Freestyle – Kritik / Netflix

TitelFreestyle
Genre Thriller
Jahr2023
FSK16
RegieMaciej Bochniak

Starttermin: 13.09.2023 / Netflix

Das polnische Netflix Original hat es in sich!

Neben den großen Freitags-Releases (u.a. „Du bist sowas von nicht zu meiner Bat-Mizwa eingeladen“, „Heart of Stone“, „Hidden Strike“), vornehmlich US-amerikanische Big Budget Produktionen, die sich häufig durch einen namhaften Cast auszeichnen und alleine deswegen schon ein breites Publikum finden, verfolgt Netflix noch eine weitere Strategie, um für seine Abonnent*innen attraktiv zu bleiben. Mit deutlich geringer budgetierten Filmen aus kleineren Produktionsländern wie Schweden („Eineinhalb Tage“), Deutschland („Paradise“) oder Spanien („Bird Box: Barcelona“) sollen in erster Linie die Zuschauer*innen aus den jeweiligen Regionen angesprochen werden. Es bleibt zu hoffen, dass der polnische Crime-Thriller „Freestyle“ auch weit über die Grenzen seines Herkunftslandes hinaus Beachtung findet – verdient hätte er es jedenfalls!

Freestyle ©Michał Lichtański/Netflix

Und darum geht es…

Diego (Maciej Musiałowski) lebt für die Musik. Seitdem er dem Drogengeschäft den Rücken gekehrt hat, ist er ständig im Studio, um seine Rapkarriere voranzutreiben. Auch wenn er sich lokal schon einen Namen machen konnte und mit seinen Live-Shows regelmäßig die Clubs füllt, wartet er noch auf seinen großen, landesweiten Durchbruch. Das Album, an dem er gerade mit seinem Rap-Kollegen und besten Freund Maka (Michal Sikorski) arbeitet, soll endlich dafür sorgen. Alles läuft perfekt, bis sich Maka von den falschen Leuten Geld leiht und damit das ganze Projekt zu verstörend droht. Geld muss her, und zwar schnell. Also lasst sich Diego auf einen riskanten Deal ein – und verliert alles…

Freestyle ©Michał Lichtański/Netflix

Ein filmgewordener Rapsong

Kein Text, keine Vorbereitung – nur der Beat und die eigene Vorstellungskraft. Wer nicht über ein ausreichend großes Maß an Ideenreichtum, Improvisationstalent und der Fähigkeit blitzschnell zu kombinieren verfügt, kommt beim Freestyle-Rap nicht besonders weit. Das Instrumental nimmt keine Rücksicht auf Denkblockaden oder äußere Einflüsse und läuft unaufhaltsam weiter. So betrachtet, könnte der Titel des polnischen Netflix Originals „Freestyle“ nicht treffender sein. Zu treibenden Hip Hop Beats und hektischen Szenenabfolgen entspinnt sich eine rastlosen Hatz durch die kriminelle Unterwelt Polens, in deren Verlauf ein Hindernis nach dem anderen auf Diego einprasselt, während sich dieser immer tiefer in die sprichwörtliche Scheiße reitet. Der mit Verrat, Intrigen und überraschenden Wendungen gepflasterte Plot lässt dabei weder Raum für Verschnaufpause noch um sich ernstzunehmend mit den durchaus vorhandenen Klischees auseinanderzusetzen.

Freestyle ©Michał Lichtański/Netflix

Dass „Freestyle“ in Sachen Originalität wenig Pluspunkt sammeln kann, fällt kaum ins Gewicht – dafür ist er viel zu schnell, viel zu mitreißend und letztlich auch viel zu unterhaltsam geraten. Wenn sich die Ereignisse erst einmal überschlagen, gibt es kein Halten mehr. Als filmgewordene Rapsong – schöne Frauen, harte Kerle, Drogen, Waffen und noch viel mehr Drogen – mag sich „Freestyle“ auf den ersten Blick zwar an eine spezielle Klientel, ergo an Hörer*innen von hartem Straßenrap richten, was Nicht-Rapfans aber nicht davon abhalten sollte dennoch einen Blick zu riskieren. On-point inszeniert, glaubhaft gespielt und fesselnd von der ersten bis zur letzten Minute – wäre doch schade, das zu verpassen…

Freestyle ©Michał Lichtański/Netflix

Fazit

Ein pulsierender Thriller: Atemlos inszeniert und im höchsten Maße unterhaltsam!

Bewertung: 3.5 von 5.

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