| Titel | Kids vs. Aliens |
| Genre | Horror, Sci-Fi |
| Jahr | 2022 |
| FSK | 16 |
| Regie | Jason Eisener |
Heimkinostart: 28.09.2023
Kids vs. Aliens – Der Name ist Programm!
Mit seinem derben Grindhouse-Streifen “Hobo with a Shotgun” und den Kurzfilm-Beteiligungen an Horror-Anthologien wie “The ABCs of Death” und “S-VHS” ist Jason Eisener unter Fans blutiger Genre-Unterhaltung keinesfalls ein unbekannter Name. Nach diversen Kurzfilmen, zu denen auch seine wenige Minuten langen Beiträge für die genannten Anthologien gehören, wendet sich der Kanadier nach fast 12 Jahren mit “Kids vs Aliens” erstmals wieder dem Medium des Langfilms zu, obwohl die im Kern recht spaßige Prämisse eigentlich kaum mehr Stoff als für einen knackigen 15-Minüter bietet.

Und darum geht es…
Wie so oft werden Samantha (Phoebe Rex) und ihr jüngerer Bruder Gary (Dominic Mariche) auch das bevorstehende Halloween-Wochenende wieder einmal ohne ihre Eltern verbringen. Diese befinden sich wie die meiste Zeit auf Geschäftsreise und laden die Verantwortung für das Haus und ihren Sohn bei ihrer Teenagertochter ab. Gary stört das nicht weiter, seine Schwester ist schließlich die Coolste für ihn und beteiligt sogar engagiert bei der Entstehung seines eigenen Sci-Fi-Films, den er gemeinsam mit seinen Freunden Jack (Asher Grayson) und Miles (Ben Tector) in der Scheune seines Elternhauses dreht. Auch wenn Samantha großen Spaß dabei hat, sehnt sie sich doch nach der Aufmerksamen von Gleichaltrigen, die ihr von dem gutaussehenden Billy unverhofft zuteilwird. Sie lässt sich von ihm breitschlagen, eine große Halloween-Party bei sich zu Hause zu veranstalten, die natürlich umgehend eskaliert und sein wahres Gesicht zutage bringt. Doch das Chaos ist schnell vergessen, als Außerirdische die Party crashen – denn die sind nicht zum Feiern da!

Invasion der Gummianzugträger*innen
Wenn man “Kids vs. Aliens” eines nicht vorwerfen kann, dann ist es Etikettenschwindel. Der Name ist Programm und legt von vornherein alle Karten auf den Tisch. Was unbedarften Gelegenheitsgucker*innen hingegen überraschen könnte, ist die Art und Weise, mit der Jason Eisener das ungleiche Aufeinandertreffen in Szene setzt. Was für Fans von gewollt trashigen Sci-Fi-Horror-Spaß der Marke “Turbo Kid” und “Psychogore Man” vermutlich erst der ausschlaggebende Grund für eine Sichtung sein dürfte, könnte das unwissende Publikum vermutlich gehörig vor den Kopf stoßen. Einen großen Unterschied zwischen den gesellten Schaukämpfen der Kids, die sich für Garys Filmprojekt mit Dinomasken aus dem Kostümladen durch einen Wrestling-Ring kloppen und der tatsächlichen Sci-Fi-Action mit Alien- und Mutantenbeteiligung im späteren Verlauf gibt es nämlich nicht.

Wer sich noch an den mittlerweile zum Meme avancierten “Star Trek”-Clip aus dem Jahre 1967 erinnert, in dem sich Kult-Dino-Mann Gorn einen albernen Schlagabtausch mit Captain Kirk liefert, kann sich in etwa ausmalen, auf welchem Level sich die Kostüme von “Kids vs. Aliens” bewegen. Mit den kitschigen Gummianzügen und den unechten Pappmachekulissen setzt der Sci-Fi-Trash in erster Linie auf seinen Fanfilm-Charakter, während die knallbunten Neonfarben und die dröhnenden Synthesizer für eine authentische 80er-Jahre-Retro-Stimmung sorgen. Dass das Trash-Feuerwerk am Ende doch nicht zünden will, ist vor allem auf das fehlende Tempo zurückzuführen, sodass sich schnell ein Effekt von Ermüdenden einstellt. Denn trotz der knappen Laufzeit von gerade einmal 75 Minuten herrscht ein chronischer Mangel an Ideen, der “Kids vs. Aliens” letztlich das Genick bricht.

Fazit
Für Fans trashiger Sci-Fi-Unterhaltung im Stil von “Psycho Goreman” ist “Kids vs. Aliens” eventuell ein Blick wert – besonders spaßig oder unterhaltsam ist das ganze Unterfangen jedoch nicht!
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