Die Braut die sich traut – Kritik

TitelDie Braut die sich traut
Genre Horror, Thriller
Jahr2023
FSK18
RegieTimothy Woodward Jr.

Heimkinostart: 24.11.2023

Die Flecken kriegt sie niemals aus dem Kleid!

Ob hochgeschlossener Kragen, mit aufwendigen Spitzenapplikationen, klassische A-Linie. Meerjungfrauenschnitt, eng tailliert, mit voluminösem Prinzessinnenrock, zeitlos elegant, märchenhaft verspielt, in schimmerndem Elfenbein oder Polarweiß wie frisch gefallener Schnee. Egal in welcher Farbe oder in welcher Form, jedes Hochzeitskleid ist auf seine individuelle Art und Weise wunderschön – und sollte tunlichst nicht mit Kaskaden von Blut benetzt werden: Das kriegt man doch nie wieder raus! Dass die toughe Braut im Horrorthriller “Die Braut die sich traut” ihr Hochzeitskleid nach dem völlig aus dem Ruder gelaufenen vermeintlich schönsten Tag ihres Lebens wieder in den Schrank hängt, bleibt zu bezweifeln, schließlich ist die einst makellos weiße Robe über und über mit dem Blut ihrer Widersacher bedeckt!

Die Braut die sich traut ©WVG Medien

Und darum geht es…

Vor kurzem genossen die Braut (Natalie Burn) und ihr zukünftiger Ehemann (Ser’Darius Blain) noch einen schönen Urlaub in Puerto Rico, da steht schon die Hochzeit vor der Tür – doch sie bekommt kalte Füße und taucht einfach nicht auf. Das kann der Sitzengelassen natürlich nicht auf sich sitzen lassen und beauftragt seine sieben Trauzeugen (u. a. Cam Gigandet, Pancho Moler, Orlando Jones), die verschwundene Braut aufzufinden und zurückzubringen. Das vermeintlich leichte Unterfangen, erweist sich jedoch als schwerer als gedacht und endet in einem Blutbad, das seinesgleichen sucht!

Die Braut die sich traut ©WVG Medien

Auf kalte Füße folgt warmes Blut, folgt gähnende Langeweile

Wer beim Überfliegen der Inhaltsangabe des Horror-Action-Hybriden unweigerlich die brautkleidtragende und katanaschwingende Uma Thurman aus Quentin Tarantinos “Kill Bill”-Zweiteiler vor Augen hat, sollte diesen Gedanken lieber schnell wieder aus dem Gedächtnis streichen, ehe er oder sie sich auf “Die Braut die sich traut” einlässt. Wenn sich die titelgebende Braut dem Kampf mit der anzugtragenden Hochzeitsgesellschaft stellt und wenig später ihre sprichwörtlichen kalten Füße in warmen Blutlachen badet, ist das nicht weniger als ein einziges filmisches Debakel. Der Versuch spaßige Horror-Unterhaltung der Kategorie “Ready of Not” nachzueifern, in dem sich die frisch vermählte Samara Weaving gegen des Bräutigams Familie zur Wehr setzen musste, scheitert in “Die Braut die sich traut” auf allen Ebenen.

Die Braut die sich traut ©WVG Medien

Wenn sich die Trauzeugen-Traube aus stereotypen Nicht-Charakteren der flüchtigen Braut mit unmittelbarer Aggressivität und Tötungsabsicht gegenüberstellen, lässt sich natürlich erahnen, dass hinter den Anzugträgern mehr als nur normale Typen von nebenan steckt und doch fragt man sich, was zum Teufel man sich da eigentlich gerade ansieht!? So hinterlässt “Die Braut die sich traut” lange Zeit große Fragezeichen auf den Gesichtern des Publikums, ehe die zähen Rückblenden irgendwann dann doch noch Aufschluss über die morbide Gesamtsituation geben – jedoch viel zu spät und wenig überraschend. Zwischen den zwar blutigen, aber völlig zerschnittenen Actionsequenzen herrscht gähnende Langeweile, fußend auf stumpfen Dialogen, fehlender Dramaturgie und nicht zuletzt auch der Abwesenheit schauspielerischem Talents. Stets um schwarzem Humor und Sarkasmus bemüht, eifert “Die Braut die sich traut” erfolglos einer Coolness und Kultigkeit hinterher, die der Thriller jedoch nie erreichen wird. Die beiden gewünschten Attribute haben sich längst aus dem Staub gemacht. In einer weißen Stretchlimousine mit Blechdosenanhang am Fahrzeugheck.

Die Braut die sich traut ©WVG Medien

Fazit

Kein Ja-Wort für diesen C-Movie-Horror!

Bewertung: 1 von 5.

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