| Titel | Eineinhalb Tage |
| Genre | Thriller |
| Jahr | 2023 |
| FSK | 12 |
| Regie | Fares Fares |
Starttermin: 01.09.2023 / Netflix
Neu auf Netflix
Wenn es um originelle Kriminalgeschichten geht, sind skandinavische Länder wie Schweden für Fans eigentlich immer eine zuverlässige Anlaufstelle. Doch auch abseits düsterer Adaptionen von Krimi-Autoren wie Stieg Larsson und Co. hat die schwedische Filmlandschaft so manchen filmischen Leckerbissen im Angebot. Das reicht von märchenhaftem Horror, wie ihn das atmosphärische Vampir-Drama „So finster die Nacht“ zu bieten hat, bis zur schlüpfrigen Milieustudie der Marke „Pleasure“ und erweitert sich mit „Eineinhalb Tage“ nun auch noch um das eigentliche ziemlich festgefahrenen Genre des Geiselthrillers. Die Betonung liegt hierbei auf eigentlich…

Und darum geht es…
Louise (Alma Pöysti) befindet sich mitten in einem unschönen Sorgerechtsstreit mit ihrem eifersüchtigen Ex-Mann Artan (Alexej Manvelov). Als dieser plötzlich bei ihr bei der Arbeit auftaucht und eine Waffe zieht, herrscht Ausnahmezustand. Artan will sein Kind sehen, komme was wolle! In Begleitung des Polizisten Lukas (Fares Fares) und mit einer Karawane an Polizeiwagen im Schlepptau ist dies der Auftakt eines Roadtrips der etwas anderen Art!

Ein etwas anderer Geiselthriller
Rasante Verfolgungsjagden durch endlose Hochhausschluchten, kreuz und quer durch die Luft peitschende Großkaliber-Kugeln und sich in Slow-Motion ineinander verkeilende Fahrzeugkarosserien. So oder so ähnlich, hätte „Eineinhalb Tage“ vermutlich ausgesehen, hätte Michael Bay das Skript des schwedischen Geiselthrillers in die grobschlächtigen Hände bekommen. Nun ist das Netflix Original jedoch alles andere als eben jener typische Hollywood-Blockbuster geworden, sondern ein reduziertes, dialoglastiges Drei-Personen-Stück. Ein reduziertes Thrillerdrama, das trotz der rastlosen Inszenierung zur Abwechslung mal komplett ohne Blechschäden auskommt.

Die erfrischende Andersartigkeit, mit der „Eineinhalb Tage“ dem eingestaubten Genre begegnet, erweist sich dabei auch als seine größte Stärke. Nur schade, dass das oft ziemlich willkürliche Skript dem immer wieder entgegenarbeitet. Besonders ausgefeilt ist der Plot, der sich stellenweise arg konstituiert und seltsam unlogisch anfühlt, nämlich nicht. Was als minimalistisches Spannungskino beginnt und sich zunehmend in Richtung Drama vortastet, gewinnt mit dieser Entwicklungen zwar an darstellerischen Schauwerten, nimmt der ausweglosen Situation aber auch einen großen Teil des Nervenkitzels. Dadurch, dass ein Eingreifen der Polizei quasi nie eine Option zu sein scheint, fehlt es an einer echten Gefahrenquelle. Die Stimmung mag angeheizt sein, aber nie brenzlig genug oder auch nur in der Nähe einer echten Eskalation. Somit kochen letztlich zwar die Emotionen hoch, die Spannung jedoch verebbt recht früh.

Fazit
Ein reduzierter Thriller mit Fokus auf die leisen, zwischenmenschlichen Töne!
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