhaltsamer Trip
Das Filmjahr 2023 neigt sich langsam dem Ende und lässt auch noch wenige Wochen vor der Jahreswende auf sein ganz großes Comedy-Highlight warten. Trotz interessanten Ansatz konnte die heiß erwartete feministische Anarcho-Komödie “Bottoms” die großen Hoffnungen nicht ganz erfüllen, sodass es neben dem charmanten Netflix Original “Du bist sowas von nicht zu meiner Bat-Mizwa eingeladen” aktuell noch ziemlich leer aussieht, in der Liste wirklich gelungener 2023-er Komödien. Ob der vor wenigen Monaten in den deutschen Kinos angelaufene und sich aktuell kurz vor seinem Heimkinostart befindende “Joy Ride – The Trip” daran etwas ändern kann? Ungefähr eine Stunde sieht es tatsächlich danach aus…

Und darum geht es…
Audrey (Ashley Park) gibt alles, um auf der Karriereleiter in ihrer Anwaltskanzlei nach oben zu gelangen. Ein großer Deal mit einer chinesischen Firma könnte ihr endlich den Durchbruch verschaffen, auf den sie schon so viele Jahre hinarbeitet. Bedauerlicherweise hat sie trotz chinesischen Erzeuger*innen keinerlei Sprachkenntnisse. Als Adoptivkind amerikanischer Eltern ist der einzige Bezug zu ihren Wurzeln ihre seit Kindheitstagen beste Freundin Lolo (Sherry Cola). Die chaotische Draufgängerin ist bei einem seriösen Businesstrip vielleicht nicht die beste Unterstützung, als Übersetzerin aber dennoch ihre erste Wahl. Als dann noch Lolos Cousine Deadeye (Sabrina Wu) und Audreys alte College-Freundin Kat (Stephanie Hsu) hinzustoßen, ist das Chaos vorprogrammiert – und so kommt es wie es kommen musste, und die Reise droht zu einem einzigen Debakel zu verkommen.


Clash of the Culture-Comedy mit Lachgarantie!
Nach dem gigantischen Erfolg der asiatisch-amerikanischen RomCom “Crazy Ritch” legt der damals mit für das Skript verantwortliche Adele Lim in seiner Regiearbeit “Joy Ride – The Trip” erneut in eine ähnliche Kerbe. Die Clash of the Cultures-Comedy mit vorwiegend sinoamerikanische Cast – also US-amerikanische Darsteller*innen mit chinesischen Wurzeln – würzt die kulturelle Entdeckungsreise mit einer ordentlichen Prise derber Gags und rückt hierfür eine unglaublich spaßige Freund*innen-Gruppe ins Zentrum, die mit all ihren Ecken und Kanten für jede Menge lautstarke Lacher sorgt. Was in der ersten Stunde hervorragend funktioniert, schießt im späteren Verlauf dann jedoch das eine oder andere Mal deutlich übers Ziel hinaus. Unten-rum-Humor in allen Ehren, aber an manchen Stellen ist das dann doch ein wenig zu viel des Guten!

Während die Gagdichte zugunsten einer zunehmend derberen Gangart spürbar ausdünnt, und das finale Klischee-Drama gerne etwas mehr Frische vertragen könnte, agiert der wunderbar aufgelegte Cast auf konstant hohem Comedy-Niveau. Das liegt einerseits am pointierten Spiel des Darstellerinnen-Quartetts rund um Ashley Park, aber auch an den herrlich schrägen und liebenswerten Figuren. Gerade die immer für einen guten Lacher sorgende Madeye – der Name ist Programm – schreit förmlich nach Kult! Hätte “Joy Ride – The Trip” sein gutes Tempo und die hohe Schlagzahl an funktionierenden Pointen über die gesamte Laufzeit aufrechterhalten können, hätten wir hier locker von DER Komödie des Jahres gesprochen.

Fazit
„Joy Ride – The Trip“ überzeugt mit derben Gags, charismatischen Figuren und einem überzeugenden Cast – nur leider nicht über die gesamte Laufzeit!


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