| Titel | Psychosis |
| Genre | Thriller, Horror |
| Jahr | 2023 |
| FSK | nicht geprüft |
| Regie | Pirie Martin |
„Psychosis“ ist im Rahmen des WEIRD WEEKENDER International Genre Film Festivals zu sehen.
Oh, ihr Stimmen, verschwindet aus meinem Kopf!
Alle Jahre wieder erscheint ein Independentfilm, über den man zufällig erfährt und der sich aufgrund seines experimentellen und schwer zu greifenden Geistes leicht in die Kategorie Mindfuck abschieben lässt. Die australische Filmlandschaft zeigt sich endlich mal wieder von ihrer faszinierend-eigenartigen Seite. „Psychosis“ von Pirie Martin wird seinem Titel mehr als gerecht, denn der Film bringt einen – im positiven Sinne – um den Verstand.
Und darum geht es…
Der geisteskranke und von Stimmen begleitete Cliff Van Aarle (Derryn Amoroso) bekommt es mit Kriminellen, Untoten, Dämonen seiner Vergangenheit, und dem ominösen Drogenkönig Joubini (James McCluskey-Garcia) samt halluzinogenen Drogen zu tun.

Ein hypnotischer Cocktailmix
„Psychosis“ wandelt zwischen Psychothriller, Noir-Krimi, Zombiehorror, und Actionfilm, angereichert mit schwarzem Humor, besonders durch die neutral-unpassende und an „Stranger Than Fiction“ erinnernde Erzählerstimme. Die dämonischen Off-Stimmen sorgen bei Hauptfigur und hingebungsvollen Zuschauern für Unwohlsein. Die Schwarzweißbilder und das Pillarbox-Format verstärken die klaustrophobisch-bedrückende Stimmung. Neben Spannung und Gewaltspitzen, lässt „Psychosis“ Lächerlichkeiten zu, sowie Farbdarstellungen von Hinweisen, wie Visitenkarte oder Gemälde. Beunruhigend und bizarr kommt „Psychosis“ von Anfang an auf schwarzem Bild daher und Pirie Martin beweist, dass man trotz Geringbudgetierung mehr zum Erleben statt zum Sehen erschaffen kann.

Kamera-, Sound-, Schnitt-, Masken-, und Spezialeffekte verdienen besondere Erwähnung. Wie die Verursachung von Schwindel und Übelkeit, kann man „Psychosis“ auch die albernen Elemente als Kritikpunkt vorwerfen, oder man erkennt sie als beabsichtigtes Stilmittel an und begründet es mit dem Geisteszustand der Hauptfigur und dem surrealen Charakter von „Psychosis“. Der Genrecocktail befindet sich Abseits vom Mainstream und versprüht trotzt seiner Independentherkunft eine atmosphärische Einzigartigkeit. Ob Achterbahnfahrten oder „Psychosis“, man wird nicht jedermann dazu bringen, es zu genießen. Eigenartigkeitserlebnisorientierte Cineasten, die auf David Lynch, Gaspar Noé, oder Panos Cosmatos stehen, kommen bei diesem Australia-Trip voll auf ihre Kosten, auf konforme Zuschauer kann „Psychosis“ mitunter anstrengend und nervig wirken.

Fazit
Ein hypnotisches, kreatives und faszinierendes Durcheinander… sofern man sich hingibt!
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