| Titel | Nightride: One Deal. One Night. One Shot. |
| Genre | Thriller |
| Jahr | 2021 |
| FSK | 16 |
| Regie | Stephen Fingleton |
Heimkinostart: 23.06.2023
Eine elektrisierende Fahrt ins Unglück!
One Deal. One Night. One Shot. Mit dem für den deutschen Heimkinomarkt zusätzlich gewählten Untertitel des irischen Thrillers „Nightride“, der hierzulande unter dem Titel „Nightride: One Deal. One Night. One Shot.“ zu finden ist, ist eigentlich alles gesagt. Die minimalistische Low-Budget-Produktion benötigt nämlich nicht viel mehr als ein kleines, vermeintlich unspektakuläres Szenario, das sich über einen kurzen Zeitraum erstreckt und lediglich eine einzige Kameraeinstellung, um damit einen der spannendsten Film-Erlebnisse des Jahres zu liefern – weniger ist eben mehr!

Und darum geht es…
Budge will raus aus der Kriminalität und endlich ein normales, bürgerliches Leben führen. Um sich den Traum einer eigenen Autowerkstatt erfüllen zu können, fehlt dem Drogendealer aber noch das nötige Kleingeld. Ein letzter Deal soll es richten – doch der geht gehörig schief. Die Ware gestohlen, der Käufer abgesprungen und die Zeit im Nacken. Wenn er die Situation bis Mitternacht nicht wieder ins Lot bringen kann, steht er vor einem gigantischen Problem. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt.

In Echtzeit durch die Nacht von Belgrad
Begleitet von treibenden Synthesizern und der Kamera, die ihren Protagonisten für die nächsten eineinhalb Stunden nicht mehr aus den Augen lässt, steigt Budge in sein Fahrzeug und legt damit den Grundstein für eine elektrisierende Spritztour durch die von Straßenlaternen beleuchtete Nacht Belgrads. Die messerscharfe Inszenierung macht ein förmliches „Bitte einsteigen“ obsolet – auf dieser Fahrt möchte man ohnehin dabei sein! „Nightride: One Deal. One Night. One Shot.“ macht seinem sperrig-langen Titel alle Ehre, wenn er die sich in Echtzeit abspielenden Ereignisse in einer einzigen Kameraeinstellung, oder zumindest ohne erkennbare Schnitte, begleitet. Anders als der vor wenigen Wochen auf Netflix gestartet No-Brainer „Tyler Rake: Extraction 2“, der seine 20-minütige Plansequenz für ein langatmiges und sinnbefreites Action-Spektakel nutzt, verkommt dieser inszenatorische Kniff hier nicht einfach zum zweckentfremdeten Gimmick, sondern liefert einen echten Mehrwert.

In der Tradition des Telefon-Thrillers „No Turning Back“ mit Tom Hardy regelt Budge seine Angelegenheiten nahezu ausschließlich am Steuer seines Wagens. Über die Freisprechanlage koordiniert er seine Geschäftspartner*innen und verstrickt sich dabei tiefer und tiefer in die derb umgangssprachliche Scheiße. Während sich die Ereignisse überschlagen und ein Telefonat nach dem nächsten folgt, zieht „Nightride“ sein Publikum in einen hektischen und mitreißenden Strudel. Doch selbst das hohe Tempo kann die inhaltlichen Ungereimtheiten, die sich mit fortschreitender Laufzeit immer prominenter in den Vordergrund drängen, nicht kaschieren. So befindet sich das nächste Ziel zufällig immer wenige Minuten vom aktuellen Standort entfernt und Personen, eben noch hier, plötzlich zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Somit sorgen die sich in Echtzeit abspielenden Ereignisse zwar für einen packenden, aber nicht immer schlüssigen Thriller-Spaß. Dem Unterhaltungswert tut dies jedoch keinen Abbruch!

Fazit
Ein packender Echtzeit-Thriller!
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