As They Made Us – Kritik

TitelAs They Made Us
Genre Komödie, Drama
Jahr2023
FSK12
RegieMayim Bialik

Heimkinostart: 26.10.2023

Die große „The Big Bang Theory“-Reunion

Howard Wolowitz in einem Film von Dr. Amy Farrah Fowler! Für ihr Regiedebüt „As They Made Us“ hat sich die „The Big Bang Theory“-Darstellerin Mayim Bialik keinen Geringeren als ihren ehemaligen Serien-Co-Star Simon Helberg vor die Kamera geholt, der hierfür seine The Beatles-Gedächtnisfrisur zugunsten einer Pferdeschwanz-Ziegenbart-Kombination zu den Sitcom-Akten gelegt hat – und mit ihr auch den klamaukigen Blödelhumor. Denn anders als das Wiedersehen zunächst vermuten lässt, erweist sich die erste Regiearbeit der promovierten Neurowissenschaftlerin nicht etwa als Gaga-Comedy, sondern als warmherzige Tragikomödie mit überraschend viel Herz!

As They Made Us ©Euro Video

Und darum geht es…

Dass Abigail (Dianna Agron) als alleinerziehende Mutter zweier Kinder alle Hände voll zu tun hat, ist die eine Sache. Doch dann sind da auch noch ihr Vater Eugene (Dustin Hoffman), dessen degenerative Erkrankung ihn von Tag zu Tag mehr einschränkt und ihre vollkommen überforderte Mutter Barbara (Candice Bergen), die sich dennoch weigert Hilfe von einer Pflegeeinrichtung in Anspruch zu nehmen. Während Abigails Bruder Nathan (Simon Helberg) der Familie bereits vor vielen Jahren den Rücken gekehrt hat, bleibt die Betreuung der gemeinsamen Eltern voll und ganz bei Abigail. Mit einer neuen ärztlichen Diagnose, die ihrem Vater nicht mehr viel Zeit attestiert, fasst sie den Entschluss, ihre entzweite Familie wieder zu vereinen…

As They Made Us ©Euro Video

Wohlfüllkino mit Fallhöhe

Eine Tragikomödie ist in den meisten Fällen eine sichere Bank, bringt aber auch einige Risiken mit sich. Zwischen echten Emotionen und weichgespültem Kitsch ist oft nur ein schmaler Grat, der, einmal nicht achtsam, leicht überschritten werden kann. Als erster abendfüllender Spielfilm ist das bekannte Genre-Konzept, aufgebaut auf einer fragilen Familienkonstellation, jedenfalls nicht die schlechteste Wahl – im Fall von Mayim Bialiks „As They Made Us“ sogar die absolut richtige. Dem Genre entsprechend humorvoll und ironisch gebrochen, behandelt die Dramödie eine komplexe Themenpalette, angefangen bei Entfremdung bis hin zu Zugehörigkeit und dem Tod der eigenen Eltern. In welcher Form Mayim Bialik sich diesen Themen annähert, mag in Anbetracht vieler ähnlich ausgerichteter Filme nicht besonders innovativ sein, erfüllt aber seinen Zweck.

As They Made Us ©Euro Video

Getragen wird “As They Made Us” zu großen Teilen von seinem gut aufgelegten Cast rund um die gewohnt charismatisch aufspielende Dianna Agron. Während sich Simon Helberg eher rar macht und darstellerisch wenig beizutragen hat, erweist sich Dustin Hoffman – wenig überraschend – als wahrer Glücksgriff. In seiner Eigenschaft als leichtfüßige Tragikomödie kann man “As They Made Us” wenig ankreiden, außer vielleicht sich etwas zu sehr auf gängigen Genrekonventionen auszuruhen. Alles in allem bietet der herzlich-humorvolle Mix aus Wohlfühlfilm und Drama genügend Fallhöhe, Herz und Humor, um das genre-affine Publikum mit unterhaltsamen eineinhalb Stunden bei Laune zu halten.

As They Made Us ©Euro Video

Fazit

Eine charmante Tragikomödie – nicht neu, aber unglaublich herzlich und unterhaltsam!

Bewertung: 3.5 von 5.

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