| Titel | Robots |
| Genre | Sci-Fi, Komödie |
| Jahr | 2023 |
| FSK | 12 |
| Regie | Casper Christensen, Anthony Hines |
Heimkinostart: 25.08.2023
Love, Sex and Robots!
Auf dem schwarz matt lackierten Sideboard bildet sich gemächlich, aber unaufhaltsam eine dünne Staubschicht, die Rechnungen stapelt sich auf dem Küchentisch und der Bürostuhl im Arbeits-, Schrägstrich Gästezimmer droht, zweckentfremdet als Ablageort für Klamotten, die man eventuell doch noch einmal anziehen möchte, letztlich aber wie immer in der Wäsche landen, unter der Last der halb sauberen, halb schmutzigen Textilien langsam aber sicher zu kippen. Die tägliche Hausarbeit kennt kein Erbarmen und fordert mit Zeit und Nerven, zwei essenzielle Dinge, die im Erwachsenenalter grundsätzlich eher Mangelware sind. Ach wie schön wäre es, wenn es dafür eine genügsame kleine Helfer*in gebe, die einem ohne Meckern und Murren die lästigen Aufgaben abnehmen würden. Da wünscht man sich doch glatt in die futuristische Welt von “Robots” hinein…

Und darum geht es…
Charles (Jack Whitehall) liebt die Frauen – zumindest wenn es um schnellen, unkomplizierten Sex geht. Wären da nicht die immer gleich ablaufenden Dates. Kennenlernen, essen gehen, Komplimente, Aufmerksamkeiten. Anstrengend! Eigentlich all das, was sich Elaine (Shailene Woodley) wünscht. Vor allem die Aufmerksamkeiten in Form von Schmuck, Handtaschen und Klamotten. Der Mann hinter den Geschenken ist ihr dabei aber genauso egal wie für Charles die Frau hinter dem Sex. Aus diesen Gründen haben sich die beiden einen Roboter als Doppelgänger angeschafft, der für Charles das lästige Kennenlernen übernimmt, während Elaine ihren mechanischen Klon immer dann zum Einsatz bringt, wenn es intim wird. Als sich ihre Roboter-Doubles ineinander verlieben und durchbrennen, muss sich das ungleiche Paar zusammen tun, um Schlimmeres zu vermeiden – denn Roboter für den privaten Nutzen sind strengstens verboten!

Doch nur eine weitere RomCom…
Willenlose Sexsklavin, Stellvertreter für das lästige Pre-Geschlechtsverkehr-Dating oder Sex-Dummy für den zahlungswilligen Sugger Daddy. Sex, Sex, Sex! In der Sci-Fi-Komödie “Robots” scheint sich alles um die schönste Nebensache der Welt zu drehen, weshalb die illegalen Roboter-Doppelgänger der Protagonist*innen auch für eben jenes den Kopf, oder wahlweise den mechanischen Genitalbereich herhalten müssen. Statt dem Thema Robotik mit beißender Gesellschaftskritik und zynisch-schwarzem Humor zu begegnen, lässt das Regieduo Casper Christensen und Anthony Hines diese sich quasi aufdrängende Steilvorlage ungenutzt und limitiert sich stattdessen selbst auf die bereits unzählige Male gesehenen Konventionen einer herkömmlichen RomCom – und natürlich dem Leitspruch “sex sells!”.

Zotig oder gar verrucht geht es dabei jedoch keinesfalls zur Sache. “Robots” erzählt vielmehr von der vorhersehbaren, handzahmen Romanze zwischen einem Macho wie er im Buche steht und einer Golddiggerin mit Dollarzeichen in den haselnussbraunen Rehaugen, deren mechanischen Abbildern ein vielfaches mehr Menschlichkeit an den Tag legen als ihre Vorbilder aus Fleisch und Blut. Ohne glaubhafte Gründe für die Erleuchtung zu liefern, obsiegt letztlich die Liebe und vermittelt ein romantisches Bild, das unromantischer nicht sein könnte. Das alles macht “Robots” zu einer Komödie ohne Lacher; zu einer Romanze ohne Funkensprung und einem Film ohne nennenswerte Highlights. Nicht ärgerlich, aber auch nicht gut – dafür aber mit einem solide aufspielenden Leinwandpaar (Jack Whitehall / Shailene Woodley) ausgestattet. Immerhin!

Fazit
Was nach gesellschaftskritischer Satire klingt, entpuppt sich als RomCom von der Stange!
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