Run Rabbit Run [2023] Kritik

TitelRun Rabbit Run
Genre Horror
Jahr2023
FSK12
RegieDaina Reid

Starttermin: .28.06.2023 {Netflix]

Horror-Nachschub auf Netflix

Ein Kind, dass sich eine seltsame Maske bastelt und diese nur in absoluten Ausnahmezuständen abzulegen gedenkt, ist meist ein schlechtes Zeichen. Es ist noch gar nicht so lange her, dass sich das titelgebende Geschwisterpaar,  des ebenfalls exklusiv auf Netflix erschienenen Horrorfilms “Tin & Tina” ein bisschen zu wohl hinter ihrer Maskierung fühlten und kurz darauf der Schrecken seinen Lauf nahm. In “Run Rabbit Run” dienen nun als eine creepy Hasenmaske, dazu passend ein plötzlich auftauchendes echtes Exemplar mit weißen, langen Ohren und ein dunkles Geheimnis aus der Vergangenheit als Vorboten für das noch folgende Unheil – und leider auch für allerhand ungenutzte Chancen.

Run Rabbit Run ©Netflix

Und darum geht es…

Seitdem ihre siebenjährige Tochter Mia von einem Tag auf den anderen ein merkwürdiges Verhalten an den Tag legt, ist die alleinstehende Mutter Sarah mit ihren Nerven am Ende. Mia verbirgt ihr Gesicht nicht nur hinter einer eigens gebastelten Hasenmaske, sondern behauptet fortan felsenfest, dass ihr Name Alice sei – ein Name, den Sarah nur zu gut kennt und sie mit einem dunklen Kapitel ihrer Vergangenheit konfrontiert. Im Alter von sieben Jahren, eben jenem Alter, in dem sich nun auch Mia befindet, verschwand Sarahs Schwester Alice spurlos. Das kann kein Zufall sein – und ist es auch nicht, wie sie bald auf schreckliche Art und Weise erfahren muss…

Run Rabbit Run ©Netflix

Mutter-Tochter-Horror ohne neue Ideen…

Mit “Run Rabbit Run” gibt es ab dem 28. Juni 2023 also ein weiteres Netflix Original zu sehen, dass sich dem in Streamingkreisen sehr beliebten Horrorgenre zugehörig fühlt. Wer sich schon einmal tiefer in das Rabbithole der eigens für Netflix und Co. produzierten Horrorfilme vorgewagt hat, weiß, dass hier qualitativ meist nicht allzu viel zu holen ist. Die in der Regel generische Fließbandware folgt den immergleichen Mustern zwischen uninspiriertem Jump-Scare-Massaker und halbgar aufgewärmt, alten Geschichten – und kann nur in seltenen Fällen (“Clock”“The Strays”) wirklichen überzeugen. Während „Run Rabbit Run“ mit seinen Darsteller*innen und den atmosphärischen Bildern immerhin eine gute Grundlage aufweisen kann, lässt das Horrordrama weitere, für ein intensives Horrorerlebnis essenzielle Zutaten vermissen und steht somit zwischen den Stühlen – kein Totalausfall, aber eben auch kein neuer Geheimtipp!

Run Rabbit Run ©Netflix

Dreh- und Angelpunkt des australischen Horrordramas ist eine Mutter-Tochter-Beziehung, die durch seltsame Vorkommnisse im Zusammenhang mit einem traumatisierendem Ereignis aus der Vergangenheit bald aus den Fugen gerät. Sarahs psychischer Verfall is dabei längst fortgeschritten ehe  “Run Rabbit Run” überhaupt eröffnet. Die entfremdete Mutter im Pflegeheim. Der Vater verstorben. Sie selbst, überfordert in der Rolle als alleinerziehende Mutter, während ihr Ex-Mann bereits das zweite Kind mit der neuen Frau plant. Die mysteriösen Veränderungen von Mia sind letztlich der sprichwörtliche Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt und den Abstieg in den Wahnsinn einleitet. Die Frage, was ist Wahn und was Realität, reicht jedoch nicht aus, die spannungsarme Geschichte voranzutreiben, der von Beginn an anzumerken ist, dass sie einzig und alleine auf einen großen Twist ausgelegt ist. Auch wenn das Publikum nicht direkt weiß, wo der Hase langläuft, ist auch diese Enthüllung spätestens ab der Hälfte erkennbar. Dadurch ist der endlich überzeugende Schlussakt noch überraschend genug, um zu funktionieren, aufgrund der vorangegangenen Lethargie aber auch kein Grund, wieso man „Run Rabbit Run“ gesehen haben müsste.

Run Rabbit Run ©Netflix

Fazit

Der Netflix-Horror macht auf den letzten Metern einiges gut, den zähen Weg bis dahin aber noch lange nicht ungeschehen

Bewertung: 2.5 von 5.

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