| Titel | Dalíland |
| Genre | Biopic, Drama |
| Jahr | 2022 |
| FSK | 16 |
| Regie | Mary Harron |
Heimkinostart: 08.12.2023
DALÍegen Welten auseinander
Salvador Dalí gehört zu den bekanntesten Künstlern des 20. Jahrhunderts. Sein Fachgebiet war der Surrealismus, sein Markenzeichen war sein Schnurrbart, und seine Tätigkeitsfelder reichten von Malerei bis Spielfilm. Nach dem Drehbuch ihres Ehemannes John Walsh, widmet sich Regisseurin Mary Harron („American Psycho“) im Biopic „Dalíland“ dem späten Teil von Dalís Leben in den 70ern, aus der Perspektive eines Kunsthochschulabsolventen. „Dalíland“ kommt ziemlich konventionell daher und bedauerlicherweise kann man Surrealismus oder visuellen Einfallsreichtum keineswegs erwarten.

Und darum geht es…
1973: Der Surrealist Salvador Dalí (Ben Kingsley) verbringt zusammen mit seiner Frau Gala (Barbara Sukowa) ein paar Monate im luxuriösen St. Regis Hotel in New York. Der Kunsthochschulabsolvent James Linton (Christopher Briney) wird zu Dalís persönlichen Assistenten bei den Vorbereitungen zur Ausstellung und taucht tiefer in das Privatleben Dalís ein und erlebt die finanziellen Sorgen und die Ehekrise des Exzentrikers.


Ein Künstler-Biopic, ohne kunstvolle Gestaltung
Eine gewöhnliche Einführung reicht für eine Ikone wie Salvador Dalí nicht aus, weshalb Regisseurin Harron den Auftritt des Künstlers in der TV-Spielshow „What’s My Line?“ zu Beginn nachstellt. Die turbulente, von Höhen und Tiefen bestimmte Beziehung von Dalí und der herrschsüchtigen, fremdgehenden, und dennoch fürsorglichen Finanzverwalterin und Muse Gala überzeugt durchwegs, auch in den Rückblenden mit Ezra Miller und Avita Lvova. Sir Ben Kingsley und Barbara Sukowa ziehen die Zuschauer mit ihrer dynamischen und beinahe karikaturesken Darstellung des exzentrischen Ehepaars in den Bann. Trotzt Spannungen und Eifersüchteleien wird ihre innere Verbundenheit deutlich spürbar, wohingegen James sich als der am wenigsten interessanten Charaktere erweist und man gerne mehr von dem eigenwilligen Paar gesehen hätte, statt den Fokus auf den Kunsthochschulabsolventen zu legen.

In „Dalíland“ wird das Lebensgefühl von New York der 1970er Jahre lebensecht eingefangen, besonders während Dalís Partys und seiner Ausstellung. Auch die Kostüme und Setdesigns machen einiges her, wobei Dalís Schaffensphasen und Werke eine ziemlich untergeordnete Rolle spielen. Es gibt keinerlei geniale visuelle Einfälle oder surreale Elemente, wie man sie sich von Dalí erhofft hätte. In einer Rückblende gibt es einen der wenigen künstlerisch und Dalí gerecht werdenden Momente, in denen Dalí den Wind von einer Klippe am Meer dirigiert, man darf jedoch nicht darauf hoffen, dass der gesamte Film kunstvoll gestaltet ist.

„Dalíland“ leidet besonders an einer mangelnden Struktur. Sprunghaft geht es durch die Episoden, ohne erkennbaren Erzählfaden und auch die Themen werden oberflächlich abgearbeitet oder bloß angeschnitten. Der Film verwehrt dem Zuschauer die Chance, sich kritisch mit Dalí auseinanderzusetzen oder seinen Geist zu fassen, und auch seine Lebensabschnitte bleiben ohne große Wirkung. Letztlich bleibt „Dalíland“ weit hinter seinen Ambitionen zurück. Womöglich wäre mehr daraus geworden, wenn ein geeigneterer Drehbuchautor/Regisseur das Zepter übernommen hätte und man nicht den blass wirkenden James in den Mittelpunkt der Perspektive gerückt hätte, sondern tatsächlich Dalí.

Fazit
Ein konventionelles und ungenügend ausgearbeitetes Biopic mit sprunghaften Szenenwechseln über eine Künstlerlegende, die alles andere als geehrt wird.


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