| Titel | Der Krieg der Welten: Der Angriff |
| Genre | Sci-Fi |
| Jahr | 2023 |
| FSK | 12 |
| Regie | Junaid Syed |
Heimkinostart: 22.09.2023
Krieg der Welten: Ein Angriff auf das Publikum
Dass die Radioübertragung eines Hörspiels dazu imstande ist, eine komplette Massenhysterie auszulösen, kann man sich heute kaum mehr vorstellen. 30. Oktober 1938 hingegen sah das noch ganz anders aus. Statt der Schilderungen aus H.G. Welles Sci-Fi-Klassiker „Krieg der Welten” mit Spannung zu folgen, nahm die leichtgläubige Zuhörerschaft die fiktionale Geschichte über die Invasion von technisch überlegenen Marsmenschen für bare Münze und geriet in Panik. So sagt es zumindest die Legende, die, wie wir heute wissen, nicht mehr als cleveres Marketing war und auch noch der jüngsten Adaption des wegweisenden Science-Fiction-Romans “Krieg der Welten: Der Angriff” zugutekommen dürfte – und schon schnappt die heimtückische Falle zu!

Und darum geht es…
Auch abseits ihres Astronomie-Studiums sind Herbert (Sam Gittins), Hannah (Lara Lemon) und Ogilvy (Alhaji Fofana) begeistert von allem, was sich so am Himmel abspielt. Als eines Nachts ein Meteoritenschauer über ihrem kleinen Örtchen nahe London zu sehen ist, machen sich die drei Freund*innen natürlich umgehend auf den Weg, um der Ursache dieses Spektakels auf den Grund zu gehen. Als sich das vermeintlich harmlose Schauspiel am Himmel als Angriff durch eine außerirdische Spezies entpuppt, wandelt sich Neugierde in reinen Überlebenswillen!

Die Trash-Schmiede “The Asylum” lässt grüßen
Mit „Krieg der Welten 2 – Die nächste Angriffswelle“ und „Krieg der Welten 3 – Die Invasion hat längst begonnen“ wurde die Menschheit mit zwei inoffiziellen Fortsetzungen des Steven Spielberg-Blockbusters doch bereits genug gestraft – da muss man doch nicht noch nachtreten! Regisseur Junaid Syed – Effektspezialist hinter Filmen wie “G.I. Joe” und “Total Recall” – scheint das egal zu sein und schickt mit “Krieg der Welten: Der Angriff” eine weitere unsägliche Verfilmung des Klassikers ins Rennen. Dabei beginnt alles eigentlich recht verheißungsvoll: Kleinstadt-Teens auf Fahrrädern – “Stranger Things” lässt grüßen – statt eintöniger Zerstörung auf globaler Ebene versprechend jedenfalls ein wenig Abwechslung zum generischen Blockbuster-Allerlei. Ein Gefühl dafür, dass die ganze Welt bald in Schutt und Asche liegen könnte, kommt dabei natürlich nicht auf, aber das ist doch auch mal erfrischend anders. Klein, charismatisch und für die geringen finanziellen Mittel sogar ansprechend getrickst, machen die ersten zwanzig Minuten neugierig – doch dann kommt alles anders.

Statt seinen Low- oder besser gesagt No-Budget-Charakter weiterhin mit geschickt gesetzten Schnitten zu kaschieren, wagt sich “Krieg der Welten: Der Angriff” dann doch noch an prominent in Szene gesetzte Actionszenen heran, die allesamt bestenfalls auf gehobenem Adobe After Effects® -Niveau performen, während die Feuer- und Rauch-Effekte nicht einmal diesem Vergleich standhalten können. Auch abseits des dilettantischen Invasions-Szenarios erweist sich die Sci-Fi-Gurke auf allen Ebenen als gescheitertes Projekt. Für Figurenzeichnung bleibt inmitten der abgehackten Szenenabfolgen ohne erkennbare Dramaturie ebenso wenig Platz wie für nachvollziehbare Handlungsverläufe. Somit verliert sich “Krieg der Welten: Der Angriff” schnell in unfreiwillig komischer Langeweile, ehe nach einer hanebüchenen wie albernen Auflösung endlich der Abspann über die Mattscheibe flimmert.

Fazit
Dagegen wirkt Steven Spielbergs höchstens mittelprächtige Interpretation von H.G. Welles Sci-Fi-Klassiker „Krieg der Welten” wie eine filmische Offenbarung!
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