Barbarians [2021] Kritik

TitelBarbarians
Genre Horror, Thriller
Jahr2021
FSK16
RegieCharles Dorfman

Heimkinostart: 17.08.2023

Kein gewöhnlicher Home-Invasion-Thriller!

Wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde mehr. Im Home-Invasion-Thriller „Barbarians“ mit „Game of Thrones“-Star Iwan Rheon und „Sex Education“-Darsteller Connor Swindells entwickelt sich ein gemütliches Abendessen für ein befreundetes Pärchen zu einem Horrortrip. Alphas treffen auf Betas. Freunde werden zu Feinde – und statt Wein fließt am Ende Blut!

Und darum geht es…

Adam und Eva haben sich mit dem Bezug eines idyllischen Landhauses in der Abgeschiedenheit des ländlichen Englands einen langgehegten Wunsch erfüllt. Ermöglicht haben dies die Beziehungen und das geschäftliche Geschick von Adams gutem Freund Lucas, der an diesem Abend gemeinsam mit seiner Freundin zum Dinner geladen ist. Während versteckte Rivalitäten und brisante Geheimnisse das Abendessen schon in eine verzwickte Pattsituation zu lenken scheinen, sorgt schließlich der Auftauchen dreier maskierte Männer für ein blutiges Chaos – mit tödlichem Ausgang!

Ein echter Horror-Geheimtipp

Wenn es etwas gibt, nachdem die Filmwelt explizit nicht verlangt hat, dann ist es ja wohl ein weiterer Home-Invasion-Thriller von der Stange. Maskierte Fremde dringen in ein idyllisches Heim, terrorisieren die Bewohner*innen, es wird gerannt, Blut und so weiter. Schnarch! Nun, genau diese Art von Film ist „Barbarians“ nicht! Trotz der klaren Zuordnung in eben jenes Horror-Subgenre, verfolgt Regisseur Charles Dorfman eine komplett eigenständige Vision und weckt dabei immer wieder Erinnerungen an Dave Francos Regiedebüt „The Rental“, bei dem der Home-Invasion-Aspekt ebenfalls lediglich als nettes Beiwerk für eine weitaus interessantere Geschichte diente. Auch „Barbarians“ setzt voll auf das massig vorhandene Konfliktpotential, das sich aus der toxischen Gruppendynamik heraus Bahn bricht. Die sich zuspitzenden Spannungen innerhalb der Viererkonstellation dienen dabei als Grundlage für einnehmenden Nervenkitzel, noch lange bevor der eigentliche Terror in das pittoreske Landhaus Einzug hält.

Atmosphärisch, fesselnd, charaktergetrieben! Es ist immer wieder schön mit anzusehen, wenn ein Film sich bewusst vom Genre-Einerlei abhebt und den Fokus auf die tatsächlich wichtigen Aspekte des Filmemachens verlegt. Das Ergebnis ist nicht nur deutlich spannender, als das was die immergleiche Horror-Maßenware bietet, sondern birgt auch wesentlich mehr Substanz – selbst wenn es nach dem psychologischen Nervenkitzel irgendwann doch noch Zeit für die angekündigte Home Invasion wird. Was zunächst wie ein unnötiger Stilbruch anmutet – sollen die sorgsam aufgebauten Konflikte etwa einfach zugunsten eines 08/15-Horrorfilms fallen gelassen werden? – erweist sich dann doch als cleverer Schachzug, der die sorgsam aufgebaute Spannung noch einmal vorantreibt. Statt den konventionellen Klischees des Subgenres zu folgen, schlägt „Barbarians“ auch hier einen eigenen, deutlich spannenderen Weg ein. Das macht ihn jetzt schon zu einem der außergewöhnlichsten und interessantesten Horrorfilme des Jahres – und einem echten Geheimtipp für Horrorfans abseits des Mainstreams!

Barbarians ©Nameless

Fazit

Atmosphärisch, spannend und schonungslos! „Barbarians“ ist so viel mehr als die Inhaltsangabe vermuten lässt!

Bewertung: 4 von 5.

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