Influencer – Trau niemandem, dem Du folgst – Kritik

TitelInfluencer – Trau niemandem, dem Du folgst
Genre Thriller, Horror
Jahr2022
FSK16
RegieKurtis David Harder

Heimkinostart: 07.12.2023

Wenn die Instagram-Scheinwelt zum Albtraum wird!

In einem von sozialen Medien geprägten Zeitalter haben Influencer*innen einen strahlenden Platz an der Spitze ihrer selbstgebauten virtuellen Galaxie eingenommen. Moderne Illusionist*innen, die mit Bildern und Worten ein Kaleidoskop aus Perfektion weben und Milliarden von Menschen in ihre schillernde Scheinwelt ziehen. Doch hinter der gelebten Unbeschwertheit aus Reichtum, Schönheit und Freiheit verbirgt sich meist eine triste Wirklichkeit, die, überlagert von Filtern und Selbstinszenierung, meist nicht besonders anders aussieht als das ganz normale Leben der Follower*innen selbst. Der deutsche Untertitel des psychologischen Horrorthrillers “Influencer” bringt es eigentlich auf den Punkt – Trau niemandem, dem Du folgst!

Influencer – Trau niemandem, dem Du folgst © Plaion Pictures

Und darum geht es…

Madison (Emily Tennant) führt ein Traumleben. Als erfolgreiche Influencerin bereist sie die ganze Welt und muss dabei nichts weiter tun als ihre Follower*innen teil an ihrem Alltag nehmen zu lassen, um sich so ihre luxuriösen Trips zu finanzieren. Dank der Hilfe ihres in der Heimat zurückgebliebenen Freundes Ryan (Rory J. Saper) ist sie seit wenigen Tagen in einem weitläufigen Haus auf Thailand untergekommen und fristet dort ein zwar entspanntes, aber doch recht einsames Dasein. Da kommt ihr die Bekanntschaft mit der abenteuerlustigen CW (Cassandra Naud) gerade recht, die sie an die entlegensten Geheimtipps der Küste bringt, fernab der gesichtslosen Touristenmassen. Als kurz vor Madisons Abreise ihr Reisepass verschwindet, ist der erste Schrecken schnell überwunden. In Thailand lässt es sich schließlich hervorragend gut aushalten – vor allem in Gesellschaft. Doch dann kommt alles anders als gedacht!

Influencer – Trau niemandem, dem Du folgst © Plaion Pictures

Liken, folgen, teilen, töten!

Dass “Influencer – Trau niemandem, dem Du folgst” seiner Eigenschaft als Dekonstruktion der Social Media-Scheinwelt auch inszenatorisch treu bleibt, könnte man mit viel Wohlwollen als Kalkül, und somit als cleveren Meta-Kommentar auf die oberflächliche Zurschaustellung glatt gebügelter Perfektion eines im Kern substanzlosen Daseins auslegen. Die Wahrheit dürfte jedoch weitaus simpler ausfallen: Der Psychothriller ist schlicht und ergreifend, ein filmgewordener Instagram-Feed – dafür aber ein ziemlich unterhaltsamer. Wenn sich die Kamera in der makellosen Schönheit junger Menschen verliert und dasselbe Maß an Aufmerksamkeit auch den nicht minder hübsch anzusehenden, paradiesischen Küstenlandschaften widmet, offenbart sich “Influencer – Trau niemandem, dem Du folgst” als kompetent fotografierter Augenschmaus in ästhetische Hochglanzbildern. Sonnendurchflutet schön und doch atmosphärisch kühl und distanziert.

Influencer – Trau niemandem, dem Du folgst © Plaion Pictures

Lässt man die Bilder von schillerndem Nachtleben, luxuriöser Hotelinnenarchitektur und den Bilderbuchstränden Thailands mal außen vor, bietet der Social Media-Horror herkömmliche Horrorkost im Korsett eines handelsüblichen Psychothrillers. Der ist zwar durchgehend stimmig umgesetzt und auf eine zynische Art und Weise kurzweilig geraten, weiß mit der durchaus vorhandenen Themenkomplexität irgendwann nicht mehr viel anzufangen. Nach einer geschickt irreführenden Exposition, in deren Anschluss erst nach fast einer halben Stunde die Titeleinblendung folgt, geht “Influencer – Trau niemand, dem Du folgst” einen unerwarteten Weg, macht dabei lange Zeit sogar vieles richtig, um dann mit dem Näherrücken des Abspanns doch noch Richtung Belanglosigkeit zu entgleiten. Schade, aber immer noch gut!

Influencer – Trau niemandem, dem Du folgst © Plaion Pictures

Fazit

Der bitterbösen Social Media-Abrechnung gehen auf den letzten Metern die Ideen aus. Bis dahin macht “Influencer – Trau niemand, dem Du folgst” jedoch lange Zeit, vieles richtig!

Bewertung: 3 von 5.

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