| Titel | Mad Heidi |
| Genre | Komödie, Action |
| Jahr | 2022 |
| FSK | 18 |
| Regie | Johannes Hartmann, Sandro Klopfstein |
Heimkinostart: 07.06.2023
Blutige Rache für den Geissenpeter!
Fehlendes Herzblut und Eigeninitiative kann man den Köpfen hinter der Schweizer Splatter-Gaudi „Mad Heidi“ definitiv nicht vorwerfen. Das unabhängig via Crowdfunding produzierte Herzensprojekt wurde ganz ohne die Beteiligung eines großen Filmstudios verwirklicht und kann die dadurch gewonnenen kreativen und künstlerischen Freiheiten komplett ausspielen. Besonders viel wissen Johannes Hartmann und Sandro Klopfstein damit jedoch nicht anzufangen.

Und darum geht es…
Die Schweizer Bevölkerung hat unter der strengen Diktatur ihres Präsidenten und Käse-Mogul Meili zu leiden. Als die erwachsene Heidi mit ansehen muss, wie Mellis Schergen zuerst ihren Freund Geißenpeter und dann auch noch ihren Großvater Alpöhi brutal ermorden, schwört die junge Frau blutige Rache. Nach ihrem Gefängnisausbruch wird Heidi zur Galionsfigur einer Rebellion gegen die Käse-Diktatur…

Ziemlicher Käse…
Kalauer Warnung! Ähnlich wie die sich selbst als Swissploitation betitelnde Splatter-Komödie „Mad Heidi“ hält sich auch diese Review keinesfalls mit schlechten Wortspielen und Anspielungen rund um das in der Schweiz nun mal sehr begehrte Milcherzeugnis namens Käse zurück. Statt die vielfältigen Möglichkeiten, der als Grundlage dienenden Kindergeschichte rund um Heidi als blutige Erwachsenenversion auszuspielen, reiht „Mad Heidi“ lieber einen bedingt lustigen Käse-Gag an den nächsten und lässt darüber hinaus noch ziemlich lange auf das groß angekündigte Blutbad warten. Wenn die besten Kills, und davon gibt es nicht besonders viele, auch noch allesamt bereits im Trailer zu sehen sind, bleibt auch in Sachen Schauwerte nicht mehr viel übrig.

Somit zieht sich „Mad Heidi“ über weite Strecken wie Schmelzkäse, ohne ein Gespür für Tempo und Dramaturgie zu entwickeln. Nach einer lieblosen Exposition widmet sich die Schweizer Low-Budget-Produktion zunächst einmal ausgiebig dem Subgenre des Sexploitationfilms und verliert sich dabei in ermüdenden Erniedrigungen, die humor- und spannungslos heruntergespielt werden. Schnell wird klar, dass die wenigen guten Ideen, die „Mad Heidi“ zu bieten hat, lediglich im schmalen Korsett eines (Fake-)Trailers funktionieren und als solcher viel besser im Double-Feature zwischen zwei tatsächlich spaßigen Filmen wie einst im Tarantino / Rodriguez Projekt „Grindhouse“ aufgehoben wäre – so jedenfalls ist das alles ziemlicher Käse!

Fazit
Was in Trailerlänge herrlich funktioniert, hat nicht das Zeug zur abendfüllenden Unterhaltung!
Wie hat Dir „Mad Heidi“ gefallen?

