The Tank [2023] Kritik

TitelThe Tank
Genre Horror
Jahr2023
FSK16
RegieScott Walker

Heimkinostart: 01.09.2023

Monster-Horror der zähen Sorte

Für Filmschaffende gibt es grundsätzlich drei Wege, sich dem Subgenre des Creature-Features zu nähern. Neben der auf das Wesentliche reduzierten, den blanken Terror in den Fokus rückenden Herangehensweise, die beispielsweise Neil Marshall in seinem klaustrophobischen Höhlenhorror „The Descent“ wählte, wäre da noch die Optionen der spaßig-trashigen No-Brain-Monster-Action – was meistens gehörig in die Hose geht – sowie die des bedächtigen Slow-Burners, ein gemächliches Horrordrama, das die nach Menschenfleisch gierenden Kreaturen zumeist als Metapher für einen weitaus menschlicheren Schrecken wie Angst, Trauer oder das Erwachsenwerden in Szene setzt. Was davon der neuseeländische Creature-Horror “The Tank” eigentlich sein will, bleibt unklar…

The Tank ©LEONINE Distributionen

Und darum geht es…

Nach dem Tod seiner Mutter beschließen Ben (Matt Whelan) und seine Frau Jules (Luciane Buchanan) mit ihrer gemeinsamen Tochter Reia (Zara Nusbaum) in das ihm hinterlassene Haus an der Küste Neuseelands zu ziehen. Dass Bens verstorbene Mutter nie von diesem paradiesischen Fleckchen Erde gesprochen hat, stößt bei der kleinen Familie zwar auf Verwunderung, trübt die Freude über das neue Zuhause jedoch keinesfalls. Erst als sie seltsame Geräusche aus dem im Garten gelegenen Wassertank vernehmen, beginnt Ben langsam zu begreifen, wieso dieser Ort all die Jahre vor ihm geheim gehalten wurde. Eine uralte, blutrünstige Kreature hat es sich in dem dunklen, unterirdischen Bunker gemütlich gemacht – und die ist verdammt hungrig!

The Tank ©LEONINE Distributionen

No, „Tank“ you…

Wenn die Charakterzeichnung innerhalb eines nervenaufreibende Terrorfilms mit Monster-Beteiligung zu wünschen übrig lässt, ist das meist nicht weiter schlimm – die kaum zu ertragende Spannung macht das schließlich wieder wett. Dass der billige Monstertrash eigentlich saublöde ist – dumme Dialoge, unlogische Handlung, schwache Effekte – nehmen Trashfans billigend in Kauf – schließlich stimmen der Unterhaltungswert und die blutigen Schauwerte. Und das lethargische Tempo des sich als Horrorfilm tarnenden Familiendramas, dessen mörderische Bestie eigentlich eine Verbildlichung eines irdischen Grauens darstellt, ist bitter nötig, um der späteren Eskalation genügend Gravitas zu verleihen. Was diese Verallgemeinerungen mit “The Tank” zu tun haben? Scott Walker bedient sich für sein blutarmes Creature-Feature an allen drei Formen des Monsterfilms – pickt sich dafür aber ausschließlich die negativen Aspekte heraus und lässt die positiven ungeachtet links liegen.

The Tank ©LEONINE Distributionen

Im Detail sieht, das wie folgt aus. Walkers mit einschläferndem Tempo vorgetragene Familiengeschichte bietet keinerlei Konfliktpotenzial, Drama oder doppelten Boden, sodass in der ersten Stunde schlicht und ergreifend nichts passiert. Wenn sich im Finale schließlich der angepeilte Monster-Terror Bahn bricht, fehlt von der charakteristischen Spannung hingegen jede Spur. Nun spart sich Walker zwar die billigen Effekte des Trashfilms aus – das handgemachte Creature-Design ist ordentlich, wenn auch unspektakulär – nicht aber die leeren Phrasen, blassen Figuren und den quasi nicht vorhandenen Plot. Hier schöpft “The Tank” wiederum aus dem Vollen. Das Ergebnis ist weder spaßiger Trash, noch atmosphärischer Slow-Burn, noch spannender Terror – lediglich ein traditioneller Horrorfilm ohne nennenswerte Schauwerte.

The Tank ©LEONINE Distributionen

Fazit

Unspektakuläres Creature-Feature!

Bewertung: 1.5 von 5.

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